PROF. OTTE-KOLUMNE
Wal-Mart hatte von den sechziger Jahren bis zur Jahrtausendwende eine gigantische Expansion hingelegt und den Aktionären einen Return von fast 100.000 Prozent beschert. Ab dem Jahr 2000 stolperte das Unternehmen etwas.
Das Management hat wohl die Konsequenzen daraus gezogen und achtet jetzt mehr auf die Marge als auf das Tempo. Warum schreibe ich Ihnen das?
Wal-Mart ist eigentlich seit dem Jahr 2000 auf meinem Radarschirm (wie auch auf den von Buffett). Ich hatte um 2008 herum kurz Aktien des Unternehmens. Neulich hat der Kurs in Dollar ein neues Allzeithoch erreicht. Der Kurs stieg in nicht ganz einem Jahr um 70 Prozent!
Wir hatten Wal-Mart nicht auf der Liste. Warum schreibe ich Ihnen das also?
Die Geschichte zeigt, dass Sie bei guten Unternehmen Geduld benötigen. Warum habe ich 2008 nicht gehalten? Bis heute gerechnet hätte ich inklusive Dividenden meine Zielrendite von 15 Prozent erhalten.
Kursänderungen kommen unvermutet und dann, wenn man sie am wenigsten erwartet. Ein mir bekannter Fondsmanager war zum Beispiel sehr von Rhön-Klinikum überzeugt und verkaufte die Akte dann doch, weil sich „nichts tat“. Dann kam die Übernahmeofferte durch Fresenius und die Aktie schoss um 60 Prozent nach oben. So geht es selbst erfahrenen Investoren.
Es mag an den Nerven zerren und nagen, aber Kurse lassen sich nicht vorhersagen. Manchmal dauert es zwei bis drei Jahre, bis das, was man sich ausgemalt hat, Wirklichkeit wird.
Es gibt noch einen Grund, warum ich Ihnen das schreibe. Hierzulande ist die Metro-Aktie mit dem Marken Metro, Real, Saturn, Kaufhof abgestürzt. Die Läden laufen aber gut. Ich habe Metro als Investmentidee bereits genannt. Auch hier könnte es dauern, bis die Idee sich realisiert, aber es wird sich höchstwahrscheinlich lohnen.
Prof. Dr. Max Otte ist Herausgeber des PRIVATINVESTOR (www.privatinvestor.de) und Geschäftsführender Gesellschafter der IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH. Ziel des Instituts ist die Aktienanalyse und die Entwicklung von Aktienstrategien für Privatanleger.Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.