MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die UniCredit-Tochter (
UniCredito Italiano) HypoVereinsbank bleibt auch nach einem deutlichen Gewinn im dritten Quartal bei ihrem Ausblick vorsichtig. Angesichts der anhaltend unsicheren Lage in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten wollte HVB-Chef Theodor Weimer am Mittwoch in München keine konkreten Prognosen für 2009 abgeben. Bei der Kreditvorsorge, die wegen der Wirtschaftskrise zuletzt kräftig aufgestockt werden musste, hofft die HVB aber im Schlussquartal auf eine leichte Entspannung. Zugleich laufen die Vorbereitungen für die Namensänderung der HVB, die sich damit noch enger an ihre italienische Konzernmutter anlehnt.
Einen ersten Schritt dafür hat die Bank bereits unternommen: Nach einem entsprechenden Beschluss einer außerordentlichen Hauptversammlung Ende September wird die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG in UniCredit (UniCredito Italiano) Bank AG umfirmieren. Voraussichtlich noch im Dezember werde die Änderung ins Handelsregister eingetragen, sagte Weimer. Danach dürfte auch der Markenname folgen. Eine konkrete Entscheidung dazu stehe zwar noch aus, der HVB-Chef machte aber klar: "Ich sehe es von der inhaltlichen Seite mehr als notwendig, das Thema anzugehen." Dabei gehe es auch um die Stärkung der Marktposition.
Nach der Übernahme durch die Italiener hatte die HVB bereits ihr ursprünglich blaues Logo gegen das Rote von UniCredit eingetauscht. Die geplante Namensänderung hatte die HVB auch mit der Ähnlichkeit mit der mittlerweile verstaatlichten Krisenbank Hypo Real Estate (HRE) (Hypo Real Estate) begründet.
Im dritten Quartal verbuchte die HVB trotz Belastungen durch Kreditausfälle wieder einen deutlichen Gewinn. Unterm Strich verdiente die Tochter der italienischen Großbank 189 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 258 Millionen Euro angefallen war. Im operativen Geschäft lief es deutlich besser. So verbesserte sich das Handelsergebnis von minus 490 Millionen Euro auf plus 597 Millionen Euro. Allerdings musste die Bank angesichts der Wirtschaftskrise auch ihre Risikovorsorge für Kreditausfälle kräftig aufstocken von 361 auf 519 Millionen Euro.
Auch im vierten Quartal stehe die Finanzbranche voraussichtlich noch vor großen Herausforderungen, hieß es in dem Zwischenbericht. Die Kreditrisikovorsorge dürfte aber zwischen Oktober und Dezember eher unter dem Niveau des dritten Quartals liegen. Die Bank sei auch dank einer guten Kapitalausstattung gut gerüstet, um sich in einem wieder besseren Geschäftsumfeld zu profilieren. "Wenn es sich vernünftig einsetzen lässt für Akquisitionen oder andere Projekte, werden wir das Kapital auch nutzen", sagte Weimer.
Noch deutlicher als ihre Tochter litt die italienische Konzernmutter UniCredit im dritten Quartal unter wackeligen Krediten. Der Gewinn ging sogar im Vergleich zum krisengeschüttelten Vorjahresquartal zurück, nachdem die Bank Belastungen von gut zwei Milliarden Euro für unsichere Darlehen zurücklegen musste. Der auf die Aktionäre entfallende Überschuss sank im Vergleich zum Vorjahr von 531 Millionen auf 394 Millionen Euro, wie die UniCredit in Mailand mitteilte. Die Italiener bekommen über die früher zur HVB gehörende Bank Austria die Probleme im Osteuropa-Geschäft massiv zu spüren.cs/DP/tw