07.03.2013 12:13
Bewerten
 (0)

ROUNDUP 2: Gewinn der Hypo Real Estate (HRE) schrumpft

    MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Hypo Real Estate kommt auch Jahre nach ihrer Notrettung durch den Bund nicht voran. Im vergangenen Jahr gingen Gewinn und Neugeschäft zurück und auch für das laufende Jahr zeigte sich Vorstandschefin Manuela Better am Donnerstag in München vorsichtig. Hoffnungen setzt der verstaatlichte Konzern in den Einstieg ins Privatkundengeschäft, der Milliarden in die Kasse spülen soll.

    Seit Donnerstag wirbt die Deutsche Pfandbriefbank, in der das Kerngeschäft der Hypo Real Estate (HRE) gebündelt ist, für Festgeldanlagen mit Zinssätzen bis zu zwei Prozent. "Wir bieten Privatanlegern attraktive Zinsen bei geringen Gebühren", sagte Better. Auch Tagesgelder können die Kunden über die Online-Plattform pbbdirekt.com anlegen.

    Mit dem Einlagengeschäft will die Bank sich neue Geldquellen erschließen, um die Refinanzierung ihres Kreditgeschäfts auszuweiten, die bisher auf Pfandbriefe beschränkt war. Für drei Jahre bietet die Bank aktuell zwei Prozent Zinsen an, die Mindestanlagesumme sind 5000 Euro. Bislang hatte sich die HRE ausschließlich an gewerbliche Kunden gewandt und vor allem große Immobiliengeschäfte wie Bürogebäude oder Hotels finanziert. Das Privatkundengeschäft soll aber auf das Festgeld beschränkt bleiben, sagte Better.

    Angst um ihr Geld müssen die Anleger nicht haben: Seit 2009 ist die HRE nach der Notrettung mit Milliardenhilfen im Staatsbesitz, die Anlage dort gilt deshalb als besonders sicher. Ihre Altlasten im Wert von mehr als 170 Milliarden Euro hat sie inzwischen in eine Bad Bank ausgelagert und arbeitet nun profitabel.

    Bis 2015 muss die Pfandbriefbank auf Druck der EU wieder privatisiert werden. "Das ist das Ziel, auf das wir hinarbeiten", sagte Better. Der Auftrag sei für sie bindend. Bis dahin soll der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin auch eine stille Einlage in Höhe von einer Milliarde Euro zurückerhalten. Auf welche Weise die Privatierung erfolgen soll, ist aber immer noch unklar.

    Im vergangenen Jahr verbuchte die Pfandbriefbank einen Gewinnrückgang um 64 Millionen Euro auf 124 Millionen Euro. Damit blieb sie im mittleren Bereich ihrer Prognose von 100 bis 140 Millionen Euro. Neben einem geringeren Zinsüberschuss und Sondereffekten trug dazu nach Worten von Finanzchef Alexander von Uslar auch die höhere Bankenabgabe bei. Im Neugeschäft kam die Bank im vierten Quartal wieder gut voran. Durch einen schwachen Start ins Jahr erreichte sie für das Gesamtjahr aber nur 5,6 Milliarden Euro und blieb damit weit von dem ursprünglichen Ziel der 8 Milliarden Euro Neugeschäft entfernt. Diesen Wert hatte sie im Jahr 2011 geschafft.

    "Für das Jahr 2013 haben wir uns eine deutliche Steigerung des Neugeschäftsvolumens vorgenommen", sagte Better, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Der Großteil soll aus der Immobilienfinanzierung kommen./dwi/DP/kja

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- MorphoSys-Aktie und Roche-Aktie fallen kräftig -- US-Börsen in der Gewinnzone -- GfK-Konsumklima auf höchstem Stand seit acht Jahren

BayernLB verklagt Ecclestone. Euro gibt leicht nach. Studio Babelsberg erwartet für 2014 Millionenverlust. Sartorius verkauft Sparte. Ölpreise deutlich gestiegen. Verdi ruft an vier Amazon-Standorten zu Streiks bis Heiligabend auf. Allianz stimmt Vergleich nach Amoklauf von Winnenden zu. Facebook will mehr über Datenschutz informieren.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welche Unternehmen sind am attraktivsten für Informatiker?

Diese Flughäfen werden hoch frequentiert

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche sind die reichsten Amerikaner unter 40 Jahren?

Wenn Zukunft Gegenwart wird

mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Haut und Haar für das Freihandelsabkommen mit den USA stark machen. Was halten Sie von TTIP?