19.11.2012 12:08
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Florian Homm über Value Investing

Prof. Otte-Kolumne

Max Otte
Der untergetauchte, berühmt-berüchtigte Hedegfondsmanager Florian Homm ist mit einen Buch zurück.
„Kopf Geld Jagd - Wie ich in Venezuela niedergeschossen wurde, während ich versuchte, Borussia Dortmund zu retten“ (Finanzbuchverlag).

Mein Verlag sandte mir das Buch noch vor dem offiziellen Erscheinen.

Es ist besser als ein Krimi. Wir erhalten Einblicke in einen extrem intelligenten, völlig skrupellosen Charakter, für den Geld, Sex, Erfolg und Sport alles sind. Eine integre Person aus seinem Umfeld wird übel beschimpft, während Halbkriminelle und wirkliche Gangster gut davonkommen.

Mit diesem Titel spielt Homm auch darauf an, dass auf seine Ergreifung von Privatdetektiven insgesamt 1,5 Mio. € ausgesetzt worden sind.

Homm hatte in den 90er und vor allem in den 2000er Jahren vielfach von sich reden gemacht – mit gewagten Spekulation am Rande und vielleicht außerhalb der Legalität, mit seinem Engagement bei Borussia Dortmund, mit seinem Streit mit Sixt, bei dem er klein beigeben musste.

Zu besten Zeiten maß sein Vermögen etliche hundert Millionen Dollar. Er hatte Privatjets, Villen, Boote. Heute sind, wenn man das Buch genau liest, vielleicht noch drei bis fünf Millionen davon übrig. Ironischerweise hat sein Treuhänder nach seinem Untertachen ausgerechnet mit Kapitalanlagen bei Bernie Madoff einen Großteil versenkt. Vielleicht rechnet sich Homm auch etwas arm, damit all diejenigen, die etwas von ihm wollen ihn nicht zu reich einschätzen. Aber wahrscheinlich ist wirklich der Großteil des Vermögens weg.

Nach seinem Bachelor in Harvard arbeitete Homm im Währungshandel an der Wall Street. Dann machte er seinen Master, ebenfalls in Harvard, und ging zu dem ultrakonservativen Fondshaus Fidelity, nach eigenen Aussagen, „um etwas zu lernen“. Dort arbeitete er auch mit der Fondslegende Peter Lynch.

Auf Seite 156 schreibt Homm über Value Investing: „Richtig angewendet erzeugt keine andere Anlagetechnik langfristig überlegenere, risikoangepasste Anlagerenditen. Zwar wenden nur weniger als zehn Prozent der Investmentmanager diese Technik diszipliniert, konsequent und konsistent an, aber diejenigen, die das tun, werden nicht überdurchschnittliche Kapitalzuwächse einfahren, sondern auch über reichlich Freizeit verfügen.

Und genau das ist der Punkt, an dem ich ein ganz persönliches Problem mit Value Investing hatte. Ich bin ein hyperaktiver Irrer und bestenfalls beschränkt normal. Als Konsequenz langweile ich mich schnell. Ich brauche ständige Adrenalinschübe, um bei Laune zu bleiben.“

Also, holen Sie sich Ihre Adrenalinschübe lieber nicht an der Börse. Wenn die Kurse fallen und Ihre Positionen im Minus sind, ist das anstrengend genug.

Zum Value Investing benötigen Sie Geduld. Und wenn Florian Homm es mit seiner extremen Intelligenz bertrieben hätte, wäre er heute immer noch steinreich.

Prof. Dr. Max Otte ist Herausgeber des PRIVATINVESTOR (www.privatinvestor.de) und Geschäftsführender Gesellschafter der IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH. Ziel des Instituts ist die Aktienanalyse und die Entwicklung von Aktienstrategien für Privatanleger.Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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