14.11.2012 13:13
Bewerten
(0)

ROUNDUP 2: Bundesbank sieht unverändert hohe Risiken für deutsches Finanzsystem

    FRANKFURT/MAIN (dpa-AFX) - Schuldenkrise, Zinstief, Immobilienboom - die Bundesbank sieht nach wie vor erhebliche Risiken für Deutschlands Banken und Versicherer. "Wir können leider keine Entwarnung geben", sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger am Mittwoch in Frankfurt. In ihrem Finanzstabilitätsbericht konstatiert die Notenbank: "Die Risiken für das deutsche Finanzsystem haben sich 2012 im Vergleich zum Vorjahr nicht verringert." Allerdings stünden viele Institute stabiler da als zu Beginn der Finanzkrise vor fünf Jahren.

 

    Als größte Bedrohung sehen die Aufseher weiterhin die Euro-Schuldenkrise. "Eine Verschärfung der Staatsschuldenkrise würde auch das deutsche Finanzsystem in Mitleidenschaft ziehen", heißt es in dem Bericht. Deutschlands Banken hatten demnach zur Jahresmitte noch "erhebliche finanzielle Forderungen" gegenüber den kriselnden Euro-Staaten Italien (103 Mrd Euro) und Spanien (99 Mrd Euro).

 

    Im Inland blickt die Notenbank mit Sorge auf die Entwicklung am Markt für Häuser und Wohnungen. Zwar betonte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret: "Wir sehen im Moment keine Übertreibungen im deutschen Immobilienmarkt, auch nicht in den Ballungszentren." Die Preisentwicklung sei "noch nicht sehr besorgniserregend".

 

    Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten jedoch, "dass es gerade in einem Umfeld niedriger Zinsen und hoher Liquidität zu Übertreibungen an den Immobilienmärkten kommen kann", sagte Dombret. Kredite für "Betongold" stehen laut Bundesbank für mehr als zwei Drittel der Verschuldung privater Haushalte in Deutschland.

 

    Insgesamt sei das deutsche Bankensystem stabiler geworden, bilanzierte die Bundesbank: "Fünf Jahre nach Ausbruch der globalen Finanzkrise ist das deutsche Finanzsystem robuster geworden. Die Banken verfügen über mehr und qualitativ hochwertigeres Kernkapital."

 

    Die zwölf großen, international tätigen deutschen Institute steigerten ihre Kernkapitalquote im Mittel von 8,3 Prozent im ersten Quartal 2008 auf beinahe 13,6 Prozent Ende September 2012. Zudem verringerten die Institute Risiken - etwa in den Euro-Krisenstaaten - und zapften verstärkt stabilere Geldquellen wie Kundeneinlagen an.

 

    Der Wettbewerb um Kunden könnte zu Fusionen zwingen. "Insgesamt stellt sich für die deutsche Kreditwirtschaft bei gestiegenen Kosten und härterem Wettbewerb die Frage, ob es in Deutschland ausreichend auskömmliches Geschäft für alle Banken gibt", sagte Lautenschläger. Da sich keine Kreditklemme abzeichne, "sollte die Option einer Konsolidierung des deutschen Bankensektors kein Tabu sein".

 

    Sowohl Dombret als auch Lautenschläger bekräftigten, die aktuellen Probleme seien auf Dauer nicht mit Hilfe der Notenpresse zu lösen. "Geldpolitik kann Ursachen der Krise nicht beseitigen, sie kann nur Zeit verschaffen und auch diese Zeit gibt es nicht umsonst", sagte Lautenschläger. Dombret warnte: "Die Nebenwirkungen der kurzfristigen Stabilisierung können sich mittel- bis längerfristig als Hypothek für die Finanzstabilität erweisen."/ben/DP/hbr

 

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

SAP - Digitalisierung ist eine Goldgrube!

Das Softwarehaus aus Walldorf dominiert den globalen Markt für Unternehmenssoftware. Selbst das innovative Silicon Valley kann den Deutschen nicht das Wasser reichen. Das hat mittlerweile auch die Wall Street erkannt. Der DAX-Titel befindet sich auf Rekordjagd. Immer mehr US-Investoren springen auf. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, wie die Digitalisierung die Aktie antreibt und warum SAP für Trader und Investoren interessant ist.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX um Nulllinie -- Asiens Börsen im Plus -- Daimler hebt Prognose an -- AT&T erfüllt Erwartungen nur teilweise -- Credit Suisse mit Kapitalerhöhung -- LG mit Rekordgewinn

CTS-Eventim-Chef wirft 5 Prozent der Aktien auf den Markt. comdirect profitiert von Börsen-Höhenflug. Santander steigert Gewinn stärker als erwartet. Verizon-Deal bringt Yahoo-Chefin Mayer 186 Millionen Dollar ein. Ankündigung Trumps zu Steuerreform erwartet.

Top-Rankings

KW 16: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
EU-Vergleich der Arbeitskosten 2016
So viel kostet eine Stunde Arbeit in Europa
KW 16: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Utopische Summen
Die teuersten Fußballtransfers der Saison 2016/17
Verdienst der DAX-Chefs
Das verdienten die DAX-Bosse 2016
Das Vermögen dieser Milliardäre ist seit der Trump-Wahl am stärksten gewachsen
Wer profitierte am stärksten?
Das sind die exotischsten Börsenplätze der Welt
Klein aber oho?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach hundert Tagen im Amt istTrump der unbeliebteste US-Präsident der modernen Geschichte. Sind Sie mit Donald Trump zufrieden?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
AURELIUSA0JK2A
CommerzbankCBK100
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Nordex AGA0D655
Allianz840400
BASFBASF11
AIXTRON SEA0WMPJ
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
Barrick Gold Corp.870450
BMW AG519000
Siemens AG723610
BayerBAY001