Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Bundesregierung, derzeit größter Einzelaktionär bei der
Commerzbank AG , soll sich offenbar in die Geschäfte des Kreditinstituts einmischen.
Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe) habe der italienische Versicherer Assicurazioni Generali S.p.A. (ISIN IT0000062072/ WKN 850312) Finanzminister Peer Steinbrück in einem Brief gebeten, dafür zu sorgen, dass die Bank auch künftig Generali-Produkte vertreibt. Ein Sprecher des Versicherers lehnte einen Kommentar dazu ab. Die Commerzbank will ab Oktober 2010 exklusiv mit der Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) kooperieren, deren Tochter Dresdner sie gerade übernommen hat. Im Mai hatte sie deshalb eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit Generali gekündigt. In dem Schreiben fordert Generali-Manager Jörn Stapelfeld nach Angaben der Wirtschaftszeitung Finanzminister Steinbrück (SPD) auf, seinen Einfluss geltend zu machen, damit die Commerzbank Policen beider Versicherer - Allianz und Generali - vertreibt.
Die Commerzbank ist ein wichtiger Vertriebsweg für Generali. Der Hauptgrund für Stapelfelds Intervention ist nach Angaben der Wirtschaftszeitung jedoch der enorme Abschreibungsbedarf, den das Ende der Kooperation bringt. Der Konzern hält über seine Tochter Generali Lebensversicherung 5 Prozent an der Commerzbank. Diese Papiere hat das Unternehmen in der Bilanz 2008 mit 14 Euro pro Stück bewertet. Damals betrug der Aktienkurs aber nur 6,64 Euro, am Montag wurde das Papier sogar mit 4,52 Euro gehandelt.
Die Aktie der Commerzbank notierte zuletzt bei 4,52 Euro. (30.06.2009/ac/n/d)