06.12.2012 15:26
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ROUNDUP 2: EADS-Umbau soll schnell über die Bühne gehen

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    MÜNCHEN/PARIS (dpa-AFX) - Der Umbau der Eigentümerstruktur bei EADS soll schnell unter Dach und Fach. Nach der Einigung von Deutschland und Frankreich auf die neue Verteilung der Anteile an dem europäischen Luft- und Raumfahrtgiganten dürfte Anfang 2013 eine außerordentliche Hauptversammlung über den Plan der bisherigen Großaktionäre abstimmen und damit den Einstieg Deutschlands als drittem staatlichen Aktionär perfekt machen. Einen genauen Termin für die Sonderversammlung gibt es aber noch nicht. Als wahrscheinlich gilt das erste Quartal. Daimler wurde unterdessen die Hälfte seines EADS-Anteils bereits für knapp 1,7 Milliarden Euro los.

 

    Kurz vor Weihnachten bescherte der Teilausstieg den Stuttgartern somit einen Milliardengewinn. In der Nacht zum Donnerstag machte der Autobauer diesen ersten wichtigen Schritt und verkaufte gut 61,1 Millionen Anteilsscheine.

 

EUROPAPOLITISCHES SIGNAL

 

    Berlin wertete die Einigung über die neue Machtverteilung bei EADS auch als europapolitisches Signal. In der jetzigen Situation sei es eine gute Botschaft, dass Deutschland und Frankreich gemeinsam unter Beweis stellten, "dass man diese europäische Erfolgsgeschichte fortsetzen will", hieß es am Donnerstag in Berlin. Zugleich sei die Neuordnung ein schöner Erfolg der Bundesregierung.

 

    Nach Ansicht Berlins wird der staatliche Einfluss reduziert und die Machtbalance mit Frankreich gesichert. Insgesamt schaffe die Neuordnung die wesentlichen Voraussetzung dafür, dass EADS im weltweiten Wettbewerb bestehen könne.

 

AUSSTIEG VON DAIMLER UND LAGARDERE

 

    Daimler wollte sich - wie die französische Lagadère-Gruppe - seit langem von den Anteilen trennen, was den komplizierten Umbau der Besitzverhältnisse bei dem für Airbus-Flugzeuge und Ariane-Raketen bekannten EADS-Konzern überhaupt erst nötig gemacht hatte.

 

    2,76 Prozent der von Daimler platzierten Aktien erwarb nun die staatliche Förderbank KfW. Private Investoren des deutschen Dedalus-Konsortiums übernahmen 1,9 Prozent. Dedalus ist ein Zusammenschluss privater und öffentlicher Banken, der bereits EADS-Anteile für die deutsche Seite hielt. Stand Donnerstag verfügt Deutschland damit über 10,2 der angestrebten 12 Prozent-Beteiligung. Auch Frankreich wird am Ende des Umbaus über 12 Prozent verfügen, Spanien 4 Prozent. Der Staatsanteil liegt damit bei knapp unter 30 Prozent.

 

KOMPLIZIERTER AKTIONÄRSPAKT

 

    Der komplizierte Aktionärspakt, der Stimm- und Vetorechte der Staaten bisher regelte, wird abgeschafft und soll durch ein "normales Konzernführungsmodell" ersetzt werden.

 

    EADS sieht sich durch die Einigung gestärkt und auf dem Weg, ein einfacheres und normaleres Unternehmen zu werden. Erst vor kurzem hatte EADS-Chef Tom Enders staatlichen Einfluss zu spüren bekommen, als die von ihm forcierte Fusion mit dem britischen Rüstungsriesen BAE Systems am Widerstand der Bundesregierung scheiterte.

 

KEIN NEUER ANLAUF FÜR FUSION

 

    Trotz der neuen Struktur wird es nach Einschätzung von EADS-Strategiechef Marwan Lahoud keinen neuen Anlauf für eine Fusion geben. "Diese Chance gibt es nicht noch einmal", sagte der Top-Manager am Donnerstag dem französischen Radiosender Europe 1. In einer ähnlichen Situation werde die EADS-Führung aber künftig in einer besseren Position sein. "Aus dieser Niederlage ist der Erfolg von gestern entstanden", kommentierte Lahoud. Die Verhandlungen damals hätten die Grenzen der bisherigen Führungsstruktur aufgezeigt./sbr/aha/DP/jha

 

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