Leverkusen (aktiencheck.de AG) - Der Pharmakonzern
Bayer AG stellt sich einem Pressebericht zufolge auf eine sinkende Nachfrage nach Antibaby-Pillen ein.
Nach Informationen der Zeitung "Der Tagesspiegel" (Sonntagausgabe), die sich bei ihren Angaben auf unternehmensnahe Kreise beruft, habe der Konzern nach sinkenden Absatzzahlen seine Erwartungen für dieses Jahr schon mehrfach nach unten korrigiert und auch die Produktion bereits heruntergefahren. Statt wie bisher im Fünf-Schicht-Betrieb würden die Verhütungspillen im Berliner Stammwerk nur noch in drei Schichten produziert.
Den Informationen zufolge will der Konzern in diesem Jahr jetzt nicht mehr - wie noch zu Beginn des Jahres - 240 Millionen Verpackungseinheiten in Berlin produzieren, sondern nur noch 180 Millionen. Noch im vergangenen Jahr war das Unternehmen laut dem Bericht mit der Produktion seiner "Yaz"-Pille kaum hinterhergekommen, weil die Nachfrage vor allem in den USA überraschend hoch war. Damals hatten die Mitarbeiter im Berliner Werk noch Sonderschichten geschoben.
Unternehmenssprecher Oliver Renner bestätigte gegenüber der Zeitung auf Anfrage, dass in Berlin derzeit im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet wird. Es sei normal, dass es gelegentliche Spitzen gebe. Dass die Nachfrage gesunken sei, könne er aber ebensowenig bestätigen wie die Planungszahlen, sagte Renner. Aktuelle Zahlen werde Bayer mit dem Quartalsbericht Ende Juli vorlegen.
Zudem sieht sich der Bayer-Konzern nach gravierenden Vorfällen in Zusammenhang mit der Einnahme seiner Antibabypille Yasmin offenbar mit Klagen konfrontiert. Unternehmenssprecher Renner wollte dies zwar nicht direkt kommentieren, sagte der Zeitung aber: "In den gegen uns geltend gemachten Ansprüchen gibt es keine Kausalität zwischen der Einnahme unseres Produkts und Thrombosen."
Die Aktie von Bayer notierte zuletzt bei 39,95 Euro. (22.06.2009/ac/n/d)