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30.01.2012 17:53

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ROUNDUP 2: ABB auf Einkaufstour in USA - Übernahme für 3,9 Milliarden Dollar

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    ZÜRICH (dpa-AFX) - Der Energie- und Automationstechnikkonzern ABB geht in den Bereinigten Staaten auf Einkaufstour. Für 3,9 Milliarden Dollar (rund 3 Mrd Euro) will der Schweizer Konzern den amerikanischen Spezialisten für Niederspannungsprodukte Thomas & Betts übernehmen. Weitere Übernahmen seien geplant, teilte ABB-Chef Joe Hogan am Montag in Zürich mit.

 

    Bis 2015 sollen insgesamt 9 bis 18 Milliarden Dollar in Übernahmen investiert werden. Durch die Thomas & Betts-Übernahme wachse der potenzielle Markt für ABB im Bereich der Niederspannung auf einen Schlag von bisher 13 Milliarden Dollar auf 24 Milliarden, hieß es bei dem in einigen Sparten mit Siemens konkurrierendem Unternehmen. Weltweit wird dieser Markt auf 85 Milliarden Dollar geschätzt.

 

    Den Aktionären von Thomas & Betts bietet ABB 72 Dollar je Aktie. Dies sei ein Aufschlag von 24 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitagabend. ABB will die Übernahme bis Mitte des Jahres abgeschlossen haben. Der Verwaltungsrat des US-Unternehmens habe dem Übernahmeplan zugestimmt.

 

    Die Schweizer bauen ihre Präsenz in den Vereinigten Staaten auch aus, um dort künftig über ein eigenes Vertriebssystem verfügen zu können. "Wir haben großartige Produkte, aber keine Vertriebswege", erklärte Tarak Mehta, Leiter des Bereichs Niederspannung.

 

    Demgegenüber werden die Vertriebskanäle von Thomas & Betts als "hervorragend" gelobt. Die Marken und Produktnamen von Thomas & Betts sollen auch deshalb beibehalten werden. Zudem verspricht sich ABB durch den Zukauf Einspareffekte von rund 200 Millionen Dollar jährlich.

 

    Finanziert wird die Thomas & Betts-Übernahme mit einem Kredit in Höhe von 4 Milliarden Dollar von der Bank of America Merrill Lynch. Die Rückzahlung soll durch eine Kombination von Barmitteln und Anleihen erfolgen.

 

    Übernahmen sollen bei ABB in den nächsten fünf Jahren rund 3 bis 4 Prozent zum Wachstum des Konzerns beitragen. Anfang 2011 hatte ABB für 4,2 Milliarden Dollar das US-Unternehmen Baldor Electric übernommen sowie zahlreiche kleinere Transaktionen getätigt.

 

    Der Konzern war 1988 aus der Fusion des schwedischen Unternehmens ASEA und des Schweizer Konkurrenten BBC entstanden und kaufte Anfang der 90er Jahre zahlreiche Unternehmen zu. Dabei wurde dem Unternehmen der Kauf des US-Konzerns Combustion Engineering (C-E) zum Verhängnis. Die Schweizer mussten wegen Asbestklagen gegen das US-Unternehmen rund zwei Milliarden Dollar Schadensersatz zahlen. In der Folge trennte sich ABB wieder von C-E sowie von zahlreichen anderen Sparten./zb/bur/stb/hoe

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