(Neu: Aussagen aus Telefonkonferenz zu Geschäftsaussichten)
HAMBURG (dpa-AFX) - Der deutsch-amerikanische Laserspezialist ROFIN-SINAR erwartet eine weitere Verschlechterung in seinem Geschäft und traut sich deshalb keine Jahresprognose mehr zu. Die Unsicherheiten infolge der Wirtschaftskrise seien einfach zu groß, begründete Finanzchefin Ingrid Mittelstädt am Donnerstag in einer Telefonkonferenz die Entscheidung. Eine Prognose wäre derzeit nicht mehr wert als der Blick in die Kristallkugel, schob Konzernchef Günther Braun hinterher. Er könne derzeit keinen Anstieg der Nachfrage feststellen.
Im ersten Quartal waren die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um ein Fünftel auf 107 Millionen Dollar gesunken. Im zweiten Quartal will das Unternehmen nun einen Umsatz von rund 90 Millionen Dollar erwirtschaften. Entgegen dem üblichen Vorgehen nannte die Finanzchefin keine weiteren finanziellen Details, insbesondere nicht zum erwarteten Ergebnis. Ziel sei es, profitabel zu bleiben, führte sie lediglich aus. Dazu sollen weitere Einsparungen beitragen.
NORDAMERIKA UND ASIEN SCHWACH
Ursprünglich hatte ROFIN-SINAR im Geschäftsjahr 2008/2009 bis Ende September 500 bis 520 Millionen Euro erlösen wollen, jedoch bereits Mitte Dezember vor einem schlechteren Abschneiden gewarnt. "In den ersten drei Monaten wurde der Umsatz, bedingt durch Auftragsverschiebungen aus unterschiedlichen Industrien, stark beeinträchtigt", sagte Konzernchef Braun. Die Aktie fiel bis zum Ende des Xetra-Handels um 1,90 Prozent auf 12,92 Euro.
Insbesondere in Nordamerika und dem eigentlich als Wachstumsmarkt auserkorenen Asien gingen die Umsätze von Oktober bis Dezember kräftig zurück, während sie in Europa vergleichsweise wenig litten. "Der Auftragseingang war jedoch in allen Regionen rückläufig", sagte Braun. Selbst aus dem einst boomenden Solarsektor seien weniger Bestellungen gekommen. "Dies ist eine Situation, wie wir sie bisher nicht erlebt haben." In den Büchern standen zu Ende Dezember Bestellungen über 111,7 Millionen Dollar.
ÜBESCHUSS HALBIERT
Der Überschuss halbierte sich in Folge des Umsatzrückgangs auf 7,6 Millionen Dollar. Gesunkene Ausgaben für Verwaltung sowie Entwicklung verhinderten ein weiteres Abgleiten. ROFIN-SINAR will sich nun auf die Regionen und Branchen konzentrieren, die weniger unter der Wirtschaftskrise leiden. Auch das Produktportfolio solle optimiert werden, sagte Chairman Peter Wirth, ohne allerdings konkret zu werden. ROFIN-SINAR halte sich "weiter alle Möglichkeiten offen".
Im Vorjahr hatte das Unternehmen den Umsatz nicht zuletzt wegen des schwachen Dollar auf gut 575 Millionen Dollar heraufschrauben können. Nun leidet ROFIN-SINAR unter der Erholung der US-Währung, denn die Hamburger machen das meiste Geschäft in Euro und rechnen dann um. ROFIN-SINAR ist an der amerikanischen Technologiebörse NASDAQ sowie im TecDax notiert./das/he