Pressestimme: 'tz' zu Sarrazin
"Sarrazin bedient mit seinem Buch und vor allem mit seinen Interviews nur ein dumpfes Gefühl. Er prangert an, ohne selbst Lösungen zu benennen. Bei einem gewöhnlichen Politiker mag das zum Beruf gehören. Doch in der Bundesbank als staatlicher und politisch neutraler Institution hat so jemand nichts verloren. Es ist also richtig, dass der Bankvorstand Sarrazins Abberufung beim Bundespräsidenten beantragt. Anders verhält es sich jedoch mit der SPD: Es gehört zum Wesen der Demokratie, dass eine Partei streitet - auch mit den eigenen Leuten. Sarrazin ist mit seinen Angriffen auf Hartz-IV-Empfänger wie auch auf Migranten in dieser labilen SPD ein Störenfried. Wer hier jedoch nicht die Auseinandersetzung, sondern den Rauswurf fordert, nutzt nur einem: Sarrazins selbstgefälliger Rolle als heimlicher Held."/yyzz/DP/tw


