10.01.2013 20:18
Bewerten
 (0)

ROUNDUP 2: Gema will Schadenersatz von YouTube - Schiedsstelle angerufen

    (neu: Reaktion Google)

 

    MÜNCHEN (dpa-AFX) - Im Streit um Musik-Clips bei der Google-Videoplattform YouTube hat die Verwertungsgesellschaft Gema die Verhandlungen für gescheitert erklärt - und will 1,6 Millionen Euro Schadenersatz. Zudem zieht sie vor die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt. Dort solle die Angemessenheit der von ihr verlangten Mindestvergütung neutral geprüft werden, teilte die Gema am Donnerstag mit. Zugleich forderte die Gema Google in einer Abmahnung auf, bei Videos, die als Folge des Streits gesperrt sind, nicht mehr auf sie zu verweisen. YouTube zeigte sich "überrascht und enttäuscht".

 

    Google und die Gema, die in Deutschland die Urheberrechte etwa von Komponisten oder Textautoren vertritt, können sich schon seit 2009 nicht über eine Mindestvergütung für Videos bei YouTube einigen, nachdem ein vorläufiger Vertrag auslief. Die Verwertungsgesellschaft will 0,375 Cent pro Abruf. Google lehnte die Forderung bisher ab. Als Folge des Streits können in Deutschland viele Clips - vor allem mit Musik - nicht bei YouTube angesehen werden.

 

    YouTube-Sprecherin Mounira Latrache sagte, man setze "weiterhin alles daran, mit der Gema eine dem Geschäftsmodell von YouTube entsprechende Lösung zu finden". YouTube habe Dutzende von Verträgen mit Verwertungsgesellschaften für mehr als 45 Länder geschlossen. In Deutschland hinderten die Entscheidungen der Gema Künstler, Autoren und Plattenfirmen daran, YouTube als Einnahmequelle zu nutzen.

 

    Die Schadenersatz-Forderung von 1,6 Millionen Euro errechnete die Gema auf Basis geschätzter Abrufzahlen. Die Schiedsstelle solle sowohl die Angemessenheit dieses Betrags als auch des Tarifs von 0,375 Cent prüfen.

 

    Die Gema betrachtet YouTube als einen werbefinanzierten Streaming-Dienst. Mit mehreren Musik-Streaming-Diensten hat die Gema bereits feste Zahlungsvereinbarungen getroffen. Sie entrichten einen festen Betrag für jeden Song, der von den Nutzern dieser Abonnement-Dienste angehört wird.

 

    Der Gema-Vorstandsvorsitzende Harald Heker warf YouTube am Donnerstag vor, sich allen Vorschlägen einer angemessenen Lizenzierung zu verweigern. "Eine Schadensersatzforderung ist aus unserer Sicht angebracht, weil die urheberrechtlich geschützten Musikwerke auf YouTube massenhaft genutzt und vermarktet werden", betonte er.

 

    Bei vielen Videos - wie zum Beispiel "Gangnam Style", dem Überraschungs-Musikhit des vergangenen Jahres - sehen deutsche YouTube-Nutzer derzeit den Hinweis, dass der Clip nicht verfügbar sei, weil die Gema nicht die erforderlichen Rechte eingeräumt habe. Diese Formulierung will sich die Gema nicht länger gefallen lassen. "Durch den eingeblendeten Text wird der falsche Eindruck erweckt, dass die Gema die Lizenzierung von Musiknutzung kategorisch verweigere", erklärte sie. Dadurch werde die öffentliche und mediale Meinung in höchst irreführender Weise negativ beeinflusst. Sollte YouTube diese Hinweise nicht entfernen, werde die Gema eine Unterlassungsklage einreichen.

 

    Die Gema und Google stehen sich auch in einem Gerichtsverfahren in Hamburg gegenüber. Dort entschied das Landgericht im vergangenen Frühjahr, dass YouTube zwar auf Gema-Aufforderung ausgewählte Videos löschen müsse, aber nicht verpflichtet sei, jeden einzelnen Clip schon beim Hochladen zu prüfen. Beide Seiten zogen gegen das Urteil in Berufung, das Verfahren könnte sich noch über Monate hinziehen./so/DP/he

 

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Google Inc. A

  • Relevant5
  • Alle5
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu Google Inc. A

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
17.10.2014Google BuyStifel, Nicolaus & Co., Inc.
22.04.2014Google OutperformBernstein Research
03.04.2014Google overweightMorgan Stanley
02.04.2014Google OutperformBernstein Research
05.02.2014Google kaufenBernstein
17.10.2014Google BuyStifel, Nicolaus & Co., Inc.
22.04.2014Google OutperformBernstein Research
03.04.2014Google overweightMorgan Stanley
02.04.2014Google OutperformBernstein Research
05.02.2014Google kaufenBernstein
03.02.2014Google haltenIndependent Research GmbH
12.06.2013Google haltenIndependent Research GmbH
30.01.2013Google haltenHamburger Sparkasse AG (Haspa)
24.01.2013Google haltenIndependent Research GmbH
31.10.2012Google neutralFrankfurter Tagesdienst
24.11.2008Google sellMerriman Curhan Ford & Co
19.11.2008Google ausgestopptNasd@q Inside
16.03.2007Google Bär der WocheDer Aktionärsbrief
08.03.2006Google im intakten AbwärtstrendDer Aktionär
02.02.2006Google verkaufenFrankfurter Tagesdienst
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Google Inc. A nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX im Plus -- Alibaba sammelt mit Dollar-Anleihen 8 Milliarden ein -- BVB ist schuldenfrei -- KUKA mit Angebot für Swisslog erfolgreich -- Strafzinsen für Großkunden auch bei der WGZ Bank

Deutsche-Bank-CFO empfiehlt Alternative zum Sparbuch. EVG droht mit Streiks: Bahn erfüllt Forderungen nicht. EZB-Chef Draghi unterstreicht Handlungsbereitschaft. Von Vodafone gekaufte Firma half Geheimdiensten beim Spähen. General Electric verkauft japanisches Wohnimmobiliengeschäft an Blackstone.

Themen in diesem Artikel

Das sind Deutschlands Global Player

träger

So viel erhalten die Deutschen

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Facebook & Co: Welche Börsengänge waren ein Desaster?

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

mehr Top Rankings

Umfrage

Der Gesetzentwurf zur Frauenquote in den Führungsetagen von Unternehmen stößt in der Union auf wachsenden Widerstand. Wie stehen Sie zu diesem Thema?