(Neu: Aktienkurs und Analystenstimme)
LUXEMBURG (dpa-AFX) - Die Immobiliengesellschaft GAGFAH <GFJ.ETR> ist trotz einer leichten Steigerung der Mieteinnahmen im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Auf operativer Ebene ist der Gewinn deutlich zurück gegangen, da das Unternehmen bei der Bewertung der Immobilienbestände erneut Abstriche hinnehmen musste. Die Wirtschaftskrise zeigt sich auch in der Zahl der Verkäufe, die um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 217 Einheiten sank. Die Quartalsdividende blieb unverändert bei 0,20 Euro.
GAGFAH-Vorstandshhef William Joseph Brennan bewertet das Quartal trotz der roten Zahlen positiv: "Wir hatten einen guten Start in das Geschäftsjahr 2009. Unser Geschäftsverlauf zeigt die stabile Entwicklung des ausschließlich in Deutschland gelegenen Wohnungsbestandes." Auch im aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfeld sei GAGFAH zuversichtlich, den Cash Flow aus der Immobilienbewirtschaftung in 2009 zu steigern. Die Kosten sollen weiter gesenkt werden.
VERMIETUNGSERGEBNIS BLIEB STABIL
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank von 115,4 auf 89,7 Millionen Euro, wie das vom Finanzinvestor Fortress kontrollierte Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die Mieteinnahmen steigerte GAGFAH leicht auf 244,3 (241,2) Millionen Euro. Das Ergebnis aus der Vermietung blieb stabil mit 127,2 Millionen Euro. Unterm Strich stand ein Minus von 8,2 Millionen nach 4,4 Millionen Gewinn im Vorjahr, obwohl die Steuerlast deutlich zurück ging. Die Mieten seien auf vergleichbarer Basis um 0,3 Prozent gesteigert und die Gesamtleerstandsrate auf 4,5 Prozent gesenkt worden. Auf Jahressicht soll diese Rate in etwa gehalten werden.
Die für GAGFAH wichtige Kerngröße Funds From Operations (FFO) lag im Quartal bei 48,7 Millionen nach 51,9 Millionen Euro im Vorjahr. Mit dieser Kennzahl stellt das Unternehmen Finanzmittel aus dem fortgeführten Geschäft dar, die unter anderem für die Dividendenausschüttungen zu Verfügung stehen. Hauptgeschäft der GAGFAH ist der Besitz, die Bewirtschaftung und der Kauf von Wohnungsportfolios.
VERKÄUFE SOLLEN 500 MILLIONEN EURO ERREICHEN
Im laufenden Jahr hält das Unternehmen weiter an dem Ziel fest, Wohnungen im Wert von über 500 Millionen Euro zu verkaufen. "Wir stellen nach wie vor eine starke Nachfrage bei unseren Wohnungsverkäufen fest", hieß es.
Die im MDAX <MDAX.ETR> notierte Aktie stieg zum Handelsstart deutlich, sackte aber bis zum Mittag ins Minus ab. Analysten bewerten die Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Auch Analyst Mathias Becker von der UniCredit sieht die Zahlen wie von ihm prognostiziert ausgefallen, obschon er die Umsätze - selbst für ein erstes Quartal - als schwach einschätzt. Das operative Geschäft habe dagegen erwartungsgemäß genug eingebracht, um die Dividende zu decken. "Wir sind weiterhin skeptisch hinsichtlich der Gesamtjahresziele, sehen aber die stabilen Cash-Flows und die Dividende als gute Basis an", meinte er zudem und beließ die Aktie zunächst auf "Hold" mit einem Kursziel von 4,00 Euro./sk/zb