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03.07.2009 17:06

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ROUNDUP 2: Autobranche droht Absturz nach Abwrackboom

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    MÜNCHEN (dpa-AFX) - Nach dem Verkaufsboom durch die Abwrackprämie droht der Autobranche in Deutschland ein harter Absturz im Jahr 2010. "Nächstes Jahr bricht uns die Welt zusammen", sagte der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen am Freitag bei einer "Handelsblatt"-Tagung zur Automobilindustrie in München. Die Neuzulassungen könnten dann von 3,4 Millionen auf 2,8 Millionen sinken, zahlreiche Insolvenzen seien absehbar. "Die Abwrackprämie ist ein Riesenrisiko."

    Eine Verlängerung der Prämie kommt aber nicht Frage. Zum Jahresende werde die Prämie unwiderruflich auslaufen, sagte Jochen Homann, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium bei der Tagung. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, hatte am Donnerstag bereits klargestellt, dass sich der Verband nicht für eine Aufstockung der Bundesmittel einsetzen will.

ABWRACKPRÄMIE VERHILFT ZU VERKAUFSREKORD

    Im vergangenen Monat hatte der Branche die Abwrackprämie für alte Autos zu einem Verkaufsrekord verholfen. Die Neuzulassungen in Deutschland erreichten mit 427.000 Fahrzeugen den höchsten Juni-Wert seit der Wiedervereinigung. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war das ein Plus von 40 Prozent. Homann betonte, die Branche müsse sich schon jetzt für die Zeit danach aufstellen. "Nicht nur Opel braucht ein tragfähiges Zukunftskonzept, sondern die ganze Autobranche."

    BMW <BMW.ETR> sieht sich nicht als ein Kandidat für Staatshilfe. Eine Bürgschaft vom staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin werde BMW ziemlich sicher nicht beantragen, sagte Finanzvorstand Friedrich Eichinger bei dem hochkarätig besetzten Kongress. "Wir sind jetzt nicht in einer Notlage". Die Option habe man sich angesichts der schwierigen Lage auf den Kapitalmärkten offengehalten. Wegen der inzwischen eingetretenen Entspannung sei ein solcher Schritt derzeit aber nicht notwendig.

WINTERKORN: BATTERIEN PROBLEM FÜR ELEKTROMOTOR

    Auf der Suche nach einem Ausweg aus der Autokrise ruhen die Hoffnungen der Hersteller in neuen Technologien. Ein erster Schritt sind dabei Hybrid-Antriebe, bei denen ein Elektromotor dem Verbrennungsmotor zugeschaltet wird. Gleichzeitig arbeiten die Hersteller fieberhaft am reinen Elektroauto. VW-Chef <VOW.ETR> Martin Winterkorn warnte aber vor übertriebenen Hoffnungen. Das alltagstaugliche, bezahlbare und sichere "Elektroauto für alle" sei machbar. "Aber wahr ist auch: Der Weg dahin ist lang und mühsam."

    Winterkorn nannte als zentrale Probleme die Batterie, den Preis und die Infrastruktur, etwa flächendeckende Stromtankstellen sowie die Tankdauer. "Wenn Sie heute eine Minute lang Strom tanken, kommen Sie damit rund einen Kilometer weit. Wenn Sie in der gleichen Zeit herkömmlichen Kraftstoff tanken, liegt die Reichweite bei 1000 Kilometern." Zwar sei die deutsche Autoindustrie in Sachen Elektromobilität frühzeitig aktiv gewesen. Sie habe dann aber nicht konsequent genug weiter gearbeitet. "Und da schließe ich uns bei Volkswagen durchaus selbstkritisch mit ein."

    Besonders die Speicherkapazität der Batterien lässt noch zu wünschen übrig. Deshalb wird der Verbrennungsmotor nach Ansicht von Bernd Bohr vom Zulieferer Bosch noch in den nächsten 20 Jahre dominieren. "Der Elektroantrieb ist heute noch sehr teuer und damit kein Massenphänomen." Die Richtung der Branche ist nach Worten des Vorstandschefs des Zulieferers Continental, Karl-Thomas Neumann, aber ganz klar. "Nach und nach werden alle Fahrzeuge elektrifiziert." Elektro alleine reiche nicht aus, sagte Winterkorn. Mittelfristig werde es einen Mix aus Antriebskonzepten geben, etwa hocheffiziente Verbrennungsmotoren, Erdgasfahrzeuge oder Hybride.

ZUSAMMENARBEIT WIRD GEPRÜFT

    Um ihre Kräfte zu bündeln, loten mehrere Hersteller Möglichkeiten zur Zusammenarbeit aus. Auch die Erzrivalen BMW und Daimler <DAI.ETR> prüfen seit langem eine stärkere Kooperation. "Wir sprechen weiter intensiv mit Daimler", sagte Eichiner. Mit Neuigkeiten zum Stand der Zusammenarbeit könne im Laufe des Jahres gerechnet werden. BMW arbeitet auch mit dem französischen Wettbewerber Peugeot bei den Motoren der britischen Tochter MINI zusammen./dw/dct/DP/dr

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