28.11.2012 17:01
Bewerten
(0)

ROUNDUP 2: Neue Milliarden-Hilfen für Athen am Freitag im Bundestag

    BERLIN (dpa-AFX) - Trotz Bedenken der SPD stimmt der Bundestag am Freitag über die neuen Milliardenhilfen für Griechenland ab. Die Sozialdemokraten konnten sich nicht mit ihrer Forderung durchsetzen, das Rettungspaket erst nächste Woche in einer Sondersitzung zu verabschieden. Dafür habe es keine Unterstützung gegeben, erklärte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann am Mittwoch in Berlin. "Deshalb wird die Debatte am Freitag stattfinden."

 

    Union und FDP hatten die Verabschiedung ursprünglich für Donnerstag geplant, sich aber auch den Freitagstermin offengehalten. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle rechnet mit einer breiten Mehrheit im Bundestag. Man müsse zügig Klarheit schaffen, sagte er mit Blick auf die Finanzmärkte. Ob die SPD-Abgeordneten den Hilfen zustimmen, wollen sie erst an diesem Donnerstagmorgen in einer Sondersitzung der Fraktion entscheiden.

 

    Am Mittwoch beriet der Haushaltsausschuss über die neuen Hilfen, die die Euro-Gruppe erst am Dienstag beschlossen hatte. Für den Bundeshaushalt ergeben sich erstmals Belastungen durch die Griechenland-Rettung. Diese belaufen sich allein im nächsten Jahr auf rund 730 Millionen Euro. Weitere Mindereinnahmen von mehr als einer halben Milliarde Euro erwartet das Finanzministerium auch für 2014.

 

    Mit dem erweiterten Rettungspaket soll eine Finanzierungslücke im Hilfsprogramm für Athen vorerst geschlossen und die Schuldenlast Griechenlands deutlich gesenkt werden. Dies ist Voraussetzung, damit die nächsten Hilfstranchen der Geldgeber freigegeben werden können.

 

    Geplant sind ein Schuldenrückkaufprogramm, Zinserleichterungen sowie längere Laufzeiten der Hilfskredite. Zudem sollen die Euro-Länder von 2013 an Gewinnanteile ihrer nationalen Notenbanken an Athen überweisen, die sich aus dem ersten Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) für griechische Schuldtitel ergeben.

 

    Einen vom IWF bisher geforderten Schuldenschnitt hält Brüderle frühestens ab 2016 für vorstellbar. Er verwies auf die Vereinbarungen der Geldgeber, wonach Athen nun erst 2016 einen Primärüberschuss - ein Etatplus ohne Zinsbelastungen - erreichen muss. Es dürften keine Bürgschaften oder Garantien mehr gewährt werden bei einen Schuldenschnitt: "Insofern kann das frühestens zu dem Zeitpunkt erfolgen, wo man in die Phase des Primärüberschusses hineinkommt."

 

    Ähnlich äußerte sich Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). "Bei einem Schuldenschnitt könnte das Griechenlandprogramm in der jetzigen Form nicht fortgesetzt werden", heißt es in einer Antwort Schäubles auf Fragen von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Definitiv ausgeschlossen wird ein späterer Forderungsverzicht darin nicht.

 

    SPD-Fraktionsgeschäftsführer Oppermann sagte: "Die Stimmung bei uns ist kritisch." Er hielt der Bundesregierung vor, sie wolle die Hilfen im Eilverfahren vor dem CDU-Parteitag nächste Woche abräumen. Unions-Geschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) warf der SPD "kleinkarierte Spielchen" vor. Sollte es keine parteitaktischen Kapriolen mehr von der SPD geben, könne es endlich Klarheit geben.

 

    Die "Änderungen im bestehenden Anpassungsprogramm für Griechenland" - so der Titel des zu beschließenden Antrags - sind Voraussetzung, damit die nächste Tranche von 43,7 Milliarden Euro ausgezahlt werden kann. Darüber will die Euro-Gruppe am 13. Dezember entscheiden - wenn Ergebnisse des Rückkaufprogramms vorliegen.

 

    2013 wird der Bund erstmals direkt aus seinem Haushalt Geld an Athen überweisen, weil er anteilige Zentralbankgewinne aus dem Ankauf griechischer Schuldtitel auf ein Sperrkonto weiterleitet. Es geht um die Ertragsanteile der Bundesbank aus Zinsen und Bewertungsgewinnen mit Hellas-Anleihen, denen Rückstellungen und Risikovorsorge gegenüberstehen. Veranschlagt sind 2013 vom Finanzministerium 599 Millionen Euro und 2014 weitere 530 Millionen.

 

    Die Bundesbank entscheidet autonom über ihren Gewinn. Der Bund überweist unabhängig von der Höhe des an ihn fließenden Bundesbank-Gewinns die Erträge an Athen. Weitere Mindereinnahmen von jährlich 130 Millionen Euro für den Bund ergeben sich, weil die Staatsbank KfW weniger Zinsen aus Athen-Krediten erzielt.

 

    Die CSU wird die neuen Hilfen mittragen. Ein zweiter Schuldenerlass wäre für Deutschland wesentlich teurer, wird in der Parteispitze argumentiert. "Es gibt die volle Akzeptanz zu dem, was Schäuble jetzt ausgehandelt hat", sagte CSU-Chef Horst Seehofer. "Was es aber nicht geben darf, ist ein Schuldenerlass."/sl/wn /ir/DP/jkr

 

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die Top 5 der Medizin- und Pharmakonzerne mit großen Wachstumschancen!

Aktien aus dem Medizin- und Pharmabereich gehören neben den hochtechnologischen Konzernen wohl zu den schwierigsten Wertpapieren, die man an der Börse spielen kann. Die meisten Unternehmen, die auf diesem Feld unterwegs sind, bleiben über Jahre hin unprofitabel. Wir stellen im aktuellen Anlegermagazin fünf Aktien vor, bei denen große Wachstumschancen lauern könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX mit Verlusten -- adidas verdoppelt Gewinnprognose - Aktie schießt hoch -- Linde bestätigt Jahresziel -- Amazon-Gewinn bricht ein -- Intel, Credit Suisse, BNP Paribas im Fokus

US-Wirtschaft wächst im 2. Quartal in etwa wie erwartet. ExxonMobil kann Gewinn fast verdoppeln. Inflation in Japan stabilisiert sich auf niedrigem Niveau weiter. Siltronic steigert Gewinn deutlich - Erhöhte Prognose bekräftigt. Santander verdient wie erwartet deutlich mehr. Nemetschek bleibt beim Ergebnisausblick vorsichtig.

Top-Rankings

KW 29: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
KW 29: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

E-Autos: Kein Zwang zum Tesla-Kauf
Diese Tesla-Konkurrenten sind auf dem Vormarsch und billiger als der Model 3
So schnitten die DAX-Werte im ersten Halbjahr 2017 ab
Tops und Flops
BlackRock Beteiligungen
In diese Unternehmen investiert der Fondsgigant
Die reichsten Länder der EU
Das sind die reichsten Länder der EU
Jobs mit Zukunft und hohem Gehalt
Hier wird man auch künftig noch gut bezahlt
mehr Top Rankings

Umfrage

Wenn morgen Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt mit finanzen.net-Account verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
adidas AGA1EWWW
Amazon906866
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
CommerzbankCBK100
Porsche Holding SE VzPAH003
BMW AG519000
BASFBASF11
Nordex AGA0D655
TeslaA1CX3T
Apple Inc.865985
Allianz840400
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750