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13.07.2012 15:54

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ROUNDUP 2: Gewinn von JPMorgan sinkt trotz Spekulationsdesaster nur leicht

JPMorgan ChaseCo zu myNews hinzufügen Was ist das?


    (Neu: Aktualisierter Aktienkurs, mehr Details)

 

    NEW YORK (dpa-AFX) - Der Gewinn der US-Großbank JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) ist trotz des milliardenschweren Spekulationsdesasters nur leicht gesunken. Der Überschuss ging im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9 Prozent auf 4,96 Milliarden Dollar zurück, wie das Institut am Freitag in New York mitteilte. Damit hielt es sich auf den ersten Blick besser als von Analysten erwartet. Dazu trugen vor allem niedrigere Rückstellungen für faule Kredite und Bewertungseffekte bei, die nichts mit dem tatsächlichen Geschäft zu tun haben. Ohne die Buchgewinne wäre das Ergebnis viel stärker eingebrochen.

 

    Im zweiten Quartal verbuchte die Bank einen Verlust von 4,4 Milliarden Dollar vor Steuern durch die fehlgeschlagenen Finanzwetten einer Londoner Handelssparte. Zudem korrigierte sie ihren Gewinn für das erste Quartal um knapp eine halbe Milliarde auf 4,92 Milliarden Dollar nach unten. Als Begründung führte sie an, dass Händler falsche Zahlen angaben, um Verluste zu kaschieren. Den erwarteten Gesamtverlust in diesem Jahr aus dem Londoner Fehlschlag bezifferte die Bank auf 5,8 Milliarden Dollar.

 

DAS SCHLIMMSTE SOLL VORBEI SEIN

 

    JPMorgan hatte bereits vor zwei Monaten hohe Verluste aus dem Spekulationsflop angekündigt. Die dafür verantwortliche Sparte ist bereits geschlossen, die Manager entlassen. Von ihnen will die Bank nun Gehälter zurückfordern. Nach einem kurzen Rücksetzer im vorbörslichen Handel ging es für die JPMorgan-Aktie an der Wall Street zuletzt um mehr als drei Prozent nach oben. Konzernchef Jamie Dimon kündigte an, den ausgesetzten Aktienrückkauf im vierten Quartal wieder aufnehmen zu wollen.

 

    "Wir haben das Schlimmste hinter uns", sagte Dimon. Ein Großteil der Spekulationspositionen sei inzwischen abgebaut. Die verbliebenen Papiere seien aus der Krisensparte ins normale Investmentbanking überführt. Im schlimmsten Fall rechnet JPMorgan mit weiteren Belastungen von 1,6 Milliarden Dollar. Kunden seien nicht geschädigt worden seien, erklärte Dimon.  Die Untersuchung des Vorfalls dauere an. "Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Einzelfall gehandelt hat", sagte der Bankchef. JPMorgan werde Lehren für das ganze Haus daraus ziehen.

 

SKANDAL ZUR UNZEIT

 

    Das Spekulationsdesaster ist ein Schlag in die Magengrube für Jamie Dimon, der bislang als Vorzeigebanker galt und seine Bank als Vorzeigeinstitut. Der Manager hatte sein Haus fast schadlos durch die Finanzkrise gesteuert. Nun musste er sich die Frage gefallen lassen, ob die Banker denn nichts aus den Fehlern gelernt hätten, die im Jahr 2008 in die Katastrophe geführt hatten.

 

    Der Skandal kochte zur denkbar unpassendsten Zeit hoch, weil in Washington abschließend darüber beraten wird, den Finanzmarkt noch stärker zu regulieren. Dimon ist einer der schärfsten Kritiker neuer Vorschriften. Wegen der Spekulationsverluste musste er sich gleich zweimal vor Ausschüssen des US-Kongresses verantworten. Überdies lastet die Schuldenkrise in Europa und die lustlose US-Konjunktur auf dem Geschäft der Banken./enl/das/stb

 

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