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27.10.2011 14:23

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ROUNDUP 2: Gildemeister weiter unter 'Volldampf' - Ausblick steht

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    (Neu: Aussagen aus Interview, aktualisierter Aktienkurs, Analystenstimmen, Details zum Geschäftsverlauf)

 

    BIELEFELD (dpa-AFX) - Der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister (GILDEMEISTER) blickt nach einem unerwartet kräftigen Gewinnsprung im dritten Quartal mit unveränderter Zuversicht auf den Rest des Jahres. Die Konjunkturturbulenzen machen Vorstandschef Rüdiger Kapitza keine Sorgen. Der für Gildemeister wichtige asiatische Markt laufe unter "Volldampf" und kenne die Krise nur aus den Zeitungen, sagte der Manager der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag.

 

    Die im MDAX (MDAX) notierte Aktie legte in einem festen Umfeld um mehr als drei Prozent zu. Analysten lobten in Studien einhellig das aktuelle Abschneiden des Konzerns, waren aber uneins über die künftigen Aussichten. Während Achim Henke von der WestLB das Maschinenbaugeschäft kurz vor dem Höhepunkt und einer anschließenden Rezession sieht, blickt Equinet-Analyst Holger Schmidt optimistischer auf die Zukunft der Ostwestfalen. Sogar im vergangenen Abwärtszyklus habe es Gildemeister geschafft, profitabel zu bleiben, gab er zu bedenken. Seitdem habe sich die Kostenbasis noch verbessert, auch aufgrund einer intensivierten Zusammenarbeit mit dem japanischen Partner Mori Seiki.

 

    In Deutschland und den angrenzenden Märkten hat Gildemeister nach Ansicht von Kapitza eine Sonderkonjunktur. "Die Branchenmesse EMO hat uns unglaublich viele Aufträge hereingespült. Von diesem Polster können wir den Rest des Jahres zehren und sind bis Mitte nächsten Jahres ziemlich ausverkauft."

 

    Für das kommende Jahr sind die Ostwestfalen indes vorsichtiger und rechnen trotz optimistischer Prognosen der Branchenverbände erst einmal mit einer stabilen Geschäftsentwicklung. "Bei Gildemeister haben wir das Neumaschinengeschäft für 2012 leicht rückläufig eingeplant, aber nicht stark. Das sind in Zahlen ungefähr 50 Millionen Euro Rückgang, die wir erwarten, mehr nicht", sagte Kapitza.

 

    In der Zeit zwischen Juli und September war von einer Abschwächung indes noch nichts zu spüren. Im Gegenteil: Der Umsatz legte um 27 Prozent auf 419,7 Millionen Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdoppelte sich nahezu auf 34 Millionen Euro. Vor Steuern waren es noch 26,6 Millionen und unter dem Strich 18,1 Millionen Euro. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten bei diesen Werten teils mit deutlich geringeren Zuwächsen gerechnet. Das Plus beim Auftragseingang um fast die Hälfte auf 540,7 Millionen Euro blieb hingegen hinter den Schätzungen zurück.

 

    Der höchste Anteil an Umsatz und Gewinn fiel traditionell dem Kerngeschäft mit Werkzeugmaschinen zu. Hier konnte der Konzern das operative Ergebnis (EBIT) unter anderem auch wegen der sehr guten Auslastung mehr als verdoppeln. Zunehmend stärker wird das Standbein im Service-Geschäft, das Gildemeister mit dem japanischen Kooperationspartner Mori Seiki verzahnt und mit einer ganzen Reihe neuer Mitarbeiter verstärkt hat. Auch hier wuchs der operative Gewinn deutlich.

 

    Im noch jungen Geschäft mit Windkraftkomponenten, Solartechnik und Energiespeicherung hingegen sank der Umsatz und das Ergebnis war negativ. Gildemeister hat sich bei den sogenannten "Energy Solutions" einen Strategieschwenk hin zu industriellen Kunden verordnet und muss dafür zunächst Geld in die Hand nehmen. "Wir haben eine ganze Menge neue Anfragen erhalten", sagte Kapitza. "Erstmal mussten wir dafür die Produkte entwickeln, das hat etwas länger gedauert, ist jetzt aber ziemlich abgeschlossen." Im Schlussquartal rechnet Kapitza hier mit neuen Bestellungen im Volumen von 50 Millionen Euro.

 

    Den Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte der Manager. Die Jahresprognose für den Auftragseingang hatten die Ostwestfalen bereits im September nach einer erfolgreichen Branchenmesse auf mehr als 1,9 Milliarden Euro angehoben. Beim operativen Gewinn (Ebit) will der unter Vollast laufende Konzern in diesem Jahr die 100 Millionen-Euro-Marke knacken und allgemein bei den Gewinnkennzahlen deutliche Zuwächse schaffen. Für den Umsatz liegt die Prognose bei mehr als 1,6 Milliarden Euro./stb/jha/tw

 

   --- Von Stefan Bauer, dpa-AFX ---

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