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09.01.2012 12:30

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KOLUMNE
PROF. OTTE-KOLUMNE

Wieder Griechenland

OTE Group zu myNews hinzufügen Was ist das?


Der neue Griechische Ministerpräsident warnte in einer Ansprache vor einer „katastrophalen Pleite“ des Landes...

... schon im März, wenn sein Land nicht weiter spart. Tabus beim Sparen dürfe es keine Geben.

Und prompt und berechenbar legen die Börsen, die sich in den letzten Tagen erholt hatten, den Rückwärtsgang ein.

Zu Recht sperren sich die Gewerkschaften gegen das Spardiktat. Ja, Griechenland ist ein korruptes Land, das von einer kleinen Clique von Superreichen beherrscht wird. Es herrschen dort eher orientalische als europäische Verhältnisse. Und dennoch geht es mit Sparen alleine nicht. Die Bevölkerung leidet. Sie hat bereits massive Anstrengungen hinter sich.

Denn es gibt zwei Tabus – die Vermögen der Superreichen und die Forderungen der Gläubiger, die wir alle durch den Rettungsfonds, EU-Steuergelder und Sparprogramme schützen. Wir müssen beginnen, Luft aus der Schuldenblase herauszulassen, indem die Schuldenschnitte durchgeführt werden. Wann werden endlich die Banken und Superreichen durch Schuldenschnitte und ein faires Steuersystem an den Kosten beteiligt? Beim Steuersystem bedürfte es nur einer Umstellung des griechischen (und auch deutschen Systems) auf U.S.-amerikanisches Recht: jeder Staatsbürger ist mit seinem gesamten Welteinkommen steuerpflichtig, egal, wo das Einkommen erzielt wird. Und schon wäre die Kapitalflucht aus dem Land deutlich weniger attraktiv.

So wird sich das Drama noch eine Weile hinziehen. Ich kann Ihnen nicht sagen, ob die EU eine griechische Insolvenz zulassen wird. Das ist wohl eher nicht der Fall, aber auszuschließen ist es nicht. Eine solche Insolvenz führt auch zur Schuldenreduzierung. Und Banken sowie andere Finanzdienstleister wären beim nächsten Griechenland etwas vorsichtiger, leichtfertig hohe Milliardenbeträge zu Minizinsen zu verleihen.

Ich habe begonnen, meine griechischen Aktienpositionen aufzustocken, zum Beispiel Hellenic Telekom (WKN: 903465), an der die deutsche Telekom maßgeblich beteiligt ist. Das Unternehmen hat ein KGV von 4,5 und eine Dividendenrendite von nahezu 8 Prozent. Auch wenn es keine neuen Anleihen begeben kann, reicht der Cash-Flow, um den Refinanzierungsbedarf zu decken.

Bei diesen Kursen und Preisen finde ich das sehr attraktiv. Ich werde aber immer darauf achten, das Griechenland nicht mehr als wenige Prozent meines Fonds ausmacht, und die Südländer insgesamt nicht mehr als 15 Prozent.

Prof. Dr. Max Otte ist Herausgeber des PRIVATINVESTOR (www.privatinvestor.de) und Geschäftsführender Gesellschafter der IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH. Ziel des Instituts ist die Aktienanalyse und die Entwicklung von Aktienstrategien für Privatanleger.Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Kommentare zu diesem Artikel

eddykus schrieb:
10.01.2012 00:34:25

keiner geht in der EU pleite-aus der EZB wird eine EBB und gut ist-die Notenpressen routieren weiter nur schneller

belfegore schrieb:
09.01.2012 21:40:01

.-ausserdem sollte der griechische Fiskus nicht vergessen das er noch 30 MRD ausstehende Steuern einzutreiben hat. OK, EU-Gelder zu nehmen , die ihm aufgedrängt werden, ist natürlich einfacher.

belfegore schrieb:
09.01.2012 21:34:01

..verehrter Herr Otte, ich bin Ihrer Meinung, wie im 4ten Absatz
beschrieben, mit einer kleinen Abweichung - nicht !endlich die Banken etc!sondern alle die für dieses Debakel Mitverantwortung tragen, also auch die EU-Kommissare. Natürlich mit ihrem
gesamten Vermögen!

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