17.12.2012 10:20
Bewerten
(1)

Deutsche-Bank-Chef ruft nach Steuerrazzia Ministerpräsident an

Hilfe aus der Politik: Deutsche-Bank-Chef ruft nach Steuerrazzia Ministerpräsident an | Nachricht | finanzen.net
Hilfe aus der Politik
Nach der Steuerrazzia bei der Deutschen Bank hat sich Konzernchef Jürgen Fitschen zu einem Anruf bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hinreißen lassen.
"Der Ministerpräsident hat klargemacht, dass es staatsanwaltschaftliche Ermittlungen sind, in die er sich nicht einmischen könne", sagte Regierungssprecher Michael Bußer am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt.

  Auch die Deutsche Bank bestätigte das Telefonat, ohne Details zu nennen. Der "Spiegel" hatte zuvor berichtet, Fitschen habe sich bei Bouffier über den massiven Einsatz der Ermittler beschwert. 500 Fahnder hatten am Mittwoch unter anderem die Zentrale des Dax -Konzerns in Frankfurt durchsucht.

FÜNF MITARBEITER VERHAFTET

    Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft wirft 25 Mitarbeitern der Bank Steuerhinterziehung, Geldwäsche und versuchte Strafvereitelung im Zusammenhang mit millionenschwerem Handel mit Luftverschmutzungsrechten (CO2-Zertifikate) vor. Fünf Mitarbeiter wurden verhaftet, vier davon sitzen noch in Untersuchungshaft.

    Fitschen hatte die Aktion in einem "Handelsblatt"-Interview (Freitag) als "überzogen" bezeichnet. Zu den Vorwürfen der schweren Umsatzsteuerhinterziehung gegen sich selbst hatte der 64-Jährige der "Bild"-Zeitung (Freitag) gesagt: "Ich bin fest davon überzeugt, dass sie sich als unbegründet erweisen werden."

 ERMITTLUNGEN GEGEN FITSCHEN

   Gegen Co-Chef Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause wird ermittelt, weil sie Ende 2010 die fragliche Umsatzsteuererklärung der Bank für das Jahr 2009 unterschrieben hatten. Diese enthielt nach Erkenntnissen der Ermittler zu Unrecht erstattete Umsatzsteuer aus illegalen Handelsgeschäften mit Emissionsrechten.

    Im Sommer 2011 korrigierte die Bank die Angaben um etwa 150 Millionen Euro. Ende 2011 verzichtete das Institut auf einen Anspruch von insgesamt 310 Millionen Euro Umsatzsteuerrückerstattung. Die Bank vertritt die Auffassung, dass die Korrektur rechtzeitig erfolgte.

 VORWURF DER DATENVERNICHTUNG

     Unterdessen sickerten weitere Details des Ermittlungsverfahrens durch, das mit einer ersten Razzia bei der Deutschen Bank im April 2010 öffentlich geworden war. Medienberichten zufolge werfen die Ermittler der Bank Datenvernichtung in großem Stil vor.

  Nach der Razzia 2010 hatten die Behörden umfangreiche Dokumente angefordert, um zu klären, inwieweit Deutschlands größtes Geldhaus an einem Umsatzsteuerkarussell beteiligt war. Der "Spiegel" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, das Material sei verzögert und unvollständig geliefert worden.

 20.000 E-MAILS GELÖSCHT

     20.000 E-Mails sollen demnach gelöscht worden sein, von 9 der 40 untersuchten Mitarbeiter seien überhaupt keine Mails geliefert worden. Zudem wurden nach "Spiegel"-Informationen bei allen E-Mail-Konten Mails entgegen der Versicherung der Bank vor der Übergabe an die Ermittler noch einmal geöffnet. Auch "Bild"-Zeitung und "Süddeutsche Zeitung" (Samstag) berichteten über den Datenvernichtungsvorwurf.

    Ein Sprecher der Deutschen Bank bekräftigte am Sonntag: "Die Deutsche Bank wird diese Vorwürfe prüfen und weiter vollumfänglich mit den Behörden kooperieren." Vor einigen Monaten suspendierte die Deutsche Bank mindestens fünf Händler, die an dem illegalen grenzübergreifenden Zertifikatehandel beteiligt gewesen sein sollen. Im Dezember 2011 waren sechs Bankkunden als Betreiber sogenannter Umsatzsteuerkarusselle zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

 BERGER VERTEIDIGT FITSCHEN

    Der Unternehmensberater Roland Berger mahnte in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag": "Die Deutsche Bank braucht gerade jetzt das Vertrauen der Deutschen. Sie hat es verdient." Der Investmentbanker Anshu Jain, der das Institut gemeinsam mit Fitschen seit Juni 2012 führt, sei aus seiner Sicht der beste Mann, um mit den Fehlern der Vergangenheit aufzuräumen: "Der neue Mann an der Spitze der Deutschbanker weiß aus eigenem Erleben, was wo und warum schiefgelaufen ist", schreibt Berger.

  Die Hessen-SPD verlangte unterdessen Aufklärung, ob Fitschens Anruf bei Bouffier innerhalb der CDU/FDP-Landesregierung weitere Kreise gezogen hat. "Wir werden sehr genau hinsehen und hinterfragen, wer wann und wie interveniert hat", teilte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Günter Rudolph, mit.

    FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Martynova Anna / Shutterstock.com
Anzeige

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
    3
  • Alle
    6
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
15.08.2017Deutsche Bank UnderperformMacquarie Research
11.08.2017Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
11.08.2017Deutsche Bank ReduceHSBC
08.08.2017Deutsche Bank SellCitigroup Corp.
28.07.2017Deutsche Bank NeutralMacquarie Research
27.07.2017Deutsche Bank kaufenDZ BANK
27.07.2017Deutsche Bank kaufenIndependent Research GmbH
27.07.2017Deutsche Bank buyequinet AG
24.07.2017Deutsche Bank kaufenIndependent Research GmbH
29.06.2017Deutsche Bank buyequinet AG
11.08.2017Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
28.07.2017Deutsche Bank NeutralMacquarie Research
28.07.2017Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
28.07.2017Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
27.07.2017Deutsche Bank HoldS&P Capital IQ
15.08.2017Deutsche Bank UnderperformMacquarie Research
11.08.2017Deutsche Bank ReduceHSBC
08.08.2017Deutsche Bank SellCitigroup Corp.
28.07.2017Deutsche Bank verkaufenCredit Suisse Group
27.07.2017Deutsche Bank VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Aktien mit Sicherheit und Potenzial

Für die neue Ausgabe des Anlegermagazins haben unsere Redakteure Aktien identifiziert, die aus ihrer Sicht Sicherheit und Potenzial bieten. Einen besonderen Blick werfen sie dabei auf die Chemie- und Versicherungsbranche. Erfahren Sie im aktuellen Magazin, wie Sie "Richtig investieren" und lesen Sie, welche Aktien bei überschaubarem Risiko einiges an Potenzial bieten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt schwach -- Experte analysiert Korrelation zwischen Bitcoin und Gold -- Great Wall an Fiat Chrysler interessiert -- Renault, Lufthansa, Air Berlin im Fokus

Deutsche Bank setzt trotz Brexit auf reiche Londoner. Versorger-Aktien geben nach starken Kursanstiegen wieder nach. Glaubt nur noch George Soros an Snapchat? Institutionelle Investoren verkaufen ihre Tesla-Aktien. BVB-Aktie nähert sich Mehrjahreshoch. Linde rät ihren Aktionären zur Annahme des Tauschangebots.

Top-Rankings

KW 33: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 33: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Enormer Stressfaktor
In diesen Ländern haben Arbeitnehmer den größten Stress
Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Die Meister-Liste der 1. Fußball Bundesliga
Welcher Verein hat die meisten Meistertitel?
Bitcoin & Co.: Die wichtigsten Kryptowährungen
Welche Digitalwährung macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Donald Trump steht zunehmend in der Kritik. Was glauben Sie, wie lange wird er US-Präsident sein?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren und Depot eröffnen


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
E.ON SEENAG99
Air Berlin plcAB1000
TeslaA1CX3T
EVOTEC AG566480
Lufthansa AG823212
BMW AG519000
Allianz840400
Scout24 AGA12DM8
Nordex AGA0D655
Siemens AG723610