LONDON/ESSEN (dpa-AFX) - Die Ratingagentur Moody's prüft eine Herabstufung der Bonitätsnote des angeschlagenen Industriekonzerns
ThyssenKrupp. Falls die Experten den Daumen senken, würden die Anleihen der Essener ihren Investmentstatus verlieren und auf Ramschniveau fallen. Die Agentur verwies am Donnerstag als Begründung auf den Milliardenverlust in abgelaufenen Geschäftsjahr, den allgemeinen Abwärtstrend und einen schwachen Ausblick. Hohe Verluste mit den zum Verkauf stehenden Stahlwerken in Brasilien und den USA hätten zudem den Schuldenstand des Konzerns erhöht, teilte Moody's London weiter mit.
Bislang bewertet Moody's die Kreditwürdigkeit des Essener Stahl- und Industriekonzerns mit der Note Baa3. Eine Herabstufung würde bedeuten, dass Moody's nach eigener Definition bei Anleihen von ThyssenKrupp "spekulative Elemente" und ein "erhebliches Kreditrisiko" erkennt. In der Moody's-Mitteilung hieß es weiter, falls es zu einer Abwertung komme, sei davon auszugehen, dass diese auf eine Ratingstufe begrenzt sei. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte den deutschen Stahlkonzern bereits 2009 als riskante Anlage eingestuft und im Juni die Bewertung noch einmal gesenkt.
ThyssenKrupp hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund hoher Abschreibungen auf Steel Americas einen Verlust von fünf Milliarden Euro aufgetürmt. Deshalb strich der Konzern die Dividende und kündigte am Dienstag eine radikalen Umbau an. Die Börsen hatten auf diese Ankündigung nach anfänglichem Schock positiv reagiert./hossku/stk/enl/fbr