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13.05.2008 16:40

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ROUNDUP 2: Hewlett Packard greift IBM an - Kauf von IT-Dienstleister EDS

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        (Neu: Details, Aussagen aus Telefonkonferenz)

    PALO ALTO (dpa-AFX) - Der US-Computerkonzern Hewlett Packard (HP) greift den Konkurrenten IBM   an. Für insgesamt 13,9 Milliarden Dollar will HP den IT-Dienstleister EDS   übernehmen. "HP und EDS zusammengenommen werden eine führende Kraft bei den weltweiten IT-Services bilden", sagte HP-Chef Mark Hurd am Dienstag am Unternehmenssitz in Palo Alto. Die EDS-Führung hat dem Geschäft bereits zugestimmt. Nun sind die Aktionäre am Zug.

    Das Service-Geschäft bringt bislang rund 15 Prozent der Umsätze im HP-Konzern. Diesen Wert will Hurd mit einem Schlag auf 38 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Ziel ist es, vom fünften Platz der Serviceanbieter auf den zweiten Platz vorzurücken. Auf Platz eins liegt mit weitem Abstand IBM. Durch den Kauf von EDF gelangt HP zumindest in die Nähe des Branchenprimus.

WACHSTUMSFELD IT-SERVICES

    Die Übernahme ist eine der größten in der HP-Geschichte und soll im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden. Die Servicesparte wird von der neuen Tochter dominiert, die in diesem Geschäft stärker aufgestellt ist als HP. An der Spitze wird der bisherige EDS-Chef Ronald Rittmeyer stehen. Befürchtungen, dass es kundenseitig zu viele Überschneidungen zwischen den beiden Unternehmen gibt, wies Rittmeyer in einer Telefonkonferenz zurück.

    IT-Dienstleistungen sind ein Wachstumsfeld. Immer mehr Unternehmen lagern den Betrieb ihrer Computernetze aus. Erst Anfang des Jahres hatte die Deutsche Post  die Verwaltung ihrer Rechenzentren und das Datenmanagement an HP übertragen. Die US-Amerikaner erhoffen sich durch den Zukauf von EDS nun Einsparungen und Synergien. Ob es infolge des Zusammenschlusses auch zu Entlassungen unter den 210.000 Mitarbeitern der Sparte kommen wird, wollte Rittmeyer nicht sagen.

BÖRSIANER WENIG ANGETAN

    Die Börsianer waren in ersten Reaktionen wenig angetan von dem Geschäft. Obwohl der Konzern zeitgleich gute Zahlen fürs abgelaufene zweite Geschäftsquartal präsentierte und seine Jahresprognose anhob, verlor die Aktie im frühen Handel 4,26 Prozent auf 44,75 Dollar. EDS bauten unterdessen ihre Vortagesgewinne um 1,33 Prozent auf 24,45 Dollar aus. Das "Wall Street Journal" hatte bereits über die bevorstehende Übernahme berichtet. HP bietet 25 Dollar je Aktie in bar, finanziert unter anderem über Kredite. Der reine Kaufpreis beträgt damit 12,6 Milliarden Dollar.

    EDS mit Sitz in Texas hat rund 137.000 Beschäftigte und erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 716 Millionen Dollar. Das Unternehmen hat schwierige Jahre hinter sich. Bis Anfang der Neunziger gehörte EDS zum Autobauer General Motors (GM)  . HP liefert sich mit Dell ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des weltgrößten Computerkonzerns. Der eigentlich als Druckerhersteller bekannte Konzern hatte sich im Jahr 2002 den Computerbauer Compaq für rund 20 Milliarden Dollar einverleibt.

    Der Kauf könnte Experten zufolge in der Branche weitere Übernahmen auslösen. Während große Unternehmenskäufe durch Finanzinvestoren mit der Kreditkrise praktisch zum Erliegen kamen, sind strategische Zusammenschlüsse wie bei HP und EDS noch eher möglich. Im vergangenen Jahr war auch über ein Interesse der Deutschen Telekom an dem Unternehmen spekuliert worden.

JAHRESPROGNOSE ANGEHOBEN

    Durch den Kauf soll der HP-Gewinn nach dem Verdauen einmaliger Kosten ab dem Geschäftsjahr 2010 unterm Strich steigen. In diesem Jahr rechnet HP ungeachtet der Übernahme mit einer Ergebnisverbesserung. Der Konzern geht nun von einem bereinigten Ergebnis je Aktie zwischen 3,54 und 3,58 Dollar aus, nachdem bislang maximal die untere Grenze erreichbar schien. Der Umsatz soll zwischen 114,2 und 114,4 Milliarden Dollar liegen; bislang hatte sich HP höchstens 114,0 Milliarden Dollar zugetraut.

    Ausgangspunkt für die Prognoseanhebung war das gute Abschneiden im zweiten Quartal, in dem HP die Analystenschätzungen übertraf. Der Konzern verbesserte nach vorläufigen Zahlen den bereinigten Gewinn je Aktie von 0,70 Dollar im Vorjahreszeitraum auf 0,87 Dollar. Der Umsatz zwischen Januar bis März wuchs von 25,5 auf 28,3 Milliarden Dollar. Im laufenden dritten Quartal soll der Umsatz nun zwischen 27,3 und 27,4 Milliarden Dollar liegen und das bereinigte Ergebnis je Aktie zwischen 0,82 und 0,83 Dollar. Die endgültigen Zahlen fürs zweite Quartal veröffentlicht HP am 20. Mai./das/fd/he

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