11.02.2013 09:58
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Jetzt kommt bald der Crash! In Japan fängt es an!

Vor einigen Tagen wartete ich am Flughafen Zürich auf meinen Rückflug nach Köln. Da sprach mich ein alter Bekannter an, ein hervorragender Investor und Fondsmanager, der jetzt in Zürich lebt.
Dieser Investor hat ungefähr mein Alter und als relativ junger Mann im New-Economy-Boom schon sehr viel Geld verdient. Er hat in unseren Kreisen den Ruf eines „Vollgasstrategen“, was unseren Respekt für ihn in keinerlei Weise schmälert. Seit einigen Jahren ist er aber sehr pessimistisch und investiert nur noch sehr vorsichtig.

Nun scheint ihm der Zusammenbruch nahe. Die Notenbanken können nach seiner Meinung die Manipulation der Geldmenge nicht mehr lange aufrechterhalten. Als Erstes würden in Japan die Zinsen steigen müssen. Dann würde es relativ schnell einige Staatsinsolvenzen oder auch weiche Insolvenzen geben müssen. Er habe daher nur Aktien von Unternehmen mit extrem robusten Geschäftsmodellen.

Mag sein.

Oder auch nicht.

In meinen mittlerweile mehr als 20 Jahren als Investor habe ich gelernt, meinen Überzeugungen zu misstrauen, besonders, wenn sie sehr stark sind. Es ist paradox: Ich bin Volkswirt, gebe aber wenig auf volkswirtschaftliche Vorhersagen. Zu viel ist in dieser Welt im Moment im Fluss.

Gefühle können trügerisch sein, sowohl das Gefühl, vor einer Riesenchance zu stehen, als auch das Gefühl, dass nun alles zusammenbricht. Je mehr Sie sich von diesen Gefühlen frei machen, desto besser.

Wenn ich billige Investments sehe, kaufe ich. Wenn sie zu teuer werden, verkaufe ich. Daneben versuche ich, eine einigermaßen vernünftige Risikostreuung hinzubekommen. So hatten wir zum Beispiel zu keinem Zeitpunkt mehr als 20 Prozent des Fonds in Aktien der südeuropäischen Länder.

Derzeit wäre vielleicht die holländische KPN ein Nachkauf. Nachdem das Unternehmen eine Kapitalerhöhung angekündigt hat, fielen die Aktien kurzzeitig bis auf nahezu drei Euro. In unserem Bewertungsmodell ist das der absolut schlimmste vorstellbare Fall. Von diesem Niveau aus sollten 80 bis 100 Prozent leicht möglich sein.

Oder schauen Sie sich einmal die holländische Post, Postnl an. Die 30 Prozent, die das Unternehmen am Logistiker TNT Express hält, sind ca. eine Milliarde Euro wert. Die ganze holländische Post kostet an der Börse aber nur 730 Millionen Euro. Das ist schon mal einen Blick wert!

Prof. Dr. Max Otte ist Herausgeber des PRIVATINVESTOR (www.privatinvestor.de) und Geschäftsführender Gesellschafter der IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH. Ziel des Instituts ist die Aktienanalyse und die Entwicklung von Aktienstrategien für Privatanleger.Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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