22.08.2013 10:19

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QUANTITATIVE EASING

Fed lässt Anleger bei Anleihenkäufen weiter im Dunklen


Der geldpolitische Ausschuss der US-Notenbank (FOMC) steht hinter dem von US-Notenbankchef Ben Bernanke signalisierten Beginn der Drosselung des Anleihekaufprogramms noch in diesem Jahr.

"Fast alle Mitglieder sind weitgehend zufrieden mit dieser Absicht", heißt es im Protokoll (Minutes) der Sitzung vom 30. und 31. Juli. Zudem waren sich fast alle Mitglieder einig, dass auf dieser Sitzung noch keine Änderungen angesagt war.

"Wenige Mitglieder haben jedoch Geduld bei der Rückführung des Programms angemahnt." Man solle zuerst noch weitere Wirtschaftsdaten abwarten, bevor man über Änderungen des Programms entscheidet, heißt es in den Minutes. Einige wenige andere Mitglieder forderten hingegen, eine baldige "gewisse Verlangsamung" der Anleihekäufe.

FED KAUFT DERZEIT FÜR 85 MRD USD ANLEIHEN IM MONAT

Die Notenbank kauft derzeit Anleihen im Wert von 85 Milliarden US-Dollar im Monat. Die Fed hatte diese drittes Anleihekaufprogramm (QE3) im Dezember 2012 beschlossen. Kurz darauf setzte jedoch angesichts der verbesserten Wirtschaftslage schon die Debatte darüber ein, wann die Käufe zurückgeführt werden. US-Notenbankchef Bernanke hatte auf der Sitzung am 19. Juni erstmals einen Zeitplan für die Rückführung des dritten Anleihekaufprogramms signalisiert.

Demnach könnten die Käufe im laufenden Jahre gedrosselt werden und im kommenden Jahr beendet werde. Entscheidend sei hierfür aber die wirtschaftliche Entwicklung und vor allem die Lage am Arbeitsmarkt. Die Mehrheit der Beobachter geht vom Beginn der Rückführung noch im September aus. Viele Experten halten dies auch im Dezember für möglich. Die Experten der Deutschen Bank halten den Start im kommenden Monat weiter für möglich. Die jüngsten Aussagen von Vertretern der US-Notenbank deuteten darauf hin, heißt es in einer am Mittwochabend veröffentlichten Studie. Entscheidend dürfte demnach der Arbeitsmarktbericht für den August sein.

EINIGE WEGEN RENDITEANSTIEG BESORGT

Die Spekulationen über das Programm hatten zuletzt immer wieder Reaktionen an den Finanzmärkten ausgelöst. Die Renditen von US-Staatsanleihen waren gestiegen. Dies galt auch für die Staatsanleihen anderer als sicher gelten Anleihen wie deutschen Bundesanleihen. "Nach Einschätzung einiger Mitglieder haben sich die Bedingungen an den Finanzmärkten merklich verschärft." Sie äußerten die Sorge, dass die gestiegenen langfristigen Zinsen die Konsumausgaben und das Wirtschaftswachstum belasten könnten. Andere Mitglieder sahen aber hier geringere Auswirkungen.

Einige Mitglieder begrüßten jedoch diesen Anstieg der Zinsen, da so riskante Investitionen zurückgeführt würden. Das Programm habe zwar dazu beigetragen, die Arbeitslosigkeit zu vermindern, aber gleichzeitig auch die Investitionen in Risikopapiere begünstigt. In den vergangen Tagen hat sich der Rückzug aus den Anleihen und Währungen von einigen asiatischen Schwellenländern wie Indien verschärft.

VERHALTENE MARKTREAKTION

Die Märkte reagierten nur verhalten auf die Minutes. US-Aktien und Anleihemärkte gerieten zunächst etwas unter Druck. Auch der Eurokurs gab zum Dollar nach. Die Marktentwicklung kehrte sich jedoch rasch wieder um./jsl/he

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Albert H. Teich / Shutterstock.com

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Kommentare zu diesem Artikel

benharper77 schrieb:
22.08.2013 07:22:12

Lächerlich. 85 mrd. Das ist nichts bei den Umsätzen an den US Börsen. Die Korrektur stand sowieso vor der Tür

crunchy schrieb:
Wertung: 5/5

21.08.2013 21:28:54

Ich freue mich schon auf die Minutes der EZB, die genauso unkonventionell handelt, wie römische Kaiser. Ob der Goldgehalt gesenkt oder virtuell gedruckt wird, alles unkonventionell!

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