Die Schwäche in Europa habe sowohl das Gesundheitsgeschäft als auch die Preisentwicklung im Lichtgeschäft für Konsumenten belastet, sagte der seit Frühjahr 2011 amtierende Konzernchef Frans van Houten am Dienstag. Für das vierte Quartal rechnet er nun mit einem Umsatzwachstum im Jahresvergleich im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das operative Ergebnis (EBITA) dürfte bei rund 500 Millionen Euro liegen. Gemessen am Umsatz entspreche dies einer Marge von rund sieben bis acht Prozent.
Philips Electronics-Aktien brachen in einem festen Markt ein und rutschten mit Abschlägen von sieben Prozent an das Ende im
Eurostoxx 50.
Trotz der enttäuschenden Entwicklung im vierten Quartal zeigte sich Van Houten aber zuversichtlich, die Mittelfristziele für 2013 zu erreichen. Philips hatte den Umbau nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal forciert und den Abbau von rund 4.500 Stellen angekündigt. Die Gesellschaft peilt mittelfristig ein Umsatzwachstum von vier bis sechs Prozent an. Beim Ergebnis vor Zinsen Steuern und Abschreibungen (EBITA) werden zehn bis zwölf Prozent angestrebt.
FERNSEHGESCHÄFT AUSGEKLAMMERT
Bei den genannten Zahlen werde das Fernsehgeschäft nicht berücksichtigt, hieß es. Die Abgabe des problematischen Geschäfts an den chinesischen Partner TPV hatte sich zuletzt verzögert. Erst mit Ablauf des ersten Quartals 2012 werde die Ausgliederung in ein Gemeinschaftsunternehmen mit TPV klappen, hieß es Anfang November. Eigentlich wollten die Niederländer das seit langem verlustreiche Sorgenkind schon Ende 2011 losschlagen. Schwierige Verhandlungen verzögerten den Schnitt. Der Konkurrent des deutschen Konzerns Siemens will seine Bilanz am 30. Januar veröffentlichen.
Im Gesundheitsgeschäft dämpfte Philips die Umsatzerwartungen für das vierte Quartal trotz einer starken Entwicklung in den USA. Grund seien schwache Umsätze in Europa. Insgesamt geht der Konzern für dieses Geschäftsfeld nun von einem Umsatzwachstum im vierten Quartal im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Im Lichtgeschäft peilt Philips ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Ein niedriges einstelliges Wachstum erwartet Philips auch für das Geschäft mit Konsumelektronikgeschäft im vierten Quartal.
AUCH SIEMENS DÄMPFT ERWARTUNGEN
Auch Siemens Finanzvorstand Jo Kaeser dämpfte in einem Interview die Erwartungen. Siemens-Aktien standen ebenfalls unter Druck. Sie gaben in einem festen Marktumfeld als Dax-Schlusslicht mehr als zwei Prozent nach. Händler verwiesen auf die Aussagen von Finanzvorstand Jo Kaeser. In einem Interview sagte der Manager, die bislang angestrebten Jahresziele seien "ambitioniert". Ein Börsianer betonte, ihm gefalle diese Aussage nicht. Sie klinge wie eine eine leichte Gewinnwarnung und zeige, dass die Schwierigkeiten seit November wohl zugenommen haben. Auch die Aussagen von Philips belaste und drücke entsprechend auf den Siemens-Kurs.
AMSTERDAM (dpa-AFX)