23.02.2013 12:45
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RATING/ROUNDUP 2: Großbritannien verliert Top-Bonität bei Ratingagentur Moody's

    (Neu: Reaktion der Regierung, weitere Details)

 

    LONDON (dpa-AFX) - Rückschlag für Großbritannien: Erstmals hat eine der drei großen Ratingagenturen dem EU-Land die Bestnote bei der Kreditwürdigkeit entzogen. Moody's senkte den Daumen und stufte die Bonität der Briten von Aaa um eine Stufe auf Aa1 herab. Ursachen seien die schwache Konjunktur und die steigende Verschuldung, teilte die US-Ratingagentur am Freitagabend in London mit. Die mittelfristige Wachstumserwartung für Großbritannien sei "schleppend", heißt in der Mitteilung, der Schuldenstand liegt bei knapp 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

 

    Auch die anderen beiden großen Ratingagenturen, Standard & Poor's (S&P) und Fitch, haben die drittgrößte Volkswirtschaft der EU seit geraumer Zeit auf einem negativen Ausblick. Das bedeutet, dass eine Herabstufung wahrscheinlicher geworden ist. Im Zuge der Finanz- und Schuldenkrise haben mehrere große Industriestaaten bereits ihre Top-Bewertung verloren. Nur noch wenige Länder erhalten die Spitzennote von allen drei Ratingagenturen, darunter Deutschland. Die USA und Frankreich gehören dem exklusiven Klub bereits nicht mehr an.

 

    Großbritannien will angesichts der Entscheidung nicht von seinem Sparkurs abweichen. Der Schritt von Moody's sei eine "deutliche Erinnerung" an die Schuldenprobleme, vor denen Großbritannien stehe, sagte Schatzkanzler George Osborne nach der Bekanntgabe. Er kündigte an, die Regierung werde bei ihrem Sparkurs bleiben. "Diese Entscheidung schwächt nicht unsere Entschlossenheit, mit dem Plan zur wirtschaftlichen Erholung fortzufahren, sie verdoppelt sie", sagte der Finanzminister.

 

    Osborne hatte bereits im Dezember einräumen müssen, dass der Schuldenabbau mangels Wachstum nicht vor dem Haushaltsjahr 2015/2016 gelingen könne. Dennoch gibt es einen Lichtblick im Urteil von Moody's: Der Ausblick ist nun "stabil", eine weitere Herabstufung droht damit erst mal nicht.

 

    Die 2010 angetretene Regierung von Premierminister David Cameron hatte versucht, die Neuverschuldung mit massiven Haushaltskürzungen in den Griff zu bekommen. Das Konzept ging bisher jedoch nicht auf. Experten gehen davon aus, dass das Haushaltsdefizit von zuletzt knapp sieben Prozent 2013 wieder steigen wird. Die Regierung hatte sich etwas Linderung von der Versteigerung von 4G-Mobilfunklizenzen versprochen. Die Auktion spülte Mitte vergangener Woche allerdings 1,2 Milliarden Pfund weniger in die Staatskasse als erhofft.

 

    Lange hatte Großbritannien in der Eurokrise als sicherer Hafen für Anleger gegolten, die Staatsanleihen des Landes waren ähnlich wie die der USA und Deutschland stark gefragt. Inzwischen wandelt sich diese Einschätzung etwas, da die Risiken stärker wahrgenommen werden. Der Kurs des britischen Pfundes ist seit Monaten auf Talfahrt, sowohl im Vergleich zum Euro als auch zum US-Dollar. Die britische Notenbank setzt ungeachtet einer im EU-Vergleich relativ hohen Inflation auf eine lockere Geldpolitik./sv/dm/DP/zb

 

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