16.11.2012 11:47
Bewerten
 (0)

ROUNDUP 2: Weiter heftige Luftangriffe auf Gaza - Ägypten stützt Palästinenser

    KAIRO/JERUSALEM (dpa-AFX) - Vergebliche Hoffnung auf Feuerpause: Auch während eines Besuchs des ägyptischen Ministerpräsidenten Hischam Kandil im Gazastreifen ist am Freitag die Gewalt zwischen der israelischen Armee und militanten Palästinensern weitergegangen. Nach palästinensischen Angaben starb ein 19-Jähriger bei einem israelischen Luftangriff. Ein dpa-Reporter in Gaza-Stadt sprach von drei schweren Explosionen durch Luftangriffe aus Israel während des Besuchs. Israel betonte dagegen, seit 08.00 Uhr MEZ nicht mehr angegriffen zu haben. Seit dem Beginn des Besuchs von Kandil seien aber mindestens 50 Raketen in Richtung Israel abgefeuert worden.

 

    Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hatte Kandil in den Gazastreifen geschickt, um Druck auf Israel auszuüben. Am Mittwoch hatte Mursi seinen Botschafter aus Israel abgezogen und eine Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga und der Vereinten Nationen wegen der israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen gefordert.

 

    Ägypten stehe unverbrüchlich an der Seite der Palästinenser, sagte Kandil während des knapp dreistündigen Besuches bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Regierungschef der radikal-islamischen Hamas, Ismail Hanija. Die Opfer der israelischen Angriffe bezeichnete er als "Märtyrer". Hanija lobte die neue Politik des "revolutionären Ägyptens" und forderte die anderen arabischen Führer auf, dem Beispiel der Ägypter zu folgen.

 

    Kandil beendete seinen Solidaritätsbesuch im Gazastreifen frühzeitig. Am Grenzübergang Rafah stieg er am Vormittag in einen Hubschrauber und flog in Richtung Kairo ab. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass Kandil bis nach der Freitagspredigt im Gazastreifen bleibt, hieß es in Rafah. Aufgrund neuerlicher israelischer Angriffe habe er allerdings beschlossen, den Besuch abzukürzen.

 

    Die israelischen Streitkräfte bombardieren seit Tagen den Gazastreifen, während militante Palästinenser israelische Städte mit Raketen beschießen. Auf beiden Seiten starben bis Freitagmittag 23 Menschen, 20 Palästinenser und 3 Israelis. Weit über hundert Menschen wurden verletzt. Die neue Runde der Gewalt hatte am Samstag begonnen, als ein israelischer Jeep von einer Rakete aus dem Gazastreifen getroffen wurde.

 

    Israel hat wegen des Konflikts 16.000 Reservisten zu den Waffen gerufen, wie der israelische Rundfunk am Freitag berichtete. Auch Panzer und anderes schweres Gerät seien auf dem Weg zu dem Palästinensergebiet am Mittelmeer.

 

    Tausende Palästinenser hatten am Donnerstag dem bei einem israelischen Raketenangriff getöteten Hamas-Militärchef Ahmed al-Dschabari das letzte Geleit gegeben. Der militärische Arm der Hamas kündigte blutige Rache an. In Tel Aviv heulten am Donnerstag die Luftalarm-Sirenen - erstmals seit dem Golfkrieg 1991, als der Irak Scud-Raketen auf Israel abschoss.

 

    Bundesaußenminister Guido Westerwelle machte die radikal-islamische Hamas für die Eskalation der Gewalt verantwortlich. Die Raketenangriffe müssten sofort beendet werden, sagte der FDP-Politiker am Freitag im Deutschlandfunk. Er bekräftigte, dass Israel das Recht habe, sich zu verteidigen und seine Bürger zu schützen.

 

    Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu bezeichnete die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Mit Massakern und Attentaten lasse sich im Nahen Osten kein Friede erreichen, zitierten türkische Medien den Minister am Freitag./bi/DP/jha

 

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht fester ins Wochenende -- Dow Jones mit Verlusten -- Merck-Mittel Avelumab erhält FDA Zulassung zur Behandlung von MCC -- Aumann, Deutsche Börse im Fokus

Frankreich: Arbeitslosigkeit geht nur leicht zurück. Absage eines Partners sorgt bei Biotest-Anleger für Verdruss. Reederei Hapag-Lloyd macht Verlust. Theranos verschenkt Aktien an Investoren - wenn die versprechen, nicht zu klagen. Fondsmanager weiterhin optimistisch für Aktien. Das läuft bei der Deutschen Bank falsch. LEONI-Aktie schließt Gap aus 2015. Russische Notenbank senkt Leitzins. Bundestag beschließt Pkw-Maut.

Umfrage

Welche Risikopräferenz haben Sie beim Kauf eines Wertpapiers? Welcher der drei folgenden Risikoklassen würden Sie sich persönlich zuordnen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
Infineon Technologies AG623100
CommerzbankCBK100
Allianz840400
E.ON SEENAG99
BASFBASF11
SAP SE716460
Nordex AGA0D655
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
BayerBAY001
BMW AG519000
Volkswagen St. (VW)766400