07.08.2013 07:35
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Klöckner & Co reduziert Verlust

Prognose gesenkt

Die Stahlkrise in Europa macht dem Duisburger Stahlhandelskonzern Klöckner & Co (KlöCo) weiter schwer zu schaffen.

Der Stahlhandelskonzern Klöckner & Co arbeitet sich mit seinem harten Sparprogramm allmählich aus der Branchenkrise und wird wieder optimistischer. Vorstandschef Gisbert Rühl äußerte am Mittwoch die Hoffnung, dass angesichts aktuell leicht steigender Stahlpreise das Schlimmste vorüber ist. Er deutete zugleich an, dass sein Unternehmen schon bald einen neuen Zukauf präsentieren wird. Die Aktie legte deutlich zu. Bis zum Mittag stieg der Kurs um fast sieben Prozent und war damit bester Wert im MDAX.

Wie erwartet kappte der Konzern aber zunächst die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Nun erwartet KlöCo auch offiziell nur noch ein stagnierendes operatives Ergebnis (EBITDA) von etwa 140 Millionen Euro - Experten hatten ohnehin schon länger nicht mehr an das alte Ziel von 200 Millionen Euro geglaubt. Rühl selbst hatte wegen der schwachen Nachfrage in Europa und des hohen Preisdrucks ein dickes Fragezeichen hinter die Prognose gesetzt. Bei der Prognose sind die Kosten für das Sparprogramm von in etwa 18 Millionen Euro ausgeklammert.

NETTOGEWINN 2014 IM BLICK

Unter dem Strich rechnet der Vorstand in diesem Jahr erneut mit einem Verlust. 2014 soll es dann wieder schwarze Zahlen geben. Dazu soll vor allem das Sparprogramm beitragen. Das EBITDA soll sich im Vergleich zu 2011 um insgesamt 160 Millionen Euro verbessern. Damit sieht sich KlöCo in der Lage, einen Großteil der Belastungen wegen der schwachen Stahlpreise und der geringen Nachfrage vor allem in Europa wettzumachen. Zudem baut der Konzern auf eine Wirtschaftsbelebung in den USA.

Im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Fehlbetrag von 4 Millionen Euro. Das war etwas besser als von Analysten erwartet. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen 39 Millionen Euro Minus gemacht. Der Umsatz ging wegen der schwachen Nachfrage und der Aufgabe von wenig profitablen Standorten um gut 13 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück. Der operative Gewinn stieg um fast ein Drittel auf 43 Millionen Euro. Darin enthalten sind neben den Kosteneinsparungen auch 7 Millionen Euro aus der Auflösung von Pensionsrückstellungen.

FRÜHZEITIG AUF KRISE GESCHALTET

"Auch wenn wir mit der Ergebnissituation alles andere als zufrieden sind, zeigen die Zahlen, dass es uns durch die Restrukturierungsmaßnahmen zunehmend gelingt, den Ergebnisbelastungen aus der erneut negativen Marktentwicklung aus eigener Kraft entgegenzuwirken", sagte Rühl. Die Stahlbranche kämpft vor allem in Europa mit massiven Überkapazitäten und einem harten Preisverfall. Die meisten Hersteller schreiben rote Zahlen. Die deutsche Nummer zwei, Salzgitter, steht vor harten Einschnitten.

KlöCo selbst hatte schon vor zwei Jahren auf den Abwärtstrend in der Stahlbranche reagiert und ein hartes Sparprogramm aufgelegt. Dabei trennte sich das Unternehmen von unrentablen Standorten. Aus Osteuropa zog es sich ganz zurück. Im Mai erweiterte der Vorstand die Einschnitte noch einmal. Nun soll die Zahl der Stellen im Vergleich zu Mitte 2011 um gut 2.000 auf 9.700 sinken, 1.800 sind bereits abgebaut. Weitere Standorte in Frankreich und den USA werden bis Jahresende geschlossen.

Von einst 290 Einheiten sollen rund 220 übrig bleiben. Rühl gab sich zuversichtlich, dass das Sparprogramm Ende des Jahres abgeschlossen ist. "Wir sind es auch unseren Mitarbeitern schuldig, den Blick wieder nach vorn zu richten."

KEIN INTERESSE AN ZUSAMMENARBEIT MIT INTERFER

Den Bemühungen des Essener Konkurrenten Interfer um eine engere Zusammenarbeit erteilte Rühl eine Absage. Dessen Eigentümer, der Milliardär Albrecht Knauf, hatte zu Jahresbeginn knapp 8 Prozent der KlöCo-Anteile gekauft. Rühl betonte, dass KlöCo von einer Integration mit Interfer keine Vorteile habe. "Dann kommen nur neue Restrukturierungskosten auf uns zu." Auch Größeneffekte etwa beim Einkauf gebe es für KlöCo nicht.DUISBURG (dpa-AFX)

Bildquellen: Klöckner & Co SE

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