18.07.2012 14:36
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ROUNDUP 2: Credit Suisse beugt sich der Notenbank - Kapital wird massiv gestärkt

    (neu: Details zu Kapitalschritten, Zitate, Analysten, Aktienkurs)

 

    ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Schweizer Großbank Credit Suisse (Credit Suisse Group (CS Group) (N)) beugt sich dem Druck der Notenbank. Das Institut kündigte am Mittwoch ein umfangreiches Programm an, mit dem die Kapitalbasis um 15,3 Milliarden Franken gestärkt werden soll. Dazu gehört auch eine Pflichtwandelanleihe, die allein 3,8 Milliarden Franken einbringen soll. Damit reagiert das Unternehmen nun doch auf die Mahnungen der Schweizer Notenbank SNB, die sich vor gut einem Monat besorgt über die Kapitalausstattung der beiden Großbanken des Landes geäußert hatte. Damals hatte Credit Suisse die Einschätzung der SNB noch als "schwer nachvollziehbar" abgetan.

 

    "Die unangefochtene Kapitalstärke ist von herausragender Bedeutung für unsere Gruppe", erklärte nun Verwaltungsratschef Urs Rohner. "Wir haben uns deshalb im aktuellen Umfeld entschieden, die vorgesehene Umsetzung unserer Kapitalstrategie zu beschleunigen und somit sämtliche allfällige Unsicherheiten nach der Veröffentlichung des SNB-Finanzstabilitätsberichtes zu beseitigen."

 

SPARPROGRAMM WIRD VERSCHÄRFT

 

    Vorstandschef Brady Dougan erklärte, dass nun "jeder Zweifel" über die Kapitalausstattung beseitigt sei. Er kündigte an, das laufende Sparprogramm noch einmal zu verschärfen. Nachdem das bisherige Ziel, die Kosten pro Jahr um 2 Milliarden Franken zu senken, schon Mitte dieses Jahres erreicht sei, soll nun bis Ende 2013 eine weitere Milliarde hinzukommen. Wie viele weitere Stellen dem zum Opfer fallen, ließ die Bank zunächst offen. Bislang sollten 3.500 Stellen wegfallen - vor allem im Investmentbanking.

 

    An der Börse legte die Credit-Suisse-Aktie bis zum frühen Nachmittag um gut 4 Prozent zu. Das lag vor allem an den recht soliden Quartalszahlen, die das Institut am Morgen vorgelegt hatte. Trotz neuer Turbulenzen an den Kapitalmärkten stieg der Überschuss zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 3 Prozent auf 788 Millionen Franken. Das übertraf die Erwartungen von Experten. Die Eigenkapitalrendite lag bei 9 Prozent. Die Bank bestätigte ausdrücklich ihr Ziel, langfristig die Marke von 15 Prozent zu erreichen.

 

ANALYSTEN SIND NICHT BEGEISTERT

 

    Trotzdem gingen Analysten mit den Kapitalschritten hart ins Gericht. Die "wenig beeindruckenden Maßnahmen" würden die Anteile der Aktionäre unnötig verwässern und die Eigenkapitalrendite künftig noch stärker belasten, urteilte Dirk Becker von Kepler. Zudem werde die Motivation der Mitarbeiter leiden. Sie sollen nämlich verstärkt Boni in Aktien statt in bar erhalten. So sollen etwa aufgeschobene Baranwartschaften aus den Jahren 2009 und 2010 bezahlt werden. Ein Händler äußerte die Sorge, dass nun auch die Deutsche Bank trotz anderslautender Beteuerungen demnächst zu einer Kapitalerhöhung greifen könnte.

 

    Zu den Kapitalschritten bei Credit Suisse gehört der Umtausch von Hybridanleihen in als Eigenkapital anrechenbare Schuldverschreibungen (Cocos). Zudem werden einige Genussscheine angerechnet. Neben dem Verkauf von Randbeteiligungen und Immobilien zählt zum Paket auch das Einbehalten von Gewinnen. Insgesamt 8,7 Milliarden Franken sollen sofort wirksam werden. Insgesamt rechnet das Institut damit, seine Eigenkapitalquote zu verdoppeln. In der Schweiz sollen künftig besonders strenge Kriterien gelten, um eine neuerliche Finanzkrise zu vermeiden.

 

GROSSINVESTOREN ZIEHEN MIT

 

    Credit Suisse betonte, dass 80 Prozent der Kapitalschritte die Anteile der Aktionäre nicht verwässern. Die Platzierung der Wandelanleihe ist über Großinvestoren abgesichert. Dazu gehören bisherige Anleger wie Norwegens staatlicher Pensionsfonds, Katars Staatsfonds und die Olayan-Gruppe aus Saudi-Arabien sowie neue wie Singapurs Staatsfonds Temasek./enl/men/stw

 

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