15.02.2013 12:21
Bewerten
 (0)

ROUNDUP 2/Andere Batterien: Airbus zieht Konsequenzen aus Boeings Debakel

    (Neu: Arbeit am Lithium-Ionen-Konzept, Boeings Zwischenlösung, Aktienkurs)

 

    TOULOUSE (dpa-AFX) - Der Flugzeugbauer Airbus zieht die Konsequenzen aus dem Batterie-Debakel um Boeings "Dreamliner"-Jets. Das jüngste Airbus-Modell, der Langstreckenflieger A350, soll anstelle der umstrittenen Lithium-Ionen-Batterien mit herkömmlichen Akkus an den Start gehen. "Wir haben uns für Nickel-Cadmium-Akkus entschieden, damit wir unseren Lieferzeitplan einhalten können", sagte eine Airbus-Sprecherin am Freitag in Toulouse. Airbus will verhindern, dass Boeings Probleme mit der Lithium-Ionen-Technik die A350 ausbremsen. Mitte 2013 soll der Airbus-Flieger erstmals abheben. Die erste Auslieferung ist bis Ende 2014 vorgesehen.

 

    Die Aktie des Airbus-Mutterkonzerns EADS arbeitete sich nach anfänglichen Verlusten in die Gewinnzone vor. Um die Mittagszeit lag sie an der Pariser Börse mit 0,32 Prozent im Plus bei 34,995 Euro und gehörte zu den stärkeren Werten im französischen Index CAC-40.

 

    Nach einem Brand in einem "Dreamliner" von Japan Airlines (JAL) in Boston und der Notlandung eines Jets von All Nippon Airways (ANA) hatten Behörden Mitte Januar ein Flugverbot für das Boeing-Modell (Boeing) verhängt. In beiden Fällen gelten die Lithium-Ionen-Batterien als Ursache: Beim ersten Jet war eine Batterie in Flammen aufgegangen. Die Notlandung war eine schmorenden Batterie geschuldet.

 

    Die 50 bereits ausgelieferten Maschinen des Typs sind nun in alle Welt zerstreut an den Boden gefesselt. Ähnlich viele fertige und fast fertige Maschinen darf Boeing bis auf Weiteres nicht ausliefern. Früheren Aussagen der US-Behörden zufolge soll das Flugverbot erst aufgehoben werden, wenn die Ursache der Brandgefahr gefunden und zuverlässig beseitigt ist.

 

    Unklar bleibt daher, unter welchen Bedingungen diese als besonders leistungsfähig geltende Technik künftig für Flugzeuge zugelassen wird. Airbus halte seine eigentlich für die A350 vorgesehene Lithium-Ionen-Technik weiterhin für sicher und arbeite parallel an deren Marktreife, sagte die Sprecherin. Airbus bezieht die Akkus für die A350 von dem französischen Hersteller Saft, bei Boeings "Dreamliner" ist ein Typ der japanischen Firma GS Yuasa im Einsatz. Auch sonst gibt es bei der Stromversorgung der Flugzeuge Unterschiede. Mögliche Verzögerungen bei der Zulassung will Airbus jedoch nicht riskieren.

 

    Weiterhin soll die A350 Mitte 2013 zu ihrem ersten Testflug abheben. Die erste Maschine soll im zweiten Halbjahr 2014 ausgeliefert werden. Die Alternativlösung mit klassischen Nickel-Cadmium-Akkus hat Airbus bei der Entwicklung des neuen Fliegers nach eigenen Angaben bereits früher in seine Planung aufgenommen, um nicht auf Gedeih und Verderb auf die neue Technologie angewiesen zu sein. "Wir denken daher nicht, dass die Entscheidung unseren Zeitplan beeinträchtigt", sagte die Sprecherin.

 

    Boeing droht unterdessen die Zeit davonzulaufen. Einem Pressebericht zufolge versucht der Hersteller inzwischen, das Flugverbot für den "Dreamliner" mit einer Übergangslösung abzukürzen. Dabei gehe es um eine Trennung der Batteriezellen und einen besseren Schutz vor Feuchtigkeit, hatte das "Wall Street Journal" in dieser Woche berichtet. Damit wolle Boeing die Gefahr von Kurzschlüssen und Bränden verringern. Allerdings sei unklar, ob die US-Behörden bei einer solchen Zwischenlösung mitspielen würden.

 

    Für Fluggesellschaften, die den "Dreamliner" bestellt haben, bedeuten die Probleme ärgerliche Verzögerungen. Der Billigflieger Norwegian Air Shuttle muss sich bereits darauf einstellen, dass er seine für April und Juni erwarteten ersten beiden Maschinen erst später erhält. Insgesamt haben Fluglinien in aller Welt noch rund 800 "Dreamliner" bestellt. Probleme bei der Entwicklung des Jets, der zu großen Teilen aus leichten Karbonfaser-Verbundstoffen besteht, hatten bereits die Auslieferung des ersten Exemplars um mehr als drei Jahre verzögert. Auch Airbus setzt bei seinem Konkurrenzmodell A350 in großem Stil auf Karbonfaser-Teile./stw/fn/stb

 

Nachrichten zu Boeing Co.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Boeing Co.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
23.06.2016Boeing overweightMorgan Stanley
01.06.2016Boeing SellGoldman Sachs Group Inc.
28.04.2016Boeing HoldCanaccord Adams
28.04.2016Boeing SellGoldman Sachs Group Inc.
28.04.2016Boeing Sector PerformRBC Capital Markets
23.06.2016Boeing overweightMorgan Stanley
28.04.2016Boeing buyJefferies & Company Inc.
12.02.2016Boeing buyJefferies & Company Inc.
28.01.2016Boeing BuyCanaccord Adams
22.01.2016Boeing buyJefferies & Company Inc.
28.04.2016Boeing HoldCanaccord Adams
28.04.2016Boeing Sector PerformRBC Capital Markets
28.04.2016Boeing HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
03.03.2016Boeing HoldCanaccord Adams
29.01.2016Boeing HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
01.06.2016Boeing SellGoldman Sachs Group Inc.
28.04.2016Boeing SellGoldman Sachs Group Inc.
17.02.2016Boeing SellGoldman Sachs Group Inc.
17.01.2013Boeing verkaufenBB&T Capital Markets
25.10.2012Boeing sellSociété Générale Group S.A. (SG)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Boeing Co. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

Nach Brexit-Entscheid: DAX geht mit kräftigem Abschlag ins Wochenende -- US-Börsen massiv im Minus -- Briten stimmen für EU-Ausstieg -- Staatsanwaltschaft durchsucht Zentrale von thyssenkrupp

Erneut Warnstreiks bei Amazon in Leipzig. Lufthansa Cargo verlangt von Mitarbeitern Gehaltsverzicht. Deutsche Post verliert Finanzvorstand Rosen. Aktiencrash hat offenbar fünf Billionen Dollar vernichtet. Brexit Step-by-step: So geht's für die Briten jetzt weiter.
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Der World Wealth Report 2016
Hier ist Leben preiswert!

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Marke ist die teuerste?
Volatilität in Schwellenländern
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Welches Land gewann am häufigsten die europäische Fußballkrone?
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Am Donnerstag, den 23. Juni blicken die Anleger mit Spannung auf das EU-Referendum der Briten. Welchen Ausgang erwarten Sie?