06.02.2013 13:25
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ROUNDUP 2: Gea Group schafft Ziele - Peilt moderates Wachstum 2013 - Aktie fällt

    (Neu: Aussagen von der Bilanz-PK, aktualisierter Aktienkurs)

 

    DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Maschinenbaukonzern Gea Group (GEA Group) hat angetrieben von der robusten Nachfrage aus der Lebensmittelindustrie seine Wachstumsziele für 2012 erreicht. Und dass sich der Bedarf abschwächt, kann Gea nicht erkennen: "Wir sehen bis dato kein Abknicken der Weltkonjuktur", sagte Finanzchef Helmut Schmale am Mittwoch zur Bilanzpressekonferenz. 2013 solle der Umsatz "moderat" zulegen und der operative Gewinn deutlich wachsen. Während es in vielen Segmenten 2012 starke Zuwächse gab, drückten Probleme im Geschäft mit Wärmetauschern und mit Maschinen zur Lebensmittelverarbeitung und -Verpackung (Food Solutions) auf die Stimmung.

 

    Die im MDAX (MDAX) notierte Aktie verlor am Nachmittag fast fünf Prozent und war damit Schlusslicht im ansonsten freundlichen Index. Allerdings war das Papier zuletzt recht gut gelaufen. Analysten und Börsianer zeigten sich uneins. Ein Händler monierte den "etwas mauen" Ausblick. DZ-Bank-Analyst Markus Turnwald kritisierte unter anderem den schwachen Auftragseingang bei Wärmetauschern. Commerzbank-Analyst Sebastian Growe sprach aber von einer insgesamt starken operativen Entwicklung zum Jahresende.

 

    Der Umsatz legte 2012 laut den vorläufigen Zahlen um gut 5 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zu. Der um Auswirkungen von Zukäufen und damit verbundenen Einmaleffekten bereinigte operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs um 7 Prozent auf 562 Millionen Euro. Das war mehr als Analysten erwartet hatten.

 

    Unter dem Strich habe Gea einen Gewinn von rund 1,70 Euro je Aktie - und damit auf der Höhe des Vorjahres - erzielt, sagte Schmale. Der Überschuss dürfte demnach bei rund 314 Millionen Euro herauskommen, nach 312 Millionen Euro vor einem Jahr. Über das Plus von fünf Prozent bei den Bestellungen auf 5,9 Milliarden Euro hatte Gea bereits vorab berichtet. Der Auftragsbestand wuchs im Jahresvergleich um knapp 3 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro.

 

    Bei den Sorgenkindern, dem zugekauften Geschäft mit Maschinen zur Lebensmittelverarbeitung und -Verpackung (Food Solutions) und den Wärmetauschern, lief es weiter noch nicht rund. Bei den Food Solutions schrieb Gea rote Zahlen und bekam zum Jahresende die anhaltend zögerlichen Bestellungen der Kunden zu spüren. Auf das Jahr gerechnet kamen aber immerhin 14 Prozent mehr Aufträge herein. Qualitätsprobleme und Verzögerungen bei den Bestellungen hatten das Segment belastet. Gea zog vor einem Jahr die Konsequenzen, besetzte die Führung neu und baute Stellen ab. 2013 solle das Geschäft eine schwarze Null erreichen, sagte Vorstandschef Jürg Oleas.

 

   Bei den Wärmetauschern, wie sie etwa in Kraftwerken verbaut werden, hat Gea bereits einen Umbau mit Standortschließungen und Zusammenlegungen sowie Entlassungen hinter sich. Wegen der schwachen Nachfrage vor allem aus der Chemie ging dort der Umsatz im vierten Quartal um knapp neun Prozent zurück. Zudem spüre Gea immer noch Gegenwind aus der Kraftwerks-, Öl- und Gasindustrie, sagte Schmale. Immerhin zeigt der Umbau langsam Wirkung: Der Gewinn in der Sparte stieg deutlich.

 

    Abseits von den beiden Bereichen, die noch mit Problemen kämpfen, schlug sich Gea aber deutlich besser als noch vor einem Jahr und schaffte teils zweistellige Zuwächse bei den relevanten Kennzahlen Auftragseingang, Umsatz und Gewinn. Besonders im Geschäft mit Landwirten, die Melkanlagen oder Stallausrüstungen bei den Düsseldorfer kaufen, konnte Gea die Marge kräftig ausbauen.

 

    Der schon in der Vergangenheit stark durch Zukäufe gewachsene Konzern hält auch momentan Ausschau nach Übernahmezielen. "Es gibt einen Fundus an möglichen Akquisitionen", sagte Oleas. Die Umsatzgröße der interessanten Unternehmen im Bereich Lebensmittel liege bei 10 bis 300 Millionen Euro.

 

    Für 2013 rechnet der Vorstand mit einer Nachfrage auf dem "hohen Niveau von 2012". Wenn sich die Konjunktur nicht weiter abschwäche, sei mit einem Umsatzwachstum zwischen 2 und 5,5 Prozent zu rechnen, sagte Oleas. Für die Aufträge gebe es keine Prognose mehr, da der Bestelleingang wegen Großprojekten starken Schwankungen unterworfen sei, sagte Schmale. Für den operativen Gewinn (EBITDA) erwartet Gea ein Ergebnis von rund 700 Millionen Euro, nach rund 600 Millionen Euro im Vorjahr. Insgesamt sei die Prognose "Gea typisch konservativ", sagte Schmale. Den Aktionären will das Unternehmen bei einer erhöhten Aktienanzahl eine unveränderte Dividende von 55 Cent zahlen./stb/fbr

 

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