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11.07.2011 13:45

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PROF. OTTE-KOLUMNE

Was ist eigentlich aus xyz geworden?

EON zu myNews hinzufügen Was ist das?


Kennen Sie die Rubrik „Was ist eigentlich aus xyz geworden“ in manchen Zeitschriften?

Oder: “Was macht eigentlich b?“ Ich lese das eigentlich immer ganz gerne. Das kann man aber auch für Aktien fragen. Was ist eigentlich aus Intershop geworden, das eine Zeitlang alle Wirtschaftsmagazine schmückte? (Lebt noch, aber sehr bescheiden). Gigabell? Verstorben. Und so weiter und so fort…

Aufschlussreich ist die Liste der zehn Unternehmen, mit denen man das Jahrzehnt überdauern kann, die die sehr angesehene amerikanische Zeitschrift Fortune im August 2000 veröffentlich hatte. (Im März des Jahres begann die Luft aus der Technologieblase zu entweichen.)

Die Liste enthielt Nokia, Nortel, Oracle, Broadcom, Enron, Viacom, Univision, Charles Schwab, Morgan Stanley und Genentech.

Das ist kein Witz. Es finden sich in diesem, auf Dauerhaftigkeit angelegten Portfolio vor allem Technologiewerte – und das nahe dem Höhepunkt der Technologieblase. Solide Markenartikler- und Konsumgüterunternehmen fehlen fast völlig. Etliche der aufgeführten Titel haben nicht überlebt.

Es kommt noch besser: die angegebenen Titel hatten zum Zeitpunkt der Empfehlung durch Fortune ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis von 341 (!). Ich wiederhole: Dreihunderteinundvierzig. Im Durchschnitt haben die Titel dann während des Jahrzehnts auch ca. 70 Prozent verloren.

Dabei ist Fortune kein Zockerbrief, sondern die angesehenste Wirtschaftszeitschrift des Landes. Vertrauen Sie also niemals Wirtschaftsjournalisten, auch nicht angesehenen. Die rennen prozyklisch dem Trend hinterher.

Als Anleger müssen Sie sich gegen den Trend stellen. Das ist verdammt schwierig. Viele schaffen es nicht. Wenn Sie E.ON oder RWE im Portfolio haben, werden Sie sich vielleicht ärgern und eine starke Versuchung verspüren, diese Titel zu verkaufen. Tun Sie es nicht! Diese Titel sind solide und dazu superbillig. Oder Mediaset.

Sie müssen auch in Bereichen suchen, wo sonst wenige Leute schauen. Heutzutage zum Beispiel in den europäischen Randstaaten. Vermeiden Sie „Rohstoffe“, „China“, „Emerging Markets“ und „Alternative Energien“. Das schauen sich viel zu viele an. Suchen Sie bei „Versorgern“, „europäischen Randstaaten“ und „Japan“. DAS sind billige Märkte. Wenn Sie zum Beispiel Energias de Portugal, Telecom Italia oder Telefonica kaufen, steigen Sie sehr billig ein. Das ist eine gute Voraussetzung.

Denken Sie daran: dauerhaft kein Geld zu verlieren ist erste Anlegerpflicht.

Prof. Dr. Max Otte ist Herausgeber des PRIVATINVESTOR (www.privatinvestor.de) und Geschäftsführender Gesellschafter der IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH. Ziel des Instituts ist die Aktienanalyse und die Entwicklung von Aktienstrategien für Privatanleger.Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Kommentare zu diesem Artikel

ValueBanker schrieb:
11.07.2011 22:43:35

Ok, danke für die schnelle Antwort.
Das KBV erschien mir halt auf den ersten Blick sehr hoch, zumal es im 6-Jahres-Durchschnitt mit 3,91 noch wesentlich schlechter ist.

Peter010186 schrieb:
11.07.2011 20:56:41

Ein höheres KBV kann zum einen durch vertseckte Werte in der Bilanz gerechtfertigt sein oder wenn das Unternehmen einen besonders hohen Ertragswert aufzeigt.

Das KBV ist zwar eine besonders gute Suchkennzahl,aber die Wirkungen der Kennzahlen untereinander sind maßgebend.

ValueBanker schrieb:
11.07.2011 19:52:03

Mich würde interessieren aus welchem Grund Sie Telefonica zur Zeit für sehr billig halten.
Auffällig ist das im Vergleich zur Konkurrenz sehr hohe KBV von 3, während die deutsche Telekom mit 1,2 oder Telecom Italia mit 0,6 hier wesentlich besser bewertet sind.

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