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01.10.2012 15:46

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KOLUMNE
PROF. OTTE-KOLUMNE

Gesund ist das alles nicht

Koninklijke KPN zu myNews hinzufügen Was ist das?


Nachdem Draghi und Bernanke noch einmal ihre Bazookas herausgeholt hatten, gab es ein massives Kursfeuerwerk.

Der PI Global erreichte ein neues Allzeithoch. Davon haben wir derzeit wieder drei Prozent abgegeben. Rauf, runter, rauf, runter – was gibt es Neues unter der Sonne? Leider zehrt das an den Nerven. Ich kann es nicht ändern.

Die Weltwirtschaft steuert weiter in die Krise. Mit immer stärkeren Medikamenten und Sedativa versuchen wir, die Weltwirtschaft am Laufen zu halten. Aber die Grenzen dieser Geldfiktivwirtschaft zeichnen sich deutlich aber. Gesund ist das alles schon lange nicht mehr.

Die allerbesten Investoren wissen: Die Zukunft ist IMMER unsicher. Und in diese Unsicherheit hinein müssen wir investieren. Sorgfältige Analysen, eine vernünftige Vermögensaufteilung und eine gute Titelauswahl können das Risiko verringern, aber es nicht abschaffen. Und wer heute Festgeld „kauft“, geht das größte Risiko von allen ein.

Immerhin: Endlich erkennen die Deutschen, dass Aktien auch Sachwerte sind. Im ersten Halbjahr 2012 stieg der Aktienbesitz um 1,5 Mio. Anleger oder 17 Prozent, wie es die neue Kurzstudie des Deutschen Aktieninstituts zeigt. Das lässt hoffen.

Meine grundlegenden Beobachtungen haben nach wie vor Bestand: Qualität ist mittlerweile – anders als 2008 bis 2009 ¬– fair bewertet. Anleger haben die Aktie wiederentdeckt und bevorzugen Qualität. Zykliker und „normale“ Unternehmen sind oftmals extrem billig.

Qualität ist die Basis für Ihr Depot. Es gibt keinen Grund, Qualitätstitel massiv abzustoßen.

Gold und Edelmetalle können Sie beim jetzigen Niveau aufstocken. Die Weltlage wird nicht gerade sicherer, und es kann nicht schaden, die Versicherungssumme etwas zu erhöhen.

Vernachlässigte europäische Zykliker sind die Renditebringer für Ihr Depot.

Derzeit ist der europäische Telekomsektor zu Ausverkaufspreisen zu haben, wobei wir u. a. Telefonica, KPN, Telekom Austria und Mobistar empfehlen. Teilweise werden da Dividendenrenditen von mehr als zehn Prozent bezahlt. Allerdings kann es auch Dividendenaussetzungen geben, wie der Fall von Telefonica zeigt. Dann wird der vorhandene Cash Flow allerdings genutzt, um Schulden zurückzuführen. Ein solcher Moment kann ein guter Kaufzeitpunkt sein, da sich dann Ängstliche von der Aktie verabschieden, während sich die Bilanzdaten verbessern müssen. Telefonica stieg seit der Dividendenaussetzung um 17 Prozent.

Solche Gelegenheiten gibt es derzeit in Europa viele – für Mutige und nicht für Ängstliche.

Prof. Dr. Max Otte ist Herausgeber des PRIVATINVESTOR (www.privatinvestor.de) und Geschäftsführender Gesellschafter der IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH. Ziel des Instituts ist die Aktienanalyse und die Entwicklung von Aktienstrategien für Privatanleger.Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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