Walldorf (aktiencheck.de AG) - Der Software-Hersteller
SAP AG will Medienberichten künftig verstärkt auf Zukäufe setzen.
Laut einem Bericht der Zeitung "DIE WELT" (Sonntagausgabe) vollzieht der führende deutsche Softwarekonzern damit unter der Führung des neuen Vorstandschefs Léo Apotheker einen radikalen Strategiewechsel, nachdem man sich in der Vergangenheit vor allem auf organisches Wachstum konzentriert hatte. Derzeit liefen bereits Sondierungsgepräche für einen Zukauf für 1,2 bis 1,5 Mrd. Euro. Derzeit verfügen die Walldorfer über eine prall gefüllte Kriegskasse von 5 Mrd. Euro.
Mit ein Grund für die geplante Akquisitionstour ist nach Angaben der Zeitung die Angst vor einer Übernahme durch Rivalen wie Microsoft Corp. (ISIN US5949181045/ WKN 870747) oder International Business Machines Corp. (IBM) (ISIN US4592001014/ WKN 851399). "Es gibt eine enorme Angst, dass Microsoft oder IBM uns übernehmen könnte", wird ein SAP-Manager zitiert. "Deshalb werden wir massiv zukaufen." Derzeit verfügt SAP über eine Marktkapitalisierung von 38 Mrd. Euro.
Allerdings vermuten viele SAPler, dass nicht nur das Streben nach Größe Apotheker antreibt. Der Vorstandschef habe ein Misstrauen gegen die eigene Entwicklungsabteilung, heißt es. Tatsächlich eilt den Tüftlern des Unternehmens bei Branchenexperten der Ruf voraus, nicht mehr so angriffslustig zu sein wie früher. Ein altgedienter SAPler vergleicht den Softwarekonzern mit einem Tanker, der zwar mächtig sei, aber nur schwer zu manövrieren.
Die Aktie von SAP verliert aktuell 1,32 Prozent auf 28,49 Euro. (22.06.2009/ac/n/d)