FRANKFURT (dpa-AFX) - Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat den Technologiekonzern Siemens laut einem Pressebericht bei der Korruptionsbekämpfung beraten. Schily sei in diesem Jahr mehrere Monate für das Unternehmen tätig gewesen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagausgabe) unter Berufung auf Konzernkreise. Schily habe Hinweise geben sollen, wie Siemens die internen Kontrollen verbessern könne, um Gesetzesverstöße künftig zu vermeiden. Siemens wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.
Am Donnerstag hatte das Landgericht München gegen Siemens eine Geldbuße von 201 Millionen Euro verhängt. Damit wurden dubiose Geldströme in der früheren Telekommunikationssparte Com geahndet. Zusätzlich muss der Konzern eine Steuernachzahlung von 179 Millionen Euro leisten. Laut Handelsblatt (Freitagausgabe) geht die Beendigung des Verfahrens auf eine Initiative der Staatsanwaltschaft zurück.
Damit ist dieser eine Fall für die deutsche Justiz erledigt. Allerdings wird weiter gegen einzelne Siemens-Manager wegen Untreue ermittelt. Zudem droht eine noch höhere Strafe von der US-Börsenaufsicht SEC, da Siemens an der New Yorker Börse notiert ist. Insgesamt seien im Bereich Com Zahlungen von rund 450 Millionen Euro als steuerlich nicht abzugsfähig eingestuft worden, hatte Siemens mitgeteilt. Der Konzern durchleuchtet momentan auch andere Sparten auf schwarze Konten./das/wiz