19.12.2012 16:07
Bewerten
 (0)

ROUNDUP 2: Gescheiterte VW-Übernahme: Ex-Porsche-Chef Wiedeking angeklagt

    (Neu: Weitere Details)

 

    STUTTGART (dpa-AFX) - Für Ex-Porsche -Chef Wendelin Wiedeking wird es ernst: Rund vier Jahre nach dem gescheiterten Übernahmeversuch bei Volkswagen (Volkswagen vz) hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen den 60-Jährigen wegen Aktienkursmanipulation erhoben. Damit muss sich Wiedeking erstmals ernsthaft mit dem Gedanken an einen Strafprozess anfreunden. Bei einer Verurteilung drohen Geldstrafe - bis hin zu einem Jahresnettoeinkommen - oder sogar bis zu fünf Jahre Haft.

 

    Die Ermittlungsbehörde klagte auch Wiedekings damaligen Porsche-Finanzchef Holger Härter an, der sich aktuell schon wegen Kreditbetrugs vor dem Landgericht Stuttgart verantworten muss. Ob das Ex-Managerduo wegen der Manipulationsvorwürfe tatsächlich in einem gemeinsamen Prozess vor den Richter muss, entscheidet das Landgericht Anfang nächsten Jahres. Wiedeking und Härter wiesen die Vorwürfe über ihre Anwälte in einer gemeinsamen Stellungnahme als haltlos zurück.

 

    Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die früheren Vorstände beim Angriff von Porsche auf VW 2008/2009 Anleger und Finanzwelt täuschten. "Den Angeschuldigten wird vorgeworfen, in von ihnen im Jahr 2008 veranlassten öffentlichen Erklärungen des Unternehmens in Bezug auf den Beteiligungserwerb an der Volkswagen AG unrichtige Angaben gemacht zu haben", teilte die Behörde mit. Konkret soll das so abgelaufen sein: Während die Porsche-Chefs zwischen Frühling und Herbst 2008 mindestens fünfmal gegenüber der Finanzwelt dementierten, bei VW nach der Macht greifen und die 75-Prozent-Schwelle erreichen zu wollen, hätten sie heimlich eben genau jenen Plan vorangetrieben.

 

    Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben die Porsche-Manager ihren schrittweisen VW-Einstieg früh und gezielt mit Finanzgeschäften vorbereitet und diese internen Pläne nach außen hin verschleiert.

 

    Die Gegenseite sieht das alles ganz anders. Wiedekings und Härters Anwälte teilten mit, dass ein Großteil der anfänglich erhobenen Vorwürfe im Sande verlaufen sei. "Die nunmehr angeklagten Restvorwürfe (...) erweisen sich in tatsächlicher wie rechtlicher Hinsicht als unbegründet." Die Argumente dafür: Erstens seien die angezweifelten Erklärungen an die Finanzwelt korrekt gewesen und zweitens hätten sie die Börse nachweislich auch gar nicht beeinflusst. "Bei fehlender Kurseinwirkung kommt eine Strafbarkeit nicht in Betracht." Das Schreiben endet mit: "Eine solche Anklage kann keinen Erfolg haben."

 

    Ex-Porsche-Chef Wiedeking und sein damaliger Finanzvorstand Härter standen bis zur aktuellen Entscheidung für eine Anklage jahrelang im Fokus der Ermittler - vom Bündel der anfänglichen Anschuldigungen ist inzwischen aber vieles fallengelassen worden. So hatte es zunächst Vorwürfe wegen zweierlei Straftatbestände möglicher Marktmanipulation gegeben, wovon einer schon im Frühling 2011 fallengelassen wurde.

 

    Auch den bisher aufrechterhaltenen Vorwurf der Untreue klagte die Staatsanwaltschaft nun doch nicht an, denn eine Pflichtverletzung der Vorstände könne trotz sehr hoher Risiken in den Porsche-Finanzen "nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachgewiesen werden".

 

    Gegen Härter war bereits diesen September ein Prozess um Kreditbetrug gestartet. Er und zwei seiner damaligen Führungskräfte aus dem Finanzbereich sollen ebenfalls im Zusammenhang mit dem am Ende gescheiterten Angriff auf VW eine Bank bei Kreditverhandlungen fehlinformiert haben. In diesem Prozess ist ein Ende nicht absehbar, einer der zwei Mitangeklagten ist das Verfahren allerdings bereits gegen eine Geldauflage von 75 000 Euro los. Gegen Wiedeking hatte es nie Ermittlungen in diese Richtung des Kreditbetruges gegeben.

 

    Laut einem Sprecher am zuständigen Stuttgarter Landgericht haben Wiedeking und Härter bis in den Januar hinein Zeit, auf die Klage zu reagieren. Erst danach werde das Gericht über die Prozesseröffnung entscheiden. Es sei statistisch gesehen unwahrscheinlich, dass eine Anklageerhebung nicht zugelassen wird. Die Staatsanwaltschaft selber kann sich nur an einen einzigen Fall aus den zurückliegenden Jahren erinnern - damals scheiterte die Klageeröffnung wegen einer falsch berechneten Verjährungsfrist, die dann eben doch noch griff./loh/DP/stb

 

Nachrichten zu Volkswagen AG Vz. (VW AG)

  • Relevant2
  • Alle4
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Volkswagen AG Vz. (VW AG)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
07.12.2016Volkswagen vz HoldDeutsche Bank AG
06.12.2016Volkswagen vz buyKepler Cheuvreux
06.12.2016Volkswagen vz Equal-WeightMorgan Stanley
05.12.2016Volkswagen vz OutperformBNP PARIBAS
05.12.2016Volkswagen vz overweightBarclays Capital
06.12.2016Volkswagen vz buyKepler Cheuvreux
05.12.2016Volkswagen vz OutperformBNP PARIBAS
05.12.2016Volkswagen vz overweightBarclays Capital
01.12.2016Volkswagen vz buyGoldman Sachs Group Inc.
30.11.2016Volkswagen vz buyKepler Cheuvreux
07.12.2016Volkswagen vz HoldDeutsche Bank AG
06.12.2016Volkswagen vz Equal-WeightMorgan Stanley
01.12.2016Volkswagen vz NeutralMacquarie Research
29.11.2016Volkswagen vz HaltenBankhaus Lampe KG
29.11.2016Volkswagen vz HoldWarburg Research
29.11.2016Volkswagen vz VerkaufenDZ BANK
29.11.2016Volkswagen vz UnderperformJefferies & Company Inc.
28.11.2016Volkswagen vz SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
27.11.2016Volkswagen vz UnderperformJefferies & Company Inc.
14.11.2016Volkswagen vz KaufDZ BANK
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Volkswagen AG Vz. (VW AG) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Zalando - Wie der Online-Händler seine Gewinn­margen kräftig steigern will!
Der Einkauf von Waren im Internet gehört zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom shoppen 98% aller Internet-Nutzer inzwischen online, wobei mehr als drei Viertel mehrmals im Monat Produkte über das Internet ordern. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins, warum Zalando zu den Profiteuren dieses Megatrends gehört und wie es seine Gewinnmargen weiter steigern will.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX knackt 11.000-Punkte-Marke -- Asiens Börsen mit Gewinnen -- Monte Paschi bittet EZB um Aufschub für Rettungsplan -- Spartenverkauf beschert TUI im Jahr der Türkei-Krise Milliardengewinn

Osteuropa-Bank Procredit erwägt Schritt an Frankfurter Börse. National Grid verkauft Gasnetz-Tochter in Milliardendeal. Unicredit bekommt Milliarden für polnische Bank Pekao. Parlament in London billigt Mays Zeitplan für Brexit-Antrag. Russland verkauft Rosneft-Beteiligung an Glencore und Katar.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Legenden sind die bestbezahlten Toten der Welt
Jetzt durchklicken
Wo leben die meisten Milliardäre?
Jetzt durchklicken
Die glücklichsten Länder der Welt
Jetzt durchklicken
Von diesen Schnellrestaurants sind die Deutschen begeistert
Jetzt durchklicken
So wurden Steuergelder verschwendet
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Glauben Sie, dass es in den kommenden sechs Monaten schwieriger wird, die eigenen Renditeerwartungen zu erzielen?