Die europäische Schuldenkrise beeinträchtigt die Nachfrage, während der starke
Wechselkurs des
Yen gleichzeitig die Gewinne drückt. Auch der kostspielige Firmenumbau hat das aktuelle Quartalsergebnis belastet.
Im Juniquartal hat
Sony einen Nettoverlust von 24,64 Milliarden Yen (314 Millionen US-Dollar) eingefahren. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen im gleichen Zeitraum noch einen Verlust von 15,50 Milliarden Yen verbucht. Einer Umfrage von Thomson Reuters zufolge hatten Analysten im Schnitt nur einen Verlust von 1,23 Milliarden Yen erwartet.
Der operative Gewinn ging im Jahresvergleich um 77 Prozent zurück auf 6,28 Milliarden Yen. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang von 36 Prozent auf 17,57 Milliarden Yen gerechnet. Der Umsatz stieg um 1,4 Prozent auf 1,515 Billionen Yen.
Starke Abhängigkeit von Europa problematisch
Die Nettogewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr per März 2013 wurde von Sony von 30 auf 20 Milliarden Yen gesenkt. Laut Bloomberg haben Analysten bislang mit einem Gewinn von 10,8 Milliarden Yen gerechnet. Der operative Gewinn soll 130 Milliarden Yen betragen. Ursprünglich hatte Sony 180 Milliarden Yen in Aussicht gestellt. Der Umsatz wird voraussichtlich 7,4 Billionen Yen betragen.
Für das laufende Jahr wurde die Absatzprognose im TV-Segment von 17,5 auf 15,6 Millionen Einheiten nach unten korrigiert. Das Absatzziel für Kameras hat Sony von 21 auf 18 Millionen gekürzt und im PC-Sektor von 10 auf 9,2 Millionen Einheiten. Nur das Verkaufsziel für Smartphones wurde von 33,3 auf 34,0 Millionen Einheiten leicht erhöht.
In den vergangenen vier Jahren hat Sony konstant rote Zahlen geschrieben. Im Geschäftsjahr 2011/2012 war beim Nettogewinn ein Rekordverlust von 455 Milliarden Yen angefallen und ein operativer Verlust von 67 Milliarden Yen. Erschwerend kommt derzeit die Euro-Krise hinzu, da Sony etwa 20 Prozent des Gesamtumsatzes in diesem Markt generiert. Bei den Konkurrenten wie zum Beispiel Panasonic und Sharp beträgt dieser Anteil lediglich 10 Prozent.
EMFIS.COM - Tokio 02.08.2012 (www.emfis.de)