(Neu: Einzelne Marken)
FLENSBURG/BERLIN/BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Auf dem deutschen Automarkt ist nach dem Ende der Abwrackprämie weiter wenig los. Im August sind in Deutschland mit knapp 201.000 Autos 27 Prozent weniger Wagen neu zugelassen worden als im Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sowie die Automobilverbände VDA und VDIK am Donnerstag übereinstimmend berichteten.
Vom Rückgang sind vor allem diejenigen Hersteller stark betroffen, die im vergangenen Jahr besonders stark von der staatlichen Verkaufsförderung profitierten: Allen voran Marktführer Volkswagen (VW) (Volkswagen St (VW)) . Die Wolfsburger verkauften im August mit 42.700 Wagen gut 31 Prozent weniger in Deutschland, wie aus der KBA-Statistik hervorgeht.
Auch die BMW-Gruppe mit den Marken BMW und Mini tat sich auf dem Heimatmarkt schwer. Sie verbuchte einen Absatzrückgang von fast 22 Prozent auf 14.500 Wagen. Damit überholte die Ingolstädter Konkurrenz die Münchner: Audi (AUDI) setzte im August 15.800 Fahrzeuge ab, fast fünf Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Damit schob sich die bayerische VW-Tochter auch vor die Daimler -Kernmarke Mercedes-Benz. Die Schwaben lieferten 15.700 Neuwagen aus, drei Prozent weniger als im Vorjahr. Zu den Gewinnern zählte dagegen der Stuttgarter Nachbar Porsche . 811 Sportwagen bedeuten für Porsche ein Plus von 64 Prozent.
Seit Jahresbeginn schrumpften die Neuzulassungen erwartungsgemäß um 29 Prozent auf gut 1,9 Millionen Stück. Nur drei Hersteller konnten bislang ein Plus verzeichnen: Die beiden mittlerweile vom indischen Tata-Konzern beherrschten britischen Marken Land Rover und Jaguar sowie Nissan (Nissan Motor); der japanische Hersteller ist nun auch mit seiner Nobel-Marke Infiniti in Deutschland am Start.
Für das Gesamtjahr rechnen die Verbände mit einem Rückgang um rund eine Million Fahrzeuge auf rund 2,8 Millionen Stück. Die deutschen Hersteller profitieren aber weiter von einer hohen Auslandsnachfrage.
Die Zahl der exportierten Wagen stieg im August um zwölf Prozent auf 252.550 Stück, schreibt der Verband der Automobilindustrie (VDA). Insgesamt seien in diesem Jahr damit schon 2,7 Millionen Fahrzeuge ins Ausland gegangen. Dies entspricht im Vergleich zum krisengeprägten, schwachen Vorjahreszeitraum einem Zuwachs von mehr als einem Drittel.
In jüngster Zeit hat die Wachstumsdynamik nach VDA-Angaben etwas abgenommen. Die Inlandsfertigung legte im August noch einmal um vier Prozent auf 338.500 Wagen zu. Für den Zeitraum von Januar bis August beträgt das Plus 17 Prozent auf knapp 3,6 Millionen Autos. dct/wag/wiz