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07.05.2009 15:43

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ROUNDUP 2: Krise trifft HeidelbergCement hart - Rote Zahlen zum Jahresauftakt

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    (Neu: Aussagen aus der Hauptversammlung)

    LEIMEN (dpa-AFX) - Die weltweite Konjunkturkrise und der lange Winter haben beim hochverschuldeten Baustoffkonzern HeidelbergCement<HEI.ETR> wie bei den Konkurrenten voll durchgeschlagen. Zum Jahresauftakt rutschte die im MDAX <MDAX.ETR> notierte Gesellschaft in die roten Zahlen. Der Umsatz ging mehr als ein Fünftel zurück. Und eine Besserung sei momentan nicht in Sicht. "Wir haben jetzt in allen drei großen Regionen eine klare Rezession", sagte Heidelberg-Cement-Chef Bernd Scheifele am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Leimen. Aufgrund des anhaltenden Abschwungs erwartet HeidelbergCement für das laufende Geschäftsjahr einen Rückgang beim Umsatz (Vorjahr: 14,2 Mrd. Euro) und beim operativen Ergebnis (2,1 Mrd. Euro).

    Eine konkrete Prognose wagte Scheifele weiterhin nicht. "Wenn sie heute etwas zu dem Ergebnis sagen, sind Sie in 14 Tagen schon wieder der größte Depp - in Anführungszeichen. Was Sie sagen, ist auf jeden Fall falsch." Allerdings sieht der Firmenchef sein Unternehmen wegen der bereits eingeleiteten Sparmaßnahmen und Kapazitätsanpassungen gut aufgestellt. Bei dem schon im Sommer 2008 aufgelegten "Fitnessprogramm 2009" liege die Einsparung aktuell bei 380 Millionen Euro. Ursprünglich wollte das Unternehmen mit seinem Sparprogramm die Kosten jährlich um 250 Millionen Euro reduzieren.

    Zudem gehört das Unternehmen laut Scheifele zu den ersten Profiteuren der weltweiten Konjunkturprogramme. "Wir sind ein Frühzykler. Wir gehen früh runter, aber wir kommen auch früh hoch", sagte Scheifele. "Und was benötigen diese Programme? Beton." Auch blieben "Megatrends" wie etwa der Bau von energieeffizienteren Gebäuden weiter als Treiber intakt. Mit ersten Impulsen aus den weltweiten Konjunkturprogrammen rechnet Scheifele ab der zweiten Jahreshälfte. Die Aktie stieg bis zum Nachmittag um 5,04 Prozent auf 43,12 Euro und legte damit deutlich stärker zu als der Gesamtmarkt.

QUARTALSVERLUST

    Von Januar bis März wies die Heidelberger Baustoffgruppe einen Verlust nach Minderheiten von 63 Millionen Euro aus. Analysten hatten jedoch mit einem noch deutlicheren Minus gerechnet. Im Vorjahr hatte HeidelbergCement wegen des Verkaufs seiner Baustofftochter maxit noch einen Gewinn von 1,264 Milliarden Euro ausgewiesen. Auch beim Konkurrenten Lafarge <PLG.PSE> <CIL.FSE> aus Frankreich und bei der deutschen Buzzi-Tochter Dyckerhoff<DYK3.ETR> stand im ersten Jahresviertel ein Verlust. Besser davon kam bislang der Schweizer Konkurrent Holcim <HOLN.VTX> <HLBN.FSE> mit einem kleinen Gewinn im Quartal. Das operative Ergebnis (EBIT) sank bei HeidelbergCement im Berichtszeitraum auf 11 (Vorjahr: 196) Millionen Euro. Der Umsatz nahm im ersten Jahresviertel um 23 Prozent auf 2,359 Milliarden Euro ab. Vom Nachfrageeinbruch betroffen waren vor allem Europa und Nordamerika.

FINANZIERUNG

    "HeidelbergCement arbeitet intensiv an der umfassenden Neuordnung der Finanzstruktur und prüft dabei weiterhin alle Möglichkeiten auf der Eigen- und Fremdkapitalseite", bekräftigte Scheifele. Der Schwerpunkt liege dabei bei der Refinanzierung des Fremdkapitals."Wir sind mit den Banken in Verhandlungen und wollen diese auch zügig abschließen", sagte er. Mit einer möglichen Einigung rechnet er in den kommenden Wochen. Finanzkreisen zufolge entscheiden Deutsche Bank, Royal Bank of Scotland, Nordea und Commerzbank bereits am 14. Mai (Donnerstag) über einen Brückenkredit in Höhe von 600 Millionen Euro. Das Unternehmen hat den Banken laut eines Briefs an die Aktionäre eine Bündelung der verschiedenen Kredite und eine Erleichterung der Kreditbedingungen aufgrund der Krise vorgeschlagen. Im Gegenzug ist der Konzern bereit, "spürbar" höhere Zinsen zu zahlen und die Schulden schneller abzubauen als bislang geplant.

    HeidelbergCement hatte sich mit der milliardenschweren Übernahme des britischen Konkurrenten Hanson vor zwei Jahren hoch verschuldet. Die Nettoverschuldung betrug Ende März 12,1 Milliarden Euro. HeidelbergCement gehört zwei Investmentgesellschaften der Merckle-Familie: VEM und Spohn. Sie sind durch Fehlspekulationen des verstorbenen Adolf Merckle in Schwierigkeiten gekommen und können kein Geld nachschießen./ne/jr/wiz

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