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20.01.2012 09:30

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Private Gläubigerbeteiligung: Rehn war 'geschockt' über Merkel und Sarkozy


    MÜNCHEN (dpa-AFX) - EU-Währungskommissar Olli Rehn hat in einem Zeitungsinterview offene Kritik an der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsident Nicolas Sarkozy geübt. Zum Plan von von Merkel und Sarkozy, private Gläubiger an Staatsinsolvenzen zu beteiligen, sagte Rehn der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag): "Wir waren geschockt, das war nicht abgestimmt." Merkel und Sarkozy hatten sich im Oktober 2010 am Strand von Deauville geeinigt, private Investoren zur Kasse zu bitten. "Die Beteiligung privater Gläubiger haben wir damals für einen Fehler gehalten und sie ist in dieser Form jetzt wieder vom Tisch", so Rehn.

 

    Etliche Experten halten die Entscheidung, private Anleger beim griechischen Schuldenschnitt in die Pflicht zu nehmen, für eine wesentliche Ursache für den massiven Abverkauf von Staatsanleihen aus dem Euroraum. Ökonomen wie Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding oder Julius-Bär-Experte David Kohl glauben, dass das Vertrauen institutioneller Investoren in staatliche Schuldverschreibungen dadurch erschüttert wurde.

 

    Nachdem Banken und andere Großanleger sich im Zuge des Schuldenschnitts im großen Stil aus den Anleihemärkten der europäischen Krisenländer zurückgezogen haben, setzt sich diese Erkenntnis zunehmend auch in der Politik durch. So hat EU-Ratschef Herman Van Rompuy auf dem letzten Gipfel betont, die private Gläubigerbeteiligung werde auf dem eingeschlagenen Weg nicht weiter verfolgt und Griechenland bleibe eine absolute Ausnahme. Dennoch sind weiterhin viele Details zur künftigen Handhabe bei staatlichen Zahlungsausfällen unklar, so dass Investoren weiter fehlende Planungssicherheit beklagen./hbr/bgf

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