13.03.2013 17:17
Bewerten
 (0)

ROUNDUP 2: Merkel kritisiert Maßlosigkeit bei Managern - Gesetz vor der Wahl

    (Neu: Weitere Details)

    BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Maßlosigkeit bei Managergehältern beklagt und ist jetzt doch zu einem nationalen Alleingang für mehr Kontrolle durch die Aktionäre bereit. Nach dem Schweizer Referendum vor zwei Wochen wollte die Regierung davon nichts wissen und auf einen späteren EU-Vorschlag aus Brüssel warten.

    CDU-Chefin Merkel sagte am Mittwoch in einem Interview mit der "Freien Presse" aus Chemnitz: "Maßlosigkeit darf in einer freien und sozialen Gesellschaft nicht sein." Sie verstehe sehr gut, wenn Menschen über völlig aus dem Rahmen fallende Gehälter den Kopf schüttelten.

    Union und FDP wollen noch vor der Bundestagswahl am 22. September per Gesetz das deutsche Aktienrecht ändern, damit Aktionäre - und nicht mehr der Aufsichtsrat - bei den Manager-Bezügen in der Hauptversammlung das letzte Wort haben. Eine Obergrenze soll es aber nicht geben. Ob die Opposition im Bundesrat mitzieht, ist offen. SPD, Grüne und Linke haben in der Länderkammer eine Blockade-Mehrheit.

    In der Schweiz werden die Aktionäre künftig jährlich über die Gehälter des Managements abstimmen. Hohe Abfindungen und Antrittsgelder werden ganz verboten. Nach der erfolgreichen Volksabstimmung im Nachbarland hatten sich auch in Deutschland die Forderungen nach einer Eindämmung der Bezüge von Spitzenkräften gemehrt.

    SPD-Chef Sigmar Gabriel sprach sich für eine gesetzliche Regelung aus, sollte es keine freiwilligen Lösungen geben. Die Initiative der Koalition geht den Sozialdemokraten aber nicht weit genug. Die steuerliche Absetzbarkeit von Gehältern, Boni und Abfindungen müsse begrenzt werden. "Das ist der Lackmustest für die schwarz-gelbe Glaubwürdigkeit", meinte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß.

    Auch Merkel betonte nun, leider reiche es nicht aus, das Thema ausschließlich der Selbstregulierung der Wirtschaft zu überlassen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Kanzlerin unterstütze beides - die Koalitionspläne und die Arbeiten der EU-Kommission. Das sei kein Widerspruch. Aus der Fraktion von CDU und CSU verlautete, Deutschland sei schon mehrfach auf EU-Ebene vorangegangen, etwa beim Verbot von Leerverkäufen von Aktien.

    Druck hatte der Koalitionspartner FDP gemacht. Am Wochenende gab es dazu einen Parteitagsbeschluss der Liberalen. Fraktionschef Rainer Brüderle betonte, es müsse Schluss sein mit Kungelrunden, in denen Manager und Arbeitnehmervertreter Gehälter und Boni aushandelten. Brüderle kritisierte die Gewerkschaften, die im Aufsichtsrat Millionensummen absegneten, öffentlich dies dann aber anprangerten. "Mitbestimmung heißt auch Mithaftung für Fehlentscheidungen."/du/tb/DP/zb

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Technologieaktien: Drei Möglichkeiten, um vom Trend "Digitale Fabrik" zu profitieren!
Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange und verändert, vom Großteil der Gesellschaft völlig unbemerkt, bereits die Produktionsabläufe in den großen, industriellen Hallen. Wir zeigen Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins drei Möglichkeiten, wie Sie in den kommenden Monaten und Jahren von dem Zukunftstrend "Digitale Fabrik" profitieren können.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht mit kleinem Plus ins Wochenende -- Wall Street reagiert verhalten auf Amtsantritt von US-Präsident Trump -- Postbank sieht Chancen auf IPO -- Yellen: US-Geldpolitik auf Kurs -- GE im Fokus

Buffett-Investment BYD träumt vom Gigaerfolg in den USA. AIG schlägt Milliardenrisiken an Berkshire Hathaway los. Deutsche Top-Manager warnen Trump vor Strafzöllen und Abschottung. American Express verdient deutlich weniger. Chinas Wachstum fällt auf niedrigsten Stand seit 1990. Winterkorn bleibt dabei: Von Betrug bei VW nichts gewusst.
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Millionen-Dollar-URLs
Jetzt durchklicken
Welche Commodities entwickelten sich 2016 am stärksten?
Jetzt durchklicken
Mit diesem Studium wird man CEO im Dow Jones
Jetzt durchklicken
Das verdienen YouTube-Stars mit Videos
Jetzt durchklicken
So reich sind die Minister aus Donald Trumps Kabinett
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Nato als obsolet bezeichnet. Halten Sie das Militärbündnis ebenfalls für überflüssig?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Volkswagen AG Vz. (VW AG) 766403
BASF BASF11
Bayer BAY001
Deutsche Bank AG 514000
Daimler AG 710000
Commerzbank CBK100
Apple Inc. 865985
AMD Inc. (Advanced Micro Devices) 863186
E.ON SE ENAG99
Deutsche Telekom AG 555750
Scout24 AG A12DM8
Allianz 840400
BMW AG 519000
Facebook Inc. A1JWVX
Siemens AG 723610