22.12.2011 18:09
Bewerten
(0)

ROUNDUP 2: Eon unterliegt Chinesen im Kampf um Energieriesen EDP

    (neu: Reaktion Eon )

 

    LISSABON (dpa-AFX) - Niederlage für Eon: Der größte deutsche Energiekonzern ist im Rennen um einen Einstieg beim portugiesischen Stromriesen EDP an einem chinesischen Unternehmen gescheitert. Der chinesische Wasserkraft-Erzeuger Three Gorges wird mit einem Kapitalanteil von 21,35 Prozent in Zukunft Hauptaktionär von EDP. Mit rund 2,7 Milliarden Euro hatten die Chinesen das höchste Gebot abgegeben. Die Eon-Offerte lag nach Berichten von portugiesischen Fachmedien um rund 200 Millionen Euro niedriger.

 

    Wie die Staatsholding Parpública und die Kommission für den Wertpapiermarkt CMVM in Lissabon mitteilten, wurde Three Gorges bei einem Treffen des Ministerrats am Donnerstag zum Sieger der Privatisierungsausschreibung erkoren. Neben dem Düsseldorfer Versorger waren auch die brasilianischen Unternehmen Eletrobras und Cemig bis zuletzt im Rennen.

 

EON BEDAUERT ENTSCHEIDUNG

 

    Eon-Chef Johannes Teyssen bedauerte die Entscheidung. "Eine Beteiligung von Eon  an EDP wäre für beide Unternehmen sinnvoll gewesen", teilte Teyssen mit. "Dabei sind wir aber bei unserem Grundsatz geblieben, nicht mehr zu bieten als nach unserer Analyse marktgerecht und wertschaffend wäre."

 

    Teyssen sagte weiter, Eon wolle nach der Entscheidung noch intensiver an der Umsetzung der Strategie arbeiten. Dabei liege der Schwerpunkt auf der Profitabilität des Unternehmens, auf Investitionen in neue Geschäftsfelder und in ausgewählte Wachstumsmärkte, vor allem in Erneuerbare Energien.

 

    Nach der Atomwende hatte Eon den Umbau des Konzerns vorangetrieben. Dazu gehören auch rigide Sparpläne und Stellenabbau, milliardenschwere Abschreibungen, Verkäufe und Übernahmen.

 

VOLLZUG BIS ENDE JANUAR

 

    Die Privatisierung des portugiesischen Stromriesen EDP, dessen Marktwert insgesamt auf rund 8,5 Milliarden Euro geschätzt wird, soll nach Regierungsangaben nach den nun anstehenden Detailverhandlungen mit den Chinesen bis spätestens Ende Januar abgewickelt werden. Der Staat wird danach noch knapp vier Prozent am EDP-Kapital behalten, die aber auch bald abgestoßen werden sollen.

 

    Nach Informationen führender Wirtschaftsblätter wie "Financial Times" hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Treffen mit dem portugiesischen Regierungschef Pedro Passos Coelho heftig für die Eon-Offerte geworben. Passos hatte eingeräumt, das deutsche Interesse sei vor dem Hintergrund der Euro-Krise "wichtig".

 

CHINESEN WOLLEN MILLIARDEN INVESTIEREN

 

    Für die Chinesen sprach allerdings, dass sie nicht nur das höchste Gebot abgaben, sondern auch, dass sie Investitionen von mindestens vier Milliarden Euro in Aussicht stellen. Sie wollen zudem in Portugal auch den Bau einer Windturbinenfabrik finanzieren, die für Exporte im Wert von mindestens 500 Millionen Euro pro Jahr sorgen werde, hieß es.

 

    Mit 3,45 Euro pro Aktie zahlt Three Gorges einen deutlichen Aufpreis, da die EDP-Titel am Donnerstag an der Lissabonner Börse nach einem Tages-Anstieg von rund vier Prozent bei 2,33 Euro notierten.

 

EINER DER GRÖSSTEN VERSORGER

 

    EDP ist einer der größten Energieversorger Europas und auch im Bereich der erneuerbaren Energien führend. Mit rund 12.000 Mitarbeitern erzielte er 2010 einen Umsatz von 14,17 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 1,234 Milliarden Euro.

 

    Neben EDP will Portugal nach Absprache mit den internationalen Geldgebern unter anderem auch die Airline TAP, den Fernsehsender RTP, die Eisenbahngesellschaft Comboios de Portugal und andere Firmen völlig oder zum Teil privatisieren. Davon erhofft man sich in den nächsten eineinhalb Jahren Einnahmen von sieben Milliarden Euro.

 

    Als Gegenleistung für das 78 Milliarden schwere Hilfspaket der Europäischen Union (EU) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) muss Portugal dieses Jahr das Haushaltsdefizit von 9,8 Prozent (2010) auf 5,9 Prozent senken. Bis 2015 will man am Tejo sogar ein Defizit von 0,5 Prozent erreichen./er/DP/stw

Nachrichten zu E.ON sp. ADRs

  • Relevant
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu E.ON sp. ADRs

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
Keine Analysen gefunden.
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Stabile Dividendenaktien gehören in jedes Depot!

Die Investition in ausgewählte Blue-Chip-Dividendenaktien gehört zu den sichersten Strategien, um an den Aktienmärkten langfristig ein Vermögen aufzubauen. Dividendenaktien von hochkapitalisierten Unternehmen werfen langfristig höhere Renditen als der Gesamtmarkt ab und bieten einen guten Schutz in unsicheren Börsenzeiten. Wir stellen im aktuellen Anlegermagazin drei Aktien mit stabilen und attraktiven Dividendenrenditen vor.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

E.ON sp. ADRs Peer Group News

Keine Nachrichten gefunden.

Heute im Fokus

DAX mit Gewinnen -- ifo-Index auf Allzeithoch -- Hedgefonds steigt bei Nestlé ein - Aktie gefragt -- Air Berlin-Aktie bricht ein: Lufthansa plant keine Übernahme -- Takata insolvent -- SLM im Fokus

Italien rettet Pleite-Banken mit Milliarden. BIZ sieht Weltwirtschaft vom Protektionismus bedroht. VW will eine Milliarde sparen. Harley-Davidson spricht offenbar mit Volkswagen über Ducati.

Top-Rankings

Die reichsten Länder der EU
Das sind die reichsten Länder der EU
KW 25: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 25: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Wenn morgen Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
CommerzbankCBK100
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
Nordex AGA0D655
Nestlé SA (Nestle)A0Q4DC
E.ON SEENAG99
BMW AG519000
Allianz840400
Scout24 AGA12DM8
TeslaA1CX3T
Amazon.com Inc.906866
EVOTEC AG566480
Deutsche Telekom AG555750