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22.10.2012 09:56

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Es wird weiter gerettet

METRO zu myNews hinzufügen Was ist das?


Nun kommt es so, wie ich es prognostiziert habe: es wird weiter „gerettet“. Die Troika nutzt jeden Strohhalm, jede Entschuldigung, Griechenland weiter Geld zu geben, damit es den Banken Geld gibt. Neue Mittel werden bereitgestellt.

Bei der Erpressbarkeit der europäischen – speziell deutschen – Politik ist das kein Wunder. Die Frage ist, ob wir überhaupt noch eine deutsche Politik haben.

Für uns als Aktienanleger ist das durchaus gut, mehr Geld, mehr Schulden, mehr Inflationsgefahr – und eine weitere Flucht in Sachwerte. Der Kursanstieg von Aktien und Gold kann weitergehen.

Richard Bernstein, der frühere Chefstratege von Merrill Lynch, sagt dem amerikanischen Aktienmarkt sogar eine Jahrhunderthausse voraus, welche diejenige von 1982 bis 2000 weit übertreffen soll. Da bin ich skeptisch. Die Übertreibungen des Jahres 2012 müssen nach den Beobachtungen meines Freundes Vitaliy Katsenelson in gleich großen Untertreibungen enden, bevor wirklich eine Hausse starten kann. Damit hätten wir noch fünf bis sechs Jahre insgesamt stagnierender Märkte vor uns.

Auch sind amerikanische Aktien viel teurer als zum Beispiel europäische Aktien.

Ich sehe also keine jahrelange Hausse. Aber ich sehe bei vielen europäischen Aktien 30, 50 oder 100 Prozent Potential. Das reicht mir für den Moment.

Und es gibt immer wieder Schnäppchen – also Aktien, die auf einmal extrem fallen und die Untertreibungen, die der Gesamtmarkt vielleicht noch vor sich hat, vorwegnehmen. Im Moment ist zum Beispiel die Aktie der Metro auf lächerliche 21 Euro gefallen. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis beträgt ungefähr 1.

Ja, das Unternehmen hat einige operative Probleme. Aber zur Unternehmenskette gehören Galeria Kaufhof, Saturn, Real und die Metro selbst. Das Unternehmen hat 3200 Standorte auf der ganzen Welt, einen echten Markt und echte Kunden. Da müssten 50 Prozent drin sein.

Die Ölkonzerne und Goldminenaktien sind noch recht billig. Auch japanische Aktien sind billig.

DeLclima ist ein Hersteller von Klimaanlagen und Heizungen, der als „Professional Segment“ von de Longhi abgespalten wurde. Die Familie de Longhi besitzt noch 75 Prozent der Aktien. Aus unserer Sicht hat die Aktie ein Potential von 75 bis 100 Prozent.

All dies sind leider nicht die Nestlés oder Coca-Colas dieser Welt, die wir als Basis immer noch für jedes Portfolio empfehlen. Diese Unternehmen sind allerdings fair bewertet. In der zweiten Reihe locken aber sehr, sehr viele Unternehmen mit sehr hohem Potential bei leicht erhöhtem Risiko.

Die Anleger beginnen zu verstehen, dass Aktien Sachwerte sind, trauen sich aber derzeit nur in die extrem sicheren Werte. Das eröffnet Chancen.

Prof. Dr. Max Otte ist Herausgeber des PRIVATINVESTOR (www.privatinvestor.de) und Geschäftsführender Gesellschafter der IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH. Ziel des Instituts ist die Aktienanalyse und die Entwicklung von Aktienstrategien für Privatanleger.Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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