Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Vorstandschef des Energieversorgers E.ON AG (
EON), Wulf Bernotat, geht von einer langsamen Erholung der Energienachfrage aus.
In einem Interview mit der "Financial Times" (Mittwochausgabe) erklärte der Manager, dass in diesem Quartal seiner Meinung nach der Boden bei der Energienachfrage erreicht worden sei, und er keine weiteren Rückgänge erwarte. Daneben erwartet Bernotat auch ein Anziehen der Erdgasnachfrage, da viele Versorger das derzeit günstige Preisniveau zur Aufstockung der inzwischen zur Neige gehenden Lagerbestände nutzen würden.
Bereits im kommenden Quartal geht der Vorstandschef von einem Anziehen der Energienachfrage aus, wobei diese seiner Einschätzung nach relativ langsam und gemäßigt ausfallen dürfte: "Ich erwarte eine L-förmige Erholung mit einer leichten Aufwärtsbewegung am Ende des "L", wobei diese Entwicklung bis in das kommende Jahr hinein anhalten dürfte", so Bernotat.
Einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge muss sich die E.ON-Tochter Ruhrgas auf eine hohe Kartellstrafe der EU einstellen. Nach Angaben der Wirtschaftszeitung werde an einer Bestrafung in Kreisen des Energiekonzerns nach Abschluss der Gespräche mit der Behörde nicht mehr gezweifelt. Noch steht die genaue Summe zwar nicht fest. Es wird aber mit einem "dreistelligen Millionenbetrag" gerechnet, der bis zu einer halben Milliarde Euro betragen könnte.
Das Verfahren geht auf Razzien zurück, die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes 2006 bei mehreren europäischen Versorgern anordnete. Dabei stieß Kroes auf Unterlagen, auf deren Grundlage sie illegale Absprachen zwischen E.ON Ruhrgas und dem französischen Branchenriesen Gaz de France vermutet.
Die Aktie von E.ON notierte zuletzt bei 25,75 Euro. (01.07.2009/ac/n/d)