ROUNDUP 2: US-Absatz von deutschen Autobauern bricht erneut ein
(neu: Audi-Zahlen)
DEITROIT (dpa-AFX) - Die deutschen Autobauer haben in den USA im November erneut deutliche Absatzeinbußen hinnehmen müssen. Dabei litt der Sportwagenbauer Porsche besonders unter der Zurückhaltung der US-Verbraucher. Die Auslieferungen in Nordamerika sanken nach Angaben des Unternehmens im vergangenen Monat um 46 Prozent auf 1.493 Fahrzeugen, davon entfielen 1.378 Fahrzeuge auf den US-Markt. Von der Baureihe Cayenne wurden mit 781 Fahrzeugen 40 Prozent weniger ausgeliefert als ein Jahr zuvor. Beim Boxster betrug der Rückgang sogar 73 Prozent auf 161 Stück, und bei der 911-Baureihe sank der Absatz um 37 Prozent auf 551 Fahrzeuge.
Der Stuttgarter Autobauer Daimler verbuchte einen Absatzrückgang um 29,9 Prozent auf 15.991 Autos. Dabei stützte die Einführung der Kleinwagenmarke smart die Verkaufszahlen etwas. Der smart wird erst seit Januar in den USA verkauft und kam im November auf einen Absatz von 1.889 Fahrzeugen. Seit Jahresbeginn wurden damit 22.281 smarts in den USA abgesetzt. Die Marke Mercedes-Benz verbuchte ein Absatzminus von 38,2 Prozent auf 14.102 Stück.
VOLKSWAGEN MIT MINUS 19,2 PROZENT NOCH BESTER DEUTSCHER ANBIETER
Beim bayerischen Konkurrent BMW waren die Verkaufszahlen seines Kleinwagens MINI ebenfalls der einzige Lichtblick. Insgesamt sank die Zahl der verkauften Fahrzeuge um 26,8 Prozent auf 19.762. Seit Jahresbeginn ging der Absatz damit um 6,8 Prozent auf 281.564 Einheiten zurück. Von der Marke BMW wurden mit 15.217 Fahrzeugen im November 36,1 Prozent weniger verkauft. Die Marke MINI verzeichnete mit einem Plus von 43,1 Prozent auf 4.545 Einheiten einen deutlichen Absatzanstieg.
Am besten unter den deutschen Anbietern schlug sich die VW-Tochter Volkswagen of America mit einem Absatzrückgang um 19,2 Prozent auf 14.295 Einheiten. Seit Jahresbeginn liegt das Absatzminus bei 2,1 Prozent. die Volkswagen-Tochter Audi konnte sich im November nicht mehr gegen den negativen Trend stemmen. Die Verkaufszahlen sackten im Vergleich zum Vorjahr um 25,4 Prozent auf 6.788 Stück ab. Im Oktober hatte Audi noch ein leichtes Absatzplus.
US-AUTOBAUER FAHREN PRODUKTION ZURÜCK
Auch die heimischen Autobauer leiden weiter unter der wirtschaftlichen Flaute in den USA: Besonders deutlich bekam das der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) mit einem Absatzeinbruch um 41 Prozent auf 154.877 Stück zu spüren. Die Zahl der verkauften Pkw sank danach um 44 Prozent auf 58.786 Fahrzeuge, außerdem wurden mit 96.091 Stück 39 Prozent weniger Lastwagen als im Vorjahreszeitraum verkauft. Der größte US-Autobauer reagierte bereits auf die schwache Nachfrage und schraubte seine Produktion in Nordamerika um 32 Prozent zurück.
Der US-Autobauer Ford verbuchte einen Absatzrückgang um 30,6 Prozent auf 123.222 Fahrzeuge. Während der Absatz der Marke Volvo um 46,5 zurückging und sich damit fast halbierte, lag das Minus bei den Marken Ford, Lincoln und Mercury insgesamt bei 29,8 Prozent. Ford denkt derzeit über einen Verkauf der schwedischen Tochter Volvo nach. Für das erste Quartal 2009 plant der Autobauer eine Produktion von 430.000 Fahrzeugen, im ersten Quartal 2008 waren es noch 692.000 gewesen.
FORD WILL 9 MILLIARDEN US-DOLLAR VOM STAAT
Auch der japanische Autobauer Toyota konnte sich den Problemen in der Branche nicht entziehen. Im abgelaufenen Monat verkaufte das Unternehmen in den USA mit 130.307 Fahrzeugen 33,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Marke Toyota verzeichnete ein Minus von 33,8 Prozent auf 114.084 Stück. Der Absatz der Marke Lexus ging um 34,7 Prozent auf 16.223 Stück zurück.
Angesichts der dramatischer Absatzeinbrüche wollen die krisengeschüttelten US-Autobauer mit einschneidenden Sanierungsprogrammen den Weg zu neuen Milliardenhilfen freimachen. Die drei Autobauter Ford, GM und Chrysler legten am Dienstag dem US-Kongress entsprechende Konzepte vor. Führende Politiker hatten detaillierte Pläne, wie die Firmen das Geld konkret einsetzen wollen, zur Vorbedingung für Staatshilfen gemacht. Der schwer angeschlagene Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) benötigt eigenen Angaben zufolge noch im Dezember einen Kredit über vier Milliarden Dollar./gr/