17.02.2013 12:13
Bewerten
 (0)

ROUNDUP 2: G20 wollen keinen 'Währungskrieg' - Neue Sparziele im September

    (Neu: Weitere Details)

 

    MOSKAU (dpa-AFX) - Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) stemmen sich mit einem klaren Bekenntnis zu freien Wechselkursen gegen einen "Währungskrieg". Die Finanzminister und Notenbankchefs der G20 sprachen sich am Samstag nach einem zweitägigen Treffen in Moskau einhellig gegen einen Abwertungswettlauf und künstlich niedrig gehaltene Wechselkurse aus.

 

    Weiter offen sind dagegen konkrete neue Ziele der Top-Wirtschaftsmächte beim Schuldenabbau. Darauf pocht vor allem Deutschland. In ihrer Abschlusserklärung kündigten die G20-Saaten aber für Anfang September auf dem Gipfel in Sankt Petersburg "glaubwürdige mittelfristige Pläne zur Haushaltskonsolidierung" an.

 

IFW: G20-BESCHLÜSSE SIND ERMUTIGEND

 

    Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) betonte: "Wechselkurse müssen sich frei bilden." Politische Währungsmanipulationen dürften kein Instrument für Staaten sein, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu korrigieren. Die G20-Staaten seien damit der bisherigen Linie treu geblieben. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann zeigte sich allerdings besorgt angesichts einer "schleichenden Politisierung" der Notenbanken. Dies Tendenz drohe, Notenbanken zu überfordern.

 

    Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, begrüßte die G20-Beschlüsse. Sie nannte es "ermutigend", dass die G20 ihre Entschlossenheit bekräftigt hätten, sich rascher auf stärker vom Markt bestimmte Wechselkurse zuzubewegen. "Wir halten es für überzogen, von Währungskriegen zu sprechen", fuhr sie fort. Es gehe um Währungsbesorgnisse: "Die gute Nachricht ist, dass die G20 heute mit Kooperation reagiert haben anstatt mit Konflikt."

 

    In ihrem Kommuniqué erteilen die G20 Bestrebungen eine Absage, mit künstlich niedrig gehalten Währungen wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben. "Wir werden einen Abwertungswettlauf unterlassen. Wir werden unsere Wechselkurse nicht zu Wettbewerbszwecken vorabbestimmen", heißt es darin. Die Geldpolitik solle sich zudem an der Preisstabilität der Währungsräume ausrichten sowie auf eine Stimulierung des wirtschaftlichen Wachstums.

 

G20 SCHLIESST SICH G7 WEITESTGEHEND AN

 

    Dafür müssten künftig die internationalen Entwicklungsbanken aktiver Kapital in Unternehmen pumpen, um Investitionen zu stimulieren, sagte Russlands Finanzminister Anton Siluanow. "Das ist sehr wichtig, weil diese Banken heute eher Kredite geben, ohne sich direkt an der Kapitalisierung von Firmen zu beteiligen", sagte er.

 

    Das G20-Kommuniqué entspricht weitgehend der jüngsten Erklärung der sieben führenden westlichen Industrienationen (G7), wonach Wechselkurse am Markt gebildet und nicht politisch gesteuert werden sollten.

 

    Auslöser der Debatte ist vor allem das G7- und G20-Land Japan, das mit lockerer Geldpolitik und einer Abwertung seiner Währung Yen Exporte und Wirtschaft ankurbeln will. Zur Gruppe der G20 gehören neben den G7-Ländern auch aufstrebende Volkswirtschaften wie China, Indien, Brasilien oder Russland.

 

KAMPF GEGEN SCHULDEN UND STEUERSCHLUPFLÖCHER

 

    Die Finanzminister und Notenbankchefs lobten, dass sich die Risiken für die Weltwirtschaft dank der in Europa, den USA und Japan eingeleiteten politischen Schritte reduziert hätten. Schäuble betonte gleichwohl, dass die Defizite weiter reduziert werden müssten. Die 2010 in Toronto vereinbarten G20-Sparziele seien weiter gültig. Danach sollen die Staatsdefizite bis 2013 halbiert und der Schuldenstand stabilisiert werden. Allerdings haben nur Deutschland und die Euro-Zone insgesamt die Defizitvorgaben eingehalten - im Gegensatz zu den USA, Großbritannien oder Japan.

 

    Im Kampf gegen legale Steuerschlupflöcher für international agierende Konzerne macht Schäuble mit seinen Kollegen aus Großbritannien und Frankreich, George Osborne und Pierre Moscovici, Druck: "Ich finde, dass sie zu wenig zahlen", sagte Schäuble. Die drei Länder würden deshalb nun eine gemeinsame Initiative für die faire Besteuerung international tätiger Konzerne vorantreiben.

 

    In Arbeitsgruppen der Industrieländer-Organisation OECD wollen die drei Länder bis Juli einen Plan für neue internationale Standards vorlegen. "Die positiven Effekte der Globalisierung dürfen nicht dazu führen, dass multinationale Unternehmen Gewinne künstlich verlagern können und so keinen fairen Beitrag am Steueraufkommen unserer Staaten leisten", betonte Schäuble.

 

    Hintergrund ist, dass multinationale Konzerne trotz hoher Gewinne Milliarden an Steuern sparen, da sie legale Schlupflöcher weltweit nutzen. Sie schieben Gewinne für Geschäfte außerhalb ihrer Heimat über Staatsgrenzen hin und her, bis kaum noch etwas an den Fiskus abgeführt werden muss./mau/DP/zb

 

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich fester -- Dow Jones am Ende fester -- Commerzbank will wohl Wertpapierabwicklung auslagern -- Short-Angriff: AURELIUS-Aktien brechen massiv ein -- EVOTEC, E.ON, Snapchat im Fokus

S&P erhöht Ratings von Commerzbank und Deutsche Bank. VW-Aufsichtsrat schlägt Entlastung aller Vorstandsmitglieder vor. Bankaktien europaweit gefragt - Umfeld hellt sich auf. Tencent steigt mit fünf Prozent bei Tesla ein. RWE signalisiert Investoren höhere Ausschüttungen ab 2019. Elon Musk gründet abermals ein neues Unternehmen.

Top-Rankings

Hier macht Arbeiten Spaß
Die besten Arbeitgeber weltweit
KW 12: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 12: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Der bayerische Handelsverband rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Lebensmittelverkäufe über das Internet. Wäre das auch was für Sie?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
AURELIUS Equity Opp. SE & Co. KGaAA0JK2A
Deutsche Bank AG514000
CommerzbankCBK100
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
EVOTEC AG566480
Nordex AGA0D655
BayerBAY001
E.ON SEENAG99
Apple Inc.865985
Allianz840400
Infineon Technologies AG623100
Deutsche Telekom AG555750
BASFBASF11
SAP SE716460