17.02.2017 17:50
Bewerten
(0)

ROUNDUP 2: Beschäftigte und Politik richten sich auf Opel-Verkauf ein

RÜSSELSHEIM/ERFURT (dpa-AFX) - Die Bundesregierung geht von einer Übernahme von Opel durch den französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën aus. Die Vertragsverhandlungen zwischen den Unternehmen seien "relativ weit fortgeschritten", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin. Die Opel-Betriebsräte und die IG Metall boten dem französischen Konzern konstruktive Gespräche an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte, es werde alles, was politisch möglich sei, getan, "dass die Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland gesichert sind." Die Gespräche seien in Gang gebracht worden und müssten nun abgewartet werden, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau. Für Bund und Länder soll Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig (SPD) die Gespräche mit den Unternehmen und der französischen Regierung koordinieren.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wertete es positiv, dass sein Vorgänger Machnig diese Aufgabe übernehme. Gerade Thüringen setze "besondere Hoffungen auf ihn".

Tiefensee pocht bei einem Zusammengehen Opel-PSA auf den Erhalt des Werks in Eisenach. Das Land sei weiterhin bereit, mögliche Investitionen in den Standort mit rund 1800 Arbeitsplätzen zu fördern, sagte Tiefensee in Erfurt. Die erteilte Zusage bei der Opel-Ankündigung, künftig in Eisenach statt der Kleinwagen Corsa und Adam das Modell Mokka zu produzieren, habe Bestand. Denkbar sei Unterstützung durch Technologie- oder Qualifizierungsförderung. Nach Ministeriumsangaben hängen von dem Eisenacher Werk auch 1200 Beschäftigte bei regionalen Dienstleistern sowie 500 bei Zulieferern ab.

Auch Thüringens Wirtschaftsminister sieht in einem möglichen Zusammengehen der beiden Autohersteller durchaus Chancen. Es müsse aber eine Arbeitsplatzgarantie geben, Tarifvereinbarungen weiter gelten sowie alle Standorte erhalten bleiben, erklärte er.

Die Bundesregierung war von den Übernahmeplänen überrascht worden. Opel hat rund 38 200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Es gibt Werke in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern. Der rund dreimal so große PSA-Konzern und Opel arbeiten bereits seit 2012 in verschiedenen Projekten in Europa zusammen.

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann bezeichnete ein Zusammengehen seines Unternehmens mit PSA als "prinzipiell sinnvoll". Man setzte alles daran, die Zukunft von Opel nachhaltig zu gestalten, verbreitete der Manager ebenso auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. "Hier eröffnet sich die Chance, einen europäischen Champion zu schaffen und nach 88 Jahren Zugehörigkeit zu GM ein neues erfolgreiches Kapitel unserer Geschichte aufzuschlagen", schrieb Neumann in einem Brief an die Mitarbeiter, der "Bild am Sonntag" vorliegt. Nach Informationen des "Manager Magazins" soll Neumann auch im Fall einer Übernahme Chef eines weiterhin eigenständigen Unternehmens Opel bleiben.

Die IG Metall will bei der möglichen Übernahme auf die bestehenden Tarifverträge pochen. Sowohl die Arbeitsplatzgarantien als auch die Zusagen der Opel-Mutter General Motors zu Investitionen und Produktionsplanungen müssten eingehalten werden, sagte der Chef des Gewerkschaftsbezirk Mitte, Jörg Köhlinger, in Frankfurt. "Wir erwarten, das alle Standorte und Arbeitsplätze gesichert bleiben."

Die Mitarbeiter machen sich natürlich Sorgen, wurde am Werkstor in Rüsselsheim deutlich. "Was soll schon für eine Stimmung sein? Derselbe Scheiß wie damals bei Magna (Magna International)!", erinnert einer an den Fastverkauf aus dem Jahr 2009. Ein Kollege sieht das anders: "Das heißt doch nichts Böses, wenn Peugeot kommt." Der Besitzer sei egal - Hauptsache, der Lohn werde gezahlt. "Ich habe nichts gegen GM, aber auch nichts gegen Peugeot."

Nach Köhlingers Darstellung sind die fast 20 000 Opel-Beschäftigten in Deutschland bis Ende 2018 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt, während die Investitionszusagen sogar bis ins Jahr 2020 reichen und auch für die Zeit danach ihre arbeitplatzerhaltende Wirkung entfalten. "Es geht nicht nur um technische Prozesse, es geht auch um die Menschen", erklärte der Gewerkschafter im Anschluss an eine Betriebsversammlung am Opel-Stammsitz Rüsselsheim.

PSA und General Motors seien den Beschäftigten noch viele Antworten schuldig, etwa zum industriepolitischen Konzept eines möglichen Zusammenschlusses, meinte Köhlinger. Ein wichtiges Ziel sei es, Opel als Marke zu erhalten. Die Arbeitnehmervertreter seien zu konstruktiven Gesprächen bereit und erwarteten von der Unternehmensseite Transparenz. In der Zusammenarbeit mit PSA lägen auch viele Chancen, etwa bei der Nutzung gemeinsamer Plattformen, zusätzlichen Absatzchancen und Skaleneffekten etwa im Einkauf. Bei den anstehenden Herausforderungen etwa zur Elektrifizierung könne er sich auch eine weitere strategische Zusammenarbeit mit GM vorstellen.

Die Tarifverträge haben ihren Ursprung in der vorangegangenen Sanierung. Im Rechtsstreit um das Ende der Autofertigung im Opel-Werk Bochum hat das Landgericht Darmstadt am Freitag die Klage des früheren Betriebsratschefs Rainer Einenkel abgewiesen. Er hatte versucht, einen Aufsichtsratsbeschluss zur Vorbereitung der Werksschließung aus formalen Gründen für nichtig erklären zu lassen. Das lehnte die Zivilkammer ab, wie ein Justizsprecher am Freitag mitteilte. Für die Opel-Mitarbeiter in Bochum kommt das Urteil ohnehin zu spät: Am 5. Dezember 2014 wurde dort der letzte Wagen gefertigt.

Die deutschen Opel-Händler schreckt eine Übernahme durch PSA nicht. "Beide Hersteller bringen zukunftsweisende neue Modelle auf den Markt, warum soll daraus nicht mehr werden?", sagte Peter Hübner, Vorstand des Händlerverbandes VDOH, dem "Tagesspiegel" (Samstag). Dass sich Opel-, Peugeot- und Citroën-Autohäuser nach einer Übernahme gegenseitig kannibalisieren würden, sei unwahrscheinlich./ceb/DP/tos

Nachrichten zu Peugeot S.A. (PSA Peugeot Citroën)

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Peugeot S.A. (PSA Peugeot Citroën)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
27.07.2017Peugeot buySociété Générale Group S.A. (SG)
27.07.2017Peugeot NeutralMacquarie Research
27.07.2017Peugeot buyKepler Cheuvreux
27.07.2017Peugeot buyDeutsche Bank AG
27.07.2017Peugeot overweightJP Morgan Chase & Co.
27.07.2017Peugeot buySociété Générale Group S.A. (SG)
27.07.2017Peugeot buyKepler Cheuvreux
27.07.2017Peugeot buyDeutsche Bank AG
27.07.2017Peugeot overweightJP Morgan Chase & Co.
26.07.2017Peugeot OutperformBernstein Research
27.07.2017Peugeot NeutralMacquarie Research
27.07.2017Peugeot NeutralGoldman Sachs Group Inc.
26.07.2017Peugeot NeutralUBS AG
24.07.2017Peugeot HoldHSBC
18.07.2017Peugeot NeutralGoldman Sachs Group Inc.
16.03.2017Peugeot SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
20.01.2017Peugeot UnderweightMorgan Stanley
14.12.2016Peugeot UnderweightMorgan Stanley
12.12.2016Peugeot UnderweightMorgan Stanley
06.12.2016Peugeot UnderweightMorgan Stanley

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Peugeot S.A. (PSA Peugeot Citroën) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Aktien mit Sicherheit und Potenzial

Für die neue Ausgabe des Anlegermagazins haben unsere Redakteure Aktien identifiziert, die aus ihrer Sicht Sicherheit und Potenzial bieten. Einen besonderen Blick werfen sie dabei auf die Chemie- und Versicherungsbranche. Erfahren Sie im aktuellen Magazin, wie Sie "Richtig investieren" und lesen Sie, welche Aktien bei überschaubarem Risiko einiges an Potenzial bieten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt schwach -- Dow geht stabil aus dem Handel -- Experte analysiert Korrelation zwischen Bitcoin und Gold -- Great Wall an Fiat Chrysler interessiert -- Nike, Lufthansa, Air Berlin im Fokus

Zeiss Meditec übernimmt Software-Firma in den USA. Bundesbank-Vorstand Dombret kritisiert Einsatz von Staatsgeld bei Bankenabwicklung. Deutsche Bank setzt trotz Brexit auf reiche Londoner. Versorger-Aktien geben nach starken Kursanstiegen wieder nach.

Top-Rankings

KW 33: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 33: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Enormer Stressfaktor
In diesen Ländern haben Arbeitnehmer den größten Stress
Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Die Meister-Liste der 1. Fußball Bundesliga
Welcher Verein hat die meisten Meistertitel?
Bitcoin & Co.: Die wichtigsten Kryptowährungen
Welche Digitalwährung macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Donald Trump steht zunehmend in der Kritik. Was glauben Sie, wie lange wird er US-Präsident sein?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren und Depot eröffnen


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
TeslaA1CX3T
E.ON SEENAG99
Air Berlin plcAB1000
EVOTEC AG566480
Lufthansa AG823212
BMW AG519000
Allianz840400
Amazon906866
Nordex AGA0D655
Siemens AG723610