Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Bundesregierung wird sich einem Pressebericht zufolge nicht in die operativen Geschäfte der
Commerzbank AG einmischen.
Laut einem Bericht des "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) hat sich der Bund geweigert, auf einen Hilferuf des italienischen Versicherers Assicurazioni Generali S.p.A. (ISIN IT0000062072/ WKN 850312) einzugehen. Die Italiener hatten bei der Bundesregierung angefragt, ob man die Commerzbank dazu zwingen könne, nach der Allianz-Übernahme auch weiterhin Generali-Versicherungen zu verkaufen. Dies habe die Bundesregierung aber nach Informationen der Wirtschaftszeitung jedoch bereits schriftlich abgelehnt. In dem Schreiben betont das Bundesfinanzministerium, dass es sich aus geschäftspolitischen Entscheidungen bei der Commerzbank heraushält.
Im Ministerium von Peer Steinbrück (SPD) verweist man darauf, dass der Bund aus diesem Grund auch zwei Finanzexperten und keine beamteten Staatsdiener in den Aufsichtsrat der Commerzbank entsendet habe. Für den Bund sei der Vorgang damit erledigt.
Die Commerzbank will ab Oktober 2010 exklusiv mit der Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) kooperieren, deren Tochter Dresdner sie gerade übernommen hat. Im Mai hatte sie deshalb eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit Generali gekündigt. Theoretisch könnte der Bund mit seiner Beteiligung von 25 Prozent plus eine Aktie diese Entscheidung mitbeeinflussen. Auch die Allianz denkt nicht daran, die Generali wieder ins Boot zu lassen. "Wir haben eine exklusive Vertriebsvereinbarung mit der Commerzbank", sagte ein Sprecher des Versicherungskonzerns Allianz. "Wir haben keine Pläne das zu ändern."
Die Aktie der Commerzbank notierte zuletzt mit einem Plus von 8,35 Prozent bei 4,80 Euro. (01.07.2009/ac/n/d)