ESSEN (dpa-AFX) - Wegen einer von seinem Pressesprecher verbreiteten Falsch-Information muss der ehemalige Arcandor-Chef (
Arcandor) Thomas Middelhoff einem Kleinaktionär 2575 Euro Schadenersatz zahlen. Das Essener Landgericht sprach am Donnerstag dem Chefredakteur der "Welt"-Zeitungsgruppe, Jan-Eric Peters, diese Entschädigung zu.
Peters hatte bei privaten Geschäften mit Arcandor-Wertpapieren im Herbst 2008 rund 50.000 Euro verloren. Dafür hatte er Middelhoff verantwortlich gemacht, weil die Öffentlichkeit in einem Einzelfall falsch informiert worden sei. Das Gericht erkannte dem Kläger einen Teil der gesamten Klageforderung von symbolischen 5078,80 Euro zu.
Der Anwalt von Middelhoff, Hartmut Fromm, kündigte Berufung an. Middelhoff sei als damaliger Arcandor-Chef nicht über die Äußerungen seines Pressesprechers informiert worden, sagte Fromm. Er warf dem Gericht vor, "Beweismittel nicht gewürdigt zu haben".
Ein Sprecher des Essener Gerichts wies darauf hin, dass es sich bei der Entscheidung um einen Einzelfall handele. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) warnte Arcandor- Aktionäre vor einem vorschnellen Gang zum Anwalt. Das Urteil des Essener Gerichts habe keine "Strahlkraft" für andere von Verlusten betroffene Aktionäre. "Das betrifft nur einen ganz isolierten Bereich", sagte DSW-Sprecher Marc Tüngler./med/uta/DP/edh