Leverkusen (aktiencheck.de AG) - Der Vorstandschef des Spezialchemie-Konzerns LANXESS , Axel Heitmann, hat in einem Zeitungsinterview einer möglichen Fusion mit dem Rivalen Evonik eine Absage erteilt.
Er habe von entsprechenden politischen Überlegungen gehört, sagte Vorstandschef Axel Heitmann in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland": "Um es ganz klar zu sagen: Wir wollen das nicht, das halten wir für nicht verfolgenswert." Heitmann versucht damit, einen Schlussstrich unter entsprechende industriepolitische Avancen in Nordrhein-Westfalen zu ziehen. Norbert Römer, Fraktionschef der SPD-geführten Landesregierung, hatte im November eine Fusion angeregt. "Vielleicht organisiert die RAG-Stiftung hier ja eines Tages eine fruchtbare Verbindung", hatte er der "Rheinischen Post" gesagt. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat dazu eine eindeutige öffentliche Position bislang vermieden.
Die RAG-Stiftung, die selbst starkem politischen Einfluss ausgesetzt ist, kontrolliert über einen Anteil von 74,99 Prozent den Mischkonzern Evonik, dessen Umsatz von zuletzt gut 13 Mrd. Euro sich zum Großteil aus dem einst eigenständigen Chemiekonzern Degussa speist. Der Leverkusener Chemiekonzern Lanxess, ein Spezialist für Polymerprodukte, kommt derzeit auf einen Börsenwert von rund 4,6 Mrd. Euro, hat aber keinen strategischen Großaktionär.
Heitmann erklärte gegenüber der Wirtschaftszeitung, dass er LANXESS grundsätzlich ohne Großfusionen weiterentwickeln wolle. "Eine wirklich große Transaktion oder eine Fusion zum Beispiel sehe ich aktuell nicht. Wir haben alleine genügend Wachstumschancen", sagte Heitmann. Den Zukauf eines Unternehmens oder Geschäfts mit einem Umsatz von bis zu 1 Mrd. Euro hält er für verkraftbar. Entsprechend sondiere er auch den Markt. "Aber es muss halt das Richtige dabei sein, und solange bleiben wir diszipliniert."
Die Aktie von LANXESS notiert aktuell mit einem Plus von 1,05 Prozent bei 56,85 Euro.
(17.02.2012/ac/n/d)