28.11.2012 15:05
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ROUNDUP 2/Thomas Cook plant Neustart nach erneutem Riesenverlust

    (Neu: Details zu Sanierungsschritten, Aussagen Fankhauser, Aktienkurs)

 

    PETERBOROUGH (dpa-AFX) - Der kriselnde Reiseveranstalter Thomas Cook hofft nach zwei Jahren tiefroter Zahlen auf einen Neustart. "Dieses Ergebnis können wir nur noch verbessern", kommentierte die neue Konzernchefin Harriet Green am Mittwoch den Jahresverlust von mehr als einer halben Milliarde britischen Pfund. Dennoch sei Thomas Cook "nicht kaputt". Mit dem Bündeln von Geschäftsbereichen, einem schlankeren Management und neuer Technik will Green das angeschlagene Unternehmen in die schwarzen Zahlen bringen. Auf ihr Zukunftskonzept müssen die Aktionäre des Konzerns, der in Deutschland vor allem mit der Marke Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor vertreten ist, jedoch bis zum Frühjahr warten.

 

    Die Thomas-Cook-Aktie kletterte nach einem anfänglichen Absturz bis zum Nachmittag um 2,21 Prozent ins Plus. Mit 24,53 britischen Pence ist die Aktie allerdings nur noch einen Bruchteil so viel wert wie zur Zeit der Fusion von Thomas Cook mit dem britischen Veranstalter MyTravel im Jahr 2007. Damals hatte sie 333 Pence gekostet.

 

    "Thomas Cook hat das Schlimmste hinter sich", sagte Zentraleuropa-Chef Peter Fankhauser, der seit November zusätzlich das schwierige Großbritannien-Geschäft führt. Das neue Management will Wartung und Einkauf der Fluglinien im Konzern stärker zusammenführen, Führungsebenen verschlanken und mit neuer Technik Kosten senken. Auch der Hoteleinkauf soll stärker gebündelt werden. Die Schritte sollen im Jahr 100 Millionen Pfund einsparen. "Das ist erst der Anfang", versprach die Green. Wie viele Arbeitsplätze im Zuge der Sanierung wegfallen könnten, wollten sie und Fankhauser jedoch nicht beziffern. Der Großteil der Sanierungsschritte dürfte jedoch Großbritannien betreffen.

 

    Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende September brockten hohe Treibstoffkosten und Abschreibungen in Frankreich sowie in Nordamerika dem Konkurrenten von Marktführer Tui den zweiten Riesenverlust in Folge ein. Unter dem Strich stand ein Minus von 586 Millionen britischen Pfund (725 Mio Euro). Ein Jahr zuvor hatten Wertberichtigungen und ein schwaches Großbritannien-Geschäft den Konzern mit 521 Millionen Pfund in die Miesen gedrückt. Der langjährige Konzernchef Manny Fontenla-Novoa hatte bereits zuvor seinen Hut genommen.

 

    Diesmal warf auch das laufende Geschäft weniger ab: Der Umsatz ging wegen ungünstiger Wechselkurse um drei Prozent auf 9,5 Milliarden Pfund zurück. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn halbierte sich sogar auf 156 Millionen Pfund, weil das Unternehmen die um 110 Millionen Pfund gestiegenen Kerosinkosten nicht auffangen konnte. Auch in Deutschland, wo Thomas Cook vergleichsweise gute Geschäfte macht, warf das Veranstaltergeschäft weniger Gewinn ab. Die Fluglinie Condor verdiente operativ sogar nur gut halb so viel wie ein Jahr zuvor. Nach einem guten Abschluss der Sommersaison zeigte sich das Management mit dem Start des Wintergeschäfts zufrieden.

 

    Um im Wettbewerb mit dem Hauptkonkurrenten, der Tui-Veranstaltertochter Tui Travel, mithalten zu können, will Thomas-Cook-Chefin Green den Verkauf von Reisen über das Internet stärker vorantreiben. Die Expansion bei den Reisebüros, die ihr Vorgänger Fontenla-Novoa zuletzt mit der Übernahme der Co-operative Group in Großbritannien vorangetrieben hatte, ist bereits teilweise zurückgedreht: Im abgelaufenen Jahr schloss Thomas Cook fast 150 Reisebüros und fünf Niederlassungen. Allerdings müsse der Veranstalter auf allen Vertriebskanälen vertreten bleiben, betonte Green.

 

    Mit weiteren Beteiligungsverkäufen will der Veranstalter nun einen Teil seines Schuldenbergs abtragen. In den zwölf Monaten bis Ende September schrumpfte die Nettoverschuldung bereits um gut 100 Millionen auf 788 Millionen Pfund, nachdem das Unternehmen Flugzeuge und Hotelbeteiligungen abgestoßen hatte. Im Gegenzug hatten die Banken Kreditlinien des Konzerns über 1,4 Milliarden Pfund bis ins Jahr 2015 verlängert. Für das laufende Geschäftsjahr hat sich Finanzchef Michael Healy einen weiteren Schuldenabbau um 50 Millionen Pfund vorgenommen./stw/mmb/jha/

 

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